Feuerwehr vs. Beruf: Wenn der Einsatz Chefsache wird

Die Freiwilligen Feuerwehren sind im Einsatz für unsere Sicherheit, was die Kameraden einen Urlaubstag kosten kann.
  • Die Freiwilligen Feuerwehren sind im Einsatz für unsere Sicherheit, was die Kameraden einen Urlaubstag kosten kann.
  • Foto: FF Maria Lanzendorf
  • hochgeladen von Markus Leshem

BEZIRK (les). Der heftige Wintereinbruch sorgte in einigen Teilen Österreichs für katastrophale Zustände und auch aus unserem Bezirk wurden Hilfskräfte angefordert. So rückten Feuerwehrleute der FF Kledering aus, um dabei zu helfen, die Schneemassen am Hochkar in den Griff zu kriegen.

Nicht selbstverständlich
Nun ist es aber so, dass Feuerwehrleute auch einer geregelten Arbeit nachgehen. Bekommen sie im Ernstfall frei oder müssen sie Urlaub nehmen? Wir haben dazu bei den beiden größten Arbeitgebern der Region nachgefragt. Peter Kleemann vom Flughafen Wien-Schwechat: "Der Flughafen Wien löst derartige Anforderungen individuell und im jeweiligen Anlassfall, das funktioniert in der Regel sehr gut. Automatische Dienstfreistellungen kann der Airport hier nicht bieten, aber bislang konnten immer Lösungen gefunden werden." Genauer formuliert es die PR-Abteilung der OMV: "Die OMV ist stolz auf den Beitrag, der durch ehrenamtliches Engagement von ihren Mitarbeitern geleistet wird. Im Fall von Katastropheneinsätzen werden Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren für einen Tag von der OMV bezahlt vom Dienst freigestellt. Für darüber hinausgehende Zeiten kann Urlaub beantragt werden."

Innerbetrieblich regeln
Kommandant Harald Bradengeyer von der FF Rannersdorf bremst die Euphorie: "Es wird immer schwieriger, dass die Feuerwehrleute vom Dienstgeber frei bekommen. Bei Mitarbeitern der Stadtgemeinde läuft es normalerweise gut, außer bei Schulungen, Fortbildungen, etc. Da müssen sie Urlaub nehmen. Wir haben auch Fälle, wo jemand den Arbeitsplatz zwar verlassen durfte, jedoch im Nachhinein Urlaub nehmen musste. Bei Privatunternehmen ist es noch schwieriger." Fritz Blasnek, Außenstellen-Obmann der Wirtschaftskammer, erklärt: "Bei uns im Bezirk funktioniert das derzeitige System hervorragend. Ich bin kein Freund von gesetzlichen Regelungen, die beide Seiten einengen und zu weiteren Belastungen für die Betriebe führen. Wir haben uns daher immer dafür stark gemacht, dass eine flexible innerbetriebliche Regelung zum Tragen kommt. Dienstfreistellungen sind keine Selbstverständlichkeit, sondern gelebte gesellschaftliche Verantwortung."

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