Krisenpflegemutter
Auf diese Mama ist immer Verlass

"Mein Job ist es, diese Kinder als Gast aufzufangen und zu betreuen", erzählt Krisenpflegemutter Petra Jansel.
2Bilder
  • "Mein Job ist es, diese Kinder als Gast aufzufangen und zu betreuen", erzählt Krisenpflegemutter Petra Jansel.
  • Foto: Symbolbild Pixabay/thedanw
  • hochgeladen von Sophie Brandl

Alles für die Kinder: Krisenpflegemutter Petra Jansel über Glück, Trennungsschmerz und Zusammenhalt.

SIMMERING. Momente der Stille gibt es im Leben von Petra Jansel kaum. Die Vierfach-Mutter ist nämlich beruflich auch noch "Mama auf Zeit". Als Krisenpflegemutter nimmt sie Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren auf, die von der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) aus schwierigen familiären Situationen genommen werden.

Sie bleiben so lange bei Jansel, bis eine dauerhafte Lösung gefunden wurde oder eine Rückkehr in die Familie möglich ist. Als Vorbild macht sie anderen Frauen Mut, auch den Schritt zu wagen: "Wer Kinder liebt und sich das zutraut, ist an der richtigen Stelle. Denn die Liebe, die zurückkommt, überwiegt den Arbeitsaufwand bei Weitem."

Der schwere Abschied

Über die Umstände, warum ein Kind zu ihr kommt, weiß die 48-Jährige wenig bis gar nichts. Das ist für sie nicht relevant. "Ich urteile auch nicht über die leiblichen Eltern", sagt sie. Wichtig sei lediglich, dass sich das Kind bei ihr wohlfühlt. Sie kümmert sich einige Wochen bis Monate um die Kleinen. Aktuell lebt ein kleines Baby bei ihr. Wird ein Platz gefunden, wird er von Familie Jansel gebührend verabschiedet. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

"Wir sind eine komische Spezies", schmunzelt sie. "In dem Moment, wo die Kinder bei uns sind, sind sie unsere und wir würden töten für sie. Wenn sie wegkommen, tut es weh. Aber kurz darauf bereitet man sich schon auf das nächste vor. Die schönsten Momente sind ja, wenn man sieht, dass sie glücklich sind." Als Übergangsbetreuerin ist für Jansel klar, dass sie die Kinder nicht ewig behalten kann. "Ich kann nicht die ganze Welt retten und alle aufnehmen. Aber ich kann da sein, wenn akut Hilfe benötigt wird", meint Jansel.

"Ich tue es für die Kinder"

Der Kontakt bleibt grundsätzlich nicht bestehen. Dennoch gibt es Kinder, die die Krisenpflegemama – in Absprache mit den Pflegeeltern – besuchen. "Dann wissen sie, es gibt mich noch, aber ich bin eben nicht mehr Familienmitglied. Wir sind ein Teil der Geschichte dieser Kinder."

Seit sechs Jahren – mit einer Pause – ist Jansel in ihrem Job tätig, betreut das 20. Gastkind. Wer mit dem Gedanken spielt, selbst als Krisenpflegemama oder -papa tätig zu werden, kann sich bei der Stadt Wien auf www.wien.gv.at informieren. Dann sind Kurse zu absolvieren und die private Situation wird überprüft. "Das Jugendamt hat mit meinen Kindern gesprochen. Es ist wichtig, dass die Situation für alle in Ordnung ist", so die Simmeringerin.

Bei Familie Jansel klappt das sehr gut. "Mein Jüngster ist sieben Jahre alt und profitiert sehr davon", erzählt sie. "Er sieht, dass es Kinder gibt, die nicht in funktionierenden Familien aufwachsen. Er ist sehr sozial geworden." Ihren Job empfiehlt Jansel nur jenen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben, "sonst zerbricht man", weiß sie. Krisenpflegemütter erhalten eine monatliche Aufwandsentschädigung. Leben kann man davon schwer. Doch eines ist für Jansel klar: "Ich tue es für die Kinder."

"Mein Job ist es, diese Kinder als Gast aufzufangen und zu betreuen", erzählt Krisenpflegemutter Petra Jansel.

Newsletter Anmeldung!

Du willst Infos, Veranstaltungen und Gewinnspiele aus deiner Umgebung?

Dann melde dich jetzt für den kostenlosen Newsletter aus deiner Region an!

ANMELDEN

Newsletter Anmeldung!


Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Aktuell

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!




Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen