Gericht
Lebenslange Haftstrafe nach Hammermord in Ebergassing

Die Angeklagte leugnet die Tat, DNA-Spuren belasten sie schwer.
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  • Die Angeklagte leugnet die Tat, DNA-Spuren belasten sie schwer.
  • hochgeladen von Markus Leshem

Die Schwurgerichtsverhandlung über die Tötung einer 64-Pensionistin am 22. Jänner dieses Jahres ging am Dienstag zu Ende.

EBERGASSING/KORNEUBURG. Die 44-jährige Angeklagte, die bis zuletzt ihre Unschuld beteuert hatte, wurde von den Geschworenen des Mordes und des Raubes für schuldig erkannt: Sechs Geschworene beantworteten die diesbezüglichen Fragen mit „ja“, zwei mit „nein“. Anders als im amerikanischen Recht, das für eine Verurteilung die Einstimmigkeit der Geschworenen verlangt, gilt nach österreichischem Recht das Mehrheitsprinzip, demnach reicht es aus, wenn fünf Geschworene die Schuld bejahen.

Gerichtsmediziner bestätigt „Overkill“

Am letzten Prozesstag war der Gerichtsmediziner Wolfgang Denk am Wort: Er schilderte, dass die Tat mit zumindest zwanzig Schlägen mit einem Zimmermannshammer (an einem Ende mit gekrümmten Spitzen) gegen den Schädel der Frau ausgeführt worden sei. Eine exakte Anzahl könne er nicht nennen, weil ein Teil des Schädels völlig zertrümmert worden sei. Weitere Verletzungen fanden sich noch auf den Armen des Opfers, sie stammen offenbar von Abwehrbewegungen. Der Tod trat sofort durch ein massives Schädel-Hirn-Trauma ein. Einer derartigen Anzahl von Schlägen hätte es nicht bedurft, um die Frau zu töten, man könne daher von einem sogenannten „Overkill“ sprechen.

Die Schlussplädoyers beider Seiten

Staatsanwalt Peter Zimmermann wies auf die Geldnöte der Angeklagten hin, für ihn sei das Motiv des Mordes darin zu erblicken, dass die Angeklagte dringend Geld benötigte und nach der Tötung den Möbeltresor samt den enthaltenen 11.000 Euro mitnahm. Der Möbeltresor habe lediglich 7,5 Kilogramm gewogen und hätte daher auch von einer Frau transportiert werden können.  Verteidiger Wolfgang Blasitsch wies auf mehrere Ungereimtheiten hin, insbesondere darauf, dass der Tresor bis heute nicht aufgefunden worden sei und es auch keine Hinweise gäbe, dass die Angeklagte das angeblich erbeutete Geld für die Tilgung ihrer Schulden verwendet hätte, wozu sie zwischen der Tötung der Pensionistin und ihrer Verhaftung rund 14 Tage Zeit gehabt hätte.

Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Die Angeklagte selbst erklärte in ihrem Schlusswort: "Ich werde nichts zugegeben, Frau Richter, was ich nicht getan habe." Die verhängte lebenslange Freiheitsstrafe begründet die Vorsitzende mit einer massiven einschlägigen Vorstrafe (zwölf Jahre für schweren Raub), die Begehung der Tat während offener Probezeit (die Angeklagte war nach Verbüßung von zwei Dritteln bedingt entlassen worden), das Zusammentreffen von zwei Verbrechen und die besondere Brutalität bei der Tatausführung. Nach Verkündung des Urteils meldete Verteidiger Wolfgang Blasitsch Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

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