21.10.2017, 10:36 Uhr

Rechnungshof zerpflückt Stadt erneut wegen Multiversum

Erneut im Schussfeld des Rechnungshofes: die Schulden nach dem Multiversum-Skandal (Foto: Multiversum)

Schwechat: Zu wenig Einsparungen im Stadtbetrieb, FP für rasche Umsetzung, SP wehrt sich

Keine Ende der Causa Multiversum: Der Rechnungshof wirft der Stadt in einem Bericht vor, angesichts der schwierigen budgetären Lage durch die damals dubiosen Machenschaften rund um die Halle viel zu wenig zu gegenzusteuern. Nicht nur die Baukostenüberschreitung unter Skandal-Ex-Bürgermeister Hannes Fazekas (SP) von 37 auf 50 Millionen Euro wurden in dem Bericht neuerlich angeprangert.
Auch die Maßnahmen zur Senkung seitens der Gemeinde werden scharf kritisiert. So wurde die Stadt aufgefordert, alle 33 Referate aufzulassen, weil diese samt Leitungspositionen die Bewertung der Stadt erhöhen,  aber die Funktion der Referate mangels Personal gar nicht ausgeübt werden können. Von den 33 Referaten sein nur drei aufgelöst worden. Es gebe auch keine Geschäftseinteilung wie es sonst üblich sei.
Von insgesamt 30 überprüften Empfehlungen hat die Stadt laut Bericht bisher 19, manche nur zum Teil, umgesetzt 


FP fordert rasche Umsetzung


FP-Stadtrat Helmut Jakl sieht raschen Handlungsbedarf: "Auch wenn die verantwortlichen SP-Politiker noch nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, sollten die Empfehlungen des Rechnungshofes im Sinne des Ansehens der Stadt rasch umgesetzt werden. Jakl stößt diesbezüglich nach, dass die Schwechater SP parallel zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Ex-Stadtchef Fazekas und seinem Dunstkreis endlich auch einen hygienepolitischen Schlussstrich machen und parteiinterne Konsequenzen ziehen.
Die jetzige Schwechater SP-Bürgermeisterin Karin Baier sieht den Rechnungshof als nicht ganz aktuell: "Einige Punkte, die der Rechnungshof aktuell noch als offen bezeichnet, haben wir in der Stadtgemeinde in der Zwischenzeit bereits umgesetzt."
Während die Stadt noch immer nach einem Käufer für die große Halle sucht, konnte sie bei im Multiversum ebenfalls integrierten skandalumwitterten Schlager-Tischtennis-Akademie eine Wende schaffen. Dort wurde mit dem Trampolin-Fun-Center "Fliplab" ein seriöser und zukunftsverbrechender Mieter gefunden. Der "Spar" sorgt ebenfalls zu Fixeinnahmen im Multiversum.
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