14.11.2016, 14:34 Uhr

Bei Herzinfarkt auf nach Wr. Neustadt?

Rettungsfahrten nach und von Baden bzw. Wiener Neustadt dauern künftig drei Mal so lang. Schwechat protestiert. (Foto: RK)

Unfallopfer nach Baden: Kritik an "langen Wegen" in Spitäler für Schwechater, Kliniken kontern.

Nach der FPÖ schlagen jetzt auch SPÖ und Grüne Alarm um die Gesundheitsversorgung im Raum Schwechat. Grund: Im bisher zuständigen Krankenhaus Mödling sollen Abteilungen geschlossen werden. Laut SP-Bürgermeisterin Karin Baier soll etwa die Chirurgie von Mödling nach Baden verlegt werden. „Es ist auch geplant, die Kardiologische Abteilung und die Herzkatheter-Abteilung von Mödling nach Wiener Neustadt zu verlegen und jene in Mödling zu schließen. Bei Herzinfarkten und Herzerkrankungen wird in Zukunft das Landeskrankenhaus Wiener Neustadt angefahren. Auch dies bedeutet eine zusätzliche Verschlechterung für Schwechater Patienten", lautet eine Befürchtung in einer schriftlichen Resolution der rot-grünen Stadtregierung.

Land dementiert Gerüchte

Die zuständige Landesklinikenholding reagiert in einer Stellungnahme verwundert auf die Resolution, da die Verantwortlichen derartige Pläne nicht kennen: „Dass die chirurgische Abteilung von Mödling nach Baden verlegt werden soll, entbehrt jeglicher Grundlage. Darüber hinaus wird auch in Zukunft die Kardiologie im Rahmen der internen Abteilung im LK Mödling die Versorgung in der Region sicherstellen. In Wiener Neustadt bleibt so wie bisher auch der Schwerpunkt auf Akutversorgung und Koronarangiographie. Die Akutversorgung von kardiologischen Fällen wird – so wie in den vergangenen Jahren – zwischen den 3 Spitälern in Mödling, Wiener Neustadt und Eisenstadt (Burgenland) sowie auch an allen anderen Kliniken der Thermenregion aufgeteilt. Das bedeutet, dass vom Notruf 144 jeweils das diensthabende Akut-Spital angefahren wird."

FPÖ zeigt sich "entsetzt"

FP-Stadtrat Helmut Jakl, der schon seit langem eine Kooperation mit Wien fordert, ist trotzdem entsetzt. Rettungskräfte würden unnötig lange Transportwege beklagen: "Da redet man von Globalisierung und zieht einen Gesundheitsgrenzzaun zwischen Wien und NÖ auf. Warum können Schwechater nicht in Wien behandelt werden?" Für Jakl ein gemeinsamer Spitalsverbund mit Wien dringend notwendig. Seitens der Landesklinik-Holding heißt es: "Es gibt im Rahmen der Gesundheits-Region Ost bereits einen entsprechenden Mitversorgungsauftrag. Die Rettung wird stets das nächstgelegene für die die Verletzung geeignete Spital anfahren – gleich ob das fragliche Spital nun in NÖ, Wien oder dem Burgenland liegt."
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Kurt Dvoran aus Schwechat | 14.11.2016 | 16:01   Melden
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