21.10.2014, 17:30 Uhr

Fische aus unseren Gewässern. der Karpfen (Cyprinus carpio)

Der Karpfen ist wohl einer der bekanntesten Fischarten. Er ist seit Jahrhunderten ein beliebter Speisefisch. Die Geschichte dieses Fisches geht bis in die Römerzeit zurück, er wurde von diesen aus Asien eingeführt. Karpfen wurden von Mönchen und Nonnen in den verschiedenen Gewässern (Klosterteichen, Tümpeln usw.) gezielt gezüchtet, um ihre Ernährung während der Fastenzeit abwechslungsreicher zu gestalten.
Spuren dieser Teichanlagen sind bis heute noch in der europäischen Landschaft zu sehen.
Die 400 Quadratkilometer große Teichanlage rund um das böhmische „Trebon“ dient bis heute noch der Karpfenzucht.

Das Schuppenkleid des Karpfen leuchtet golden mit einem kupferfarbigen Schimmer.
Auf seiner Oberlippe befinden sich vier fleischige Bartfäden, die als Tastorgane bei der Nahrungsaufnahme eingesetzt werden. Karauschen z. B. haben keine Bartfäden, ein sehr gutes Unterscheidungsmerkmal bei Jungtieren.
Die Fische werden bis zu einem Meter groß, in Ausnahmefällen sogar etwas größer. Ihr Gewicht kann weit über 30kg liegen. Der Weltrekord für Spiegelkarpfen wurde im Jahr 2012 am Euro Aqua See in Ungarn aufgestellt. Er liegt bei 46,10kg bei einer Länge von 113 Zentimetern. Der neue Weltrekordschuppenkarpfen mit einem Gewicht von 45,50kg wurde 2013 im Französischen „ Etang de Saussaie „ gefangen.
Die Weibchen bezeichnet man als Rogner (Eier), die Männchen als Milchner (Samen).
Zur Paarung treffen sich die Fische in flachen, wärmeren und pflanzenreichen Gewässerbereichen.
Je nach Größe legt ein Weibchen 50 000 bis zu 1,5 Millionen Eier ab, von denen aber nur wenige Tiere so groß wie die Elterntiere werden. Die Laichzeit beginnt je nach Wassertemperatur und Witterung im Mai und kann bis in den Juni dauern.
Die Entwicklungszeit der Eier beträgt bei einer optimalen Wassertemperatur von 18°C ca. 4 Tage.
Bei kälterem Wasser etwas länger, so wie umgekehrt bei wärmeren etwas kürzer.

Die Wildform des Karpfens ist lang gestreckt und seitlich wenig abgeflacht, also etwas walzenförmiger als Zuchtkarpfen und immer mit vollständig beschupptem Körper.

Zuchtformen:
Schuppenkarpfen sind meist gedrungener, etwas hochrückiger und haben noch ein vollständig erhaltenes Schuppenkleid.
Zeilkarpfen weisen weniger Schuppen auf, es ist aber eine Reihe großer Schuppen entlang der Seitenlinie erhalten.
Spiegelkarpfen weisen nur noch wenige, unregelmäßig verteilte Schuppen an den sonst schuppenlosen Seiten auf.
Leder- oder Nacktkarpfen sind schuppenlos.

Da ich kein Karpfenangler bin, kann ich nur einige oberflächliche Angaben dazu machen.
Das Karpfenangeln hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Zweig der Angelfischerei entwickelt, dem viele, vor allem jüngere Angler, nachgehen. In der Karpfenangelei ist es in Österreich verbreitet,
großer Fische wieder zurück zu setzen.
Ich als Fliegenfischer finde dies gut, da es ja an den verschiedenen Forellengewässern immer wieder „Catch and Release“ ( also fangen und zurücksetzen ) Reviere gibt.
Zum Großteil wird in der heutigen Zeit mit Schonhaken gefischt,
daher werden die Fische kaum verletzt.
Gerade beim Karpfen der sehr robust ist und viel aushält, ist ein
Zurücksetzen durchaus vertretbar.
Natürlich habe ich bei meiner langjährigen Fischerei einiges an Karpfen gefangen, auch mit der Fliegenrute hatte ich Erfolge beim Karpfenfischen. Da wir aber keine Karpfen als Speisefische verwenden wurden diese Fische
ausnahmslos zurückgesetzt.
Petri Heil Rudolf Thurner
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