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Aida Loos mistet jetzt einfach mal aus

Eine Mutter, die sich zu helfen weiß: In Zeiten der Quarantäne daheim, wird kurzerhand der Spielzeugüberschuss ausgemistet.
  • Eine Mutter, die sich zu helfen weiß: In Zeiten der Quarantäne daheim, wird kurzerhand der Spielzeugüberschuss ausgemistet.
  • Foto: Aida Loos
  • hochgeladen von Markus Leshem

Eine starke Frau mit Witz: Die Kabarettistin und Mama aus Schwechat berichtet als Gastautorin über die Vorteile der Quarantäne.

SCHWECHAT. Ich stelle mir mehrmals am Tag die Frage: Worüber haben wir uns eigentlich vor Corona unterhalten? Und warum hatte ich eine viel zu romantische Vorstellung von der sogenannten 'Quarantäne'? Ich stellte mir vor, wir würden als Familie zusammenrücken, die Kinder neu kennenlernen, täglich köstliche Dinge kochen, viel Netflix schauen und endlich mal abschalten. In Wahrheit ist es ein ewiger Streit um die Fernbedienung, die immer wiederkehrende Frage: „Was haben wir eigentlich falsch gemacht in der Erziehung?“, Nudeln mit Klopapier und ein latenter Kampf mit sich selbst, nicht auszuzucken. Es ist ein Leben, das vollkommen aus der Mode geraten ist. Nämlich nicht so zu leben, als wäre es Dein letzter Tag, sondern eben der Erste: Viel schlafen, trinken, weinen und das in einem Haus, das noch nie zuvor so aufgeräumt war. Ich habe geputzt, geschrubbt, aufgeräumt und ausgemistet.

Der Kampf gegen "Corinna"

Die Herausforderung daran war es nicht, meine Faulheit zu überwinden, sondern die Trennungsangst meiner Kinder auszutricksen, die unter keinen Umständen auch nur den kleinsten Playmobilhelm hergeben würden. Ich konnte sie dann aber doch überzeugen, indem ich ihnen plausibel erklärt habe, dass es jetzt im Kampf gegen den „Corinnavirus“ ganz wichtig ist, viel Hände zu waschen, früh ins Bett zu gehen und altes Spielzeug auszumisten. Und so konnte ich mich in aller Ruhe ans Ausmisten machen. Zum Beispiel diese eine Sprechpuppe, die jedesmal völlig unerwartet „Hab mich lieb!“ ruft und dabei komisch schnauft, wenn man sie unabsichtlich berührt.

Schwert und Morgenstern

Jedesmal jagte sie mir einen Mörderschreck ein und lies sich nicht augenblicklich abdrehen, also musste man drauftreten und selbst dann quatschte sie weiter. Sie sagte immer den gleichen Satz: „Spielen mit Dir ist toll! Bis zum nächsten Mal!“ Radikal entsorgt wurde auch alles, was weh tut, wenn man barfüßig draufsteigt. Also Kleinkram aus Plastik, das nix kann außer krebserregend sein. Stichwort Happy Meal. Genauso aussortiert wurden Dinge, mit denen sich die Kinder unabsichtlich umbringen könnten, wenn man kurz nicht hinschaut. Also Schwerter, Schleudern und ein Morgenstern. Auch Stofftiere fielen meinem Radikalschlag zum Opfer. Kennt Ihr im Prater diese Glasautomaten die voll mit Kuscheltieren sind? In die man Geld reinschmeissen muss und sich dann ein Greifarm in Gang setzt, um so ein Kuscheltier zu packen? Wir wohnen in so einem Ding. Ich warte nur drauf, dass sich eines Tages unser Dach auftut und so ein Riesengreifarm von oben in unser Haus eindringt und versehentlich statt einem Kuscheltier einen von uns erwischt.

Alles hat eine gute Seite

Kurzum: Die häusliche Quarantäne hat auch seine guten Seiten und irgendwann einmal werden sich hoffentlich andere Kinder über Kuscheltiere, Sprechpuppen und anderen Kleinkram freuen.

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