12.04.2017, 17:24 Uhr

SAAC Basic Camp in Hochfügen 09.-10.04.2017

Abwechslungsreicher Theorie-Tag in Fügen

Währrend bei strahlendem Sonnenschein und über 20 Grad die meisten Menschen auf der Suche nach der nächsten Eisdiele waren, haben sich verganges Wochenende knapp 50 FreeriderInnen in Hochfügen auf die Suche nach dem letzten großen Schnee gemacht. Im Rahmen des zweitägigen SAAC (Snow and Alpine Awareness Camp) Lawinencamps wurde Theorie und Praxis über sicheres Freeriden im Gelände miteinander verknüpft.

Die SAAC Initiative exisitiert bereits seit 1998 und hat bis heute mehr als 19.000 FreeriderInnen mit ihrer Aufklärungsarbeit über alpine Gefahren erreicht. Als eines der letzten, 25 kostenlosen Basic Camps in diesem Winter war auch das SAAC Camp Hochfügen ein voller Erfolg.

Camp-Beginn mit theoretischer Einführung

Das zweitägige Camp begann am Samstag, den 08.04.17, mit einem Theorie-Teil im Gartenhotel „CRYSTAL“ in Fügen. Innerhalb von drei spannenden Stunden veranschaulichten die ausgebildeten Bergführer des SAAC Teams die Grundlagen der Lawinenkunde, der Planung von Touren sowie Sicherheitsmaßnahmen im Gelände.

Anschauliches Videomaterial sowie Berichte über Lawinenabgänge und – unglücke diesen Winters in Tirol halfen dabei die theoretischen Grundlagen zu verdeutlichen. Trotz der warmen Temperaturen konnte es einem dabei kalt den Rücken herunterlaufen. Nichtsdestotrotz war die Analyse einiger, der leider zahlreichen, Lawinenunglücke diesen Winters äußerst hilfreich für die Anwendung des Gelerntens, inbesondere für die Erkennung von Gefahrenzeichen.
Gleichzeitig konnten weit verbreitete Irrglauben aufgedeckt werden. So ist beispielsweise wenig Schnee aus lawinentechnischer Sicht keinesfalls weniger gefährlich als viel Schnee und bereits eine Schubkarre voller Schnee kann ein enormes, für Menschen tödliches Gewicht haben.
Abgeschlossen wurde der aufschlussreiche Theorie-Tag mit den, vor jeder Tour durchzuführenden Standartmaßnahmen im Gelände, Erklärungen zur Notfallausrüstung und dem richtigen Verhalten bei einem Lawinen-Notfall.

Die Praxis zur Theorie folgte am nächsten Tag

Am folgenden Praxis-Tag, dem 10.04.17, in Hochfügen konnte das Gelernte direkt ausprobiert beziehungsweise umgesetzt werden. Allen Teilnehmenden wurde dabei durch den Verleih von Notfallausrüstung die Möglichkeit gegeben, sich mit LVS Gerät, Sonde und Schaufel vertraut zu machen.
Nachdem kleine Gruppe von acht bis neun Leuten jeweils einem_r BergführerIn zugeteilt wurden, starte der Praxis-Tag bei gefühlten 17 Grad mit dem Check des akutellen Lawinenlageberichts sowie einem ausführlichen Ausrüstungscheck. Anschließend konnten sich die Teilnehmenden in der Hangbeurteilung und der Einschätzung von Gefahrenzeichen im Gelände üben, und nach einstimmiger positiver Einschätzung einige Abfahrten im Gelände wagen.
So kam der Spaß nicht zu kurz, und gleichzeitig konnten Themen wie sichere Abstände und Sammelpunkte im Gelände geübt und verinnerlicht werden.

Nach der wohlverdienten gemeinsamen Mittagspause wurde abschließend für den Ernstfall einer Verschütteten-Suche geübt und die Handhabung von LVS Gerät, Sonde und Schaufel trainiert.

Einen besseren und vorallem informativeren Abschluss der Wintersaison hätte es wohl kaum geben können. Aber keine Angst auch nächste Saison werden die kostenlosen SAAC Basic Camps sowie weiterführende SAACnd Step Camps angeboten unter:http://www.saac.at/

Und für alle die noch nicht genug vom Winter haben, hier ein paar informative Links:
https://lawine.tirol.gv.at/home/uebersicht/
http://lawinenwarndienst.blogspot.co.at/
http://www.zamg.ac.at/cms/de/wetter/produkte-und-services/bergwetter
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.