25.06.2017, 00:00 Uhr

Alberner Hafen - vom Umschlagplatz zum Kultur Hotspot

Selbst eine Hafenkneipe gibt's am Alberner Hafen.

Der Donau-Hafen in Simmering ist Teil des Hafen Wien und einer der wichtigsten Getreide-Umschlageplätze im Osten Österreichs. Hier werden Baustoffe, landwirtschaftliche Produkte und Stahlerzeugnisse umgeschlagen.

SIMMERING. Albern war nicht immer Teil von Simmering. Erst im Jahr 1938 ist die vormals eigenständige niederösterreichische Gemeinde nach Wien eingegliedert worden. Der Simmeringer Bezirksteil liegt am südlichen Donauufer.

Nach dem Anschluss Österreichs errichteten zwischen 1939 bis 1942 Zwangsarbeiter des Dritten Reichs einen großen Getreidehafen. Über diesen sollte Getreide aus Ost- und Südeuropa nach Deutschland transportiert werden. Das erste Schleppschiff fuhr im Oktober 1941 in das fertiggestellte Hafenbecken ein.

Auf dem Gelände befinden sich fünf große Getreidespeicher. Am Stromkilometer 1918,3 werden landwirtschaftliche Produkte, aber auch Baustoffe und Stahlerzeugnisse umgeschlagen.

Die Kapazität der Getreidespeicher beläuft sich auf insgesamt 90.000 Tonnen. Ebenfalls am Hafen Albern angesiedelt ist das für high & heavy Lasten bis zu 450 Tonnen Schwergutzentrum. Der Hafen zählt zu den wichtigsten Standorten für den Umschlag von Getreide im Osten des Landes.

Friedhof der Namenlosen

Direkt neben dem Industriegebiet befindet sich der kleine Friedhof der Namenlosen. Hier ruhen an die 478 Menschen, die in den Jahren 1840 bis 1940 ihren Tod in der Donau gefunden haben.

Ein Strudel im Fluss ließ die Wasserleichen hier an die Oberfläche kommen. Und so hat man die Opfer an Ort und Stelle begraben. Mittlerweile fand eine Regulierung statt und es werden im Alberner Hafen keine Wasserleichen mehr angeschwemmt.

Unter Denkmalschutz

Von vielen der Toten weiß man nicht den Namen, daher auch die Bezeichnung Friedhof der Namenlosen. Bei manchen konnte die Identität im Nachhinein geklärt werden. Auf den schlichten Eisenkreuzen sind Tafeln angebracht, auf denen "Namenlos" oder "Unbekannt" zu lesen ist. Trotzdem kommen immer wieder Besucher, die Blumen oder Kränze auf die Gräber legen. Auch Spielzeug ist zu finden, auf den Gräbern von Kindern.

Mittlerweile ist der Friedhof als Denkmal anerkannt und wird von der Kulturabteilung der Stadt Wien betreut. Auch eine kleine Kapelle befindet sich vor Ort - die Einsegnungskapelle.

Der Friedhof trennt den Alberner Hafen vom Auwald. Auch Wiesen gibt es hier, an deren Rand zur Donau hin viele kleine Fischerhütten entstanden sind.

Rock und Pop am Hafen

Aber nicht nur für die Industrie und die letzte Ruhestätte ist der Alberner Hafen bekannt. Hier findet seit 2006 jährlich das Hafen Open Air statt, nachdem einge Wiener Bands, die seit Jahren Proberäume am Gelände des Alberner Hafens nutzten, beschlossden, hier eine Bühne zu bauen und für ihre Freunde ein Open Air Konzert zu geben.

Unter dem Motto "Heraus aus dem Proberaum, hinauf auf die Bühne" beschritten die Musiker neue Wege, um Musikliebhabern die Vielfalt österreichischer Künstler näher zu bringen sowie junge Musiker und etablierte Stars zusammenzuführen. Und so treten hier bereits Wolfgang Ambros, EAV, Opus, Reinhard Bilgeri, Wilfried, Boris Bukowski, Andi Baum & Mo, Ulli Bäer, Alkbottle und viele mehr auf.

In diesem Jahr findet das Musik-Festival am 19. und 20. August 2017 statt. Auch Wolfgang Ambros steht heuer wieder auf der Bühne, mit Künstlern wie Gipsy Kings, Lichtwärts & Ulli Bär sowie Birgit Denk.

Ein Shuttlebus bringt die Gäste von der U3-Station Simmering zur Bühne und wieder zurück. Das Tagesticket kostet fünf Euro.

Infos finden Sie hier.
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