14.09.2014, 09:13 Uhr

"Dieser Weg war der Richtige für mich"

In Simmering ist die goldene Jubilarin, Schwester Annemarie Holzer SSM vielen Menschen bekannt, hat sie doch seit 1972 im ordenseigenen Kindergarten im 11. Wiener Gemeindebezirk gearbeitet. So kennt sie viele der Kinder, die inzwischen erwachsen geworden sind und selber eigene Kinder haben.

Am 21. September 2014 feiert Schwester Annemarie Holzer SSM, um 11.00 Uhr in St. Laurenz, ihr goldenes Professjubiläum und dankt für 50 Jahre glückliches und zufriedenes Ordensleben. Bei einem solchen Jubiläum fragen viele, "Warum bist du ins Kloster gegangen?" Und Schwester Annemarie beantwortet diese Frage: "Ich war 14 Jahre alt. Damals hatte ich keinen tieferen Grund für mich gesehen, außer, dass mich die Ordensschwestern, die bei uns im Dorf waren, fasziniert haben. Der Wunsch in mir war sehr intensiv, das kann ich mich heute noch erinnern." Schwierig war die Herausforderung ihrem Wunsch zu folgen, denn die Mutter wollte sie nicht ins Kloster eintreten lassen. "Sie hätte mich gebraucht, da ich noch drei jüngere Geschwister habe", schildert sie heute. Und der Vater, so erinnert sich die Klosterfrau, habe sie ziehen lassen, "denn mich würden sie nach 14 Tagen eh wieder nach Hause schicken, denn, so wie ich bin, können sie mich im Kloster nicht brauchen."
Doch Schwester Annemarie wurde nicht zurückgeschickt, sondern in den verschiedensten Funktionen dringend gebraucht. Die Wahl zu den Schwestern der Schmerzhaften Mutter zu gehen, war nicht schwer, denn "die SSM Schwestern waren uns Menschen sehr nahe, besonders eine Schwester hat mit uns damaligen Kindern, verschiedene Gruppenstunden gehalten und Theater gespielt. Es zog mich an, in mir spürte ich länger den Wunsch, auch so zu sein." Heute, 54 Jahre nach der Entscheidung in den Orden einzutreten, "bin ich immer noch davon überzeugt, dass dieser Weg für mich der richtige war und ist", betont sie mit zufriedenem Lächeln.
Oft wurde und wird sie gefragt, ob es immer noch so schön für sie sei, im Orden zu leben. Die Antwort von Schwester Annemarie ist einfach: "Ich kann es nicht mit Worten ausdrücken. Ich weiß nicht, wie man Glück und Freude auf 'Papier' ausdrückt. Es ist ein innerer Halt, den ich nicht beschreiben kann, ein Weg, den ich gehe und von dem ich nicht immer weiß, wohin er geht." Aber das Vertrauen auf Gott lasse sie auch scheinbar unmögliche Wege gehen.

Schule und viel Weiterbildung

In ihrem Orden wurde Schwester Annemarie Holzer, geboren am 13. Jänner 1946 in Schalladorf, nach ihrer achtjährigen Volksschulzeit, im Jahr 1960 aufgenommen. Nach der Ordensausbildung war sie in verschiedenen Bereichen in den Lokalgemeinschaften der Kongregation im Einsatz und machte schließlich den Lehrgang für Kindergärtnerinnen in Laxenburg. Viele verschiedene Zusatzausbildungen wie „Einkehrtage leiten“ und Jugendpastoral sollten in ihrem Leben noch folgen.
Eine künstlerische Sache ist in Simmering mit dem Namen Schwester Annemarie eng verbunden: Sie ist Kursleiterin für Biblische Erzählfiguren nach Doris Egli. So entstanden unter ihrer Verantwortung hunderte biblische Erzählfiguren, die in St. Josef immer wieder zum Einsatz kommen oder auch in der Fastenzeit 2014 in St. Laurenz die Evangelien lebendig werden lassen. Im Juni 2014 gab es auch eine Ausstellung dieser Erzählfiguren im Simmeringer Kloster: Biblische Propheten als Visionäre, Wegweiser und zugleich Gestalter der Zukunft.
Beruflich war Schwester Annemarie von 1967 bis 2002 im Kindergarten tätig und auch ihre Ordensgemeinschaft erkannte ihre Fähigkeiten und wählte sie 1981 für zwei Perioden zur Provinzrätin in der Provinz Österreich, 1990 und 1998 zur Provinzrätin der Europäischen Provinz. Darüber hinaus war sie von 2002 – 2011 Regionaloberin der Region Österreich
Heute ist Schwester Annemarie im Kloster in Simmering aktiv und arbeitet im Informationszentrum "Quo vadis", Stephansplatz 6, mit.
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