13.06.2018, 12:14 Uhr

Schlag gegen organisierten Menschenhandel: Weitere Opfer vermutet

(Foto: © LPD NÖ/E. KNABB)

Bedienstete des Landeskriminalamtes NÖ, Ermittlungsbereich Menschenhandel und Schlepperei, führten intensive Ermittlungstätigkeiten gegen eine seit mindestens Ende 2016 agierende kriminelle Vereinigung, welche junge Frauen in Venezuela und Kolumbien unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen rekrutiert und anschließend in Österreich der Prostitution zugeführt hat.

Am 7. Juni 2018 gelang es den Bediensteten des Landeskriminalamtes NÖ in Zusammenarbeit mit Ermittlern des Bundeskriminalamtes, Ermittlern der Spanischen Policia Nacional, dem spanischen Polizei-Attache, der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität, sowie des EKO Cobra DSE, 5 Beschuldigte festzunehmen und 15 Opfer zu befreien.

Fünf Hauptbeschuldigte in Haft, 15 Opfer befreit

Die Beschuldigten sollen bereits seit Ende des Jahres 2016 junge Frauen in Venezuela, vorwiegend in Diskotheken, aber auch über das Internet, rekrutiert haben, indem sie ihnen viel Geld und ein gutes Leben in Österreich versprchen. Per Flugzeug wurden die Opfer nach Österreich gebracht, wo sie in eigens angemieteten Wohnungen zur Prostitution gezwungen wurden. Das erwirtschaftete Geld mussten die nunge Frauen zur Gänze abliefern.


Flucht brachte Stein ins rollen

Im März 2018 gelang einem der Opfer die Flucht. Die Frau erstattete Anzeige bei der Polizei. Durch die sofort aufgenommenen Ermittlungen durch das Landeskriminalamt NÖ in Zusammenarbeit mit Beamten des Bundeskriminalamtes, gelang es, die Beschuldigten namentlich auszuforschen und die Standorte der angemieteten Wohnungen festzustellen.
Fünf Hauptbeschuldigten wurden an ihren Wohnadressen im Bezirk Mödling durch das Einsatzkommando Cobra festgenommen. Außerdem konnten an verschiedenen Adressen in Wien und NÖ  insgesamt 13 Opfer, welche aus Venezuela und Kolumbien stammen, befreit werden. Bei den Hausdurchsuchungen  wurde ein mittlerer fünfstelliger Eurobetrag, sowie hohe Geldbeträge in Fremdwährungen und eine geringe Menge an Suchtgift sichergestellt.

Zwei Polizeibeamte der spanischen Zentralstelle für Menschenhandel aus Madrid sowie der Attachéder Abteilung Internationale Koordinierung der spanischen Policia Nacional in Österreich waren an der Amtshandlung beteiligt. Diese bilaterale Zusammenarbeit war maßgeblich für die erfolgreiche Umsetzung.


Am Flughafen Schwechat abgefangen

Noch während der Einsätze, konnten zwei neue Opfer aus Kolumbien bei der Ankunft am Flughafen Wien Schwechat angekommen waren, in Sicherheit gebracht werden. Bei den Beschuldigten, zwei Frauen und drei Männer im Alter von 21 bis 33 Jahren, handelt es sich um venezolanische Staatsbürger mit teilweise doppelter, auch spanischer Staatsbürgerschaft. Sie sind teilweise geständig und wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in die Justizanstalt Wien- Josefstadt eingeliefert. Die Opfer sind aktuell in Sicherheit und werden betreut.


Aufgrund der bisherigen Ermittlungen kann davon ausgegangen werden, dass es noch weitere Opfer gibt. Diese werden gebeten, sich an das Landeskriminalamt Niederösterreich, Ermittlungsbereich Menschenhandel und Schlepperei, Telefonnummer 059133-303333, zu wenden.
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