Gemeindebau
Kritik an Wiener Wohnen nach Wasserschaden

Erika Fritsch kümmert sich um ihre Mutter Gertraud Alvanos, die seit 1956 in ihrer Wohnung in Simmering lebt.
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  • Erika Fritsch kümmert sich um ihre Mutter Gertraud Alvanos, die seit 1956 in ihrer Wohnung in Simmering lebt.
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Halbherziges Ausmalen im Gemeindebau? Nach einem Wasserschaden klagt eine Bewohnerin an.

SIMMERING. Obwohl Gertraud Alvanos in Oberösterreich geboren wurde, könnte man sie mittlerweile schon als waschechte Simmeringerin bezeichnen. 1956 zog sie damals in den elften Bezirk – genauer gesagt, in den Gemeindebau auf der Simmeringer Hauptstraße 60-64.
"Ich war die Zweite, die in das neu gebaute Haus eingezogen ist", erinnert sie sich. "Und ich hab immer gern in Simmering gewohnt". Die 90-Jährige wohnt alleine, ihre Tochter Erika Fritsch, eines von insgesamt neun Kindern, kümmert sich liebevoll um sie. Seit Ende 2019 gibt es jedoch einen kleinen Wermutstropfen in der Wohnung. "Wir hatten einen Wasserschaden", erzählt Fritsch. "Vom Dachboden kam das Wasser herunter – eine Rinne war verstopft."

"Stellen müssen zuerst trocknen"

Die Feuerwehr kam rasch und verhinderte das Schlimmste, kurz darauf wurde auch Wiener Wohnen verständigt. "Sie waren schnell da, das muss man sagen", so Fritsch weiter. Drei Räume waren vom Wasserschaden betroffen. Doch ausgemalt wurden lediglich einzelne Flecken, die direkt vom Wasser beschädigt wurden. "Ich habe sie gebeten, wenigstens die komplette Decke auszumalen, aber es hieß nur 'Das kommt nicht in Frage'", sagt Fritsch. Sie rief sie bei der Gemeinde an, wo man ihr abermals erklärte, dass das komplette Ausmalen der Flächen eben nicht üblich sei. "Der Höhepunkt war, dass sie meiner 90-jährigen Mutter, die mit einem Rollator unterwegs ist, vor dem Ausmalen erklärten, sie müsse die Möbel selbst wegschieben", erinnert sich die Tochter. "Es sieht furchtbar aus", sagt sie, doch eines liegt ihr noch mehr am Herzen: "Ich weiß ja nicht, ob da drunter Schimmel ist, in einem Raum haben wir eine Holzdecke."

Auf Nachfrage bei Wiener Wohnen heißt es: "Ausbesserungsarbeiten nach einem Wasserschaden können erst stattfinden, wenn die betroffenen Stellen zuvor getrocknet wurden. Es ist von der Art und Größe des Schadens abhängig, ob die Trocknung durch die Wärme der Raumluft ausreichend ist oder Trocknungsgeräte benötigt werden. Im Vorhinein finden Feuchtigkeitsmessungen statt." Markus Leitgeb, Sprecher von Wiener Wohnen, bot Fritsch und Alvanos außerdem an, dass ein Techniker noch einmal die Malerarbeiten begutachten und gegebenenfalls ergänzen wird. "Meine Kollegen haben dazu eine umfangreiche Fotodokumentation der damals ausführenden Malerfirma angefordert", versichert er.

Erika Fritsch kümmert sich um ihre Mutter Gertraud Alvanos, die seit 1956 in ihrer Wohnung in Simmering lebt.
Autor:

Yvonne Brandstetter aus Penzing

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