05.02.2018, 09:37 Uhr

Musik in den Straßen Wiens - Das "Open Piano for Refugees" tourt durch die Stadt

Das "Open Piano for Refugees" darf jeder bespielen. Im Juni tourt der Verein durch die Stadt. (Foto: Open Piano for Refugees)

In jedem Bezirk finden im Juni an öffentlichen Plätzen Klavierkonzerte mit österreichischen und ausländischen Musikern statt. Geflüchtete, Einkommensschwache, Österreicher - alle sind willkommen. Für das große Integrationsprojekt sammelt der Verein "Open Piano for Refugees" nun Spenden.

WIEN. "Musik verbindet und macht glücklich": Unter diesem Motto haben ein paar engagierte Menschen ein Projekt auf die Beine gestellt, das in Wien einzigartig ist. "Open Piano for Refugees" bietet frei zugängliche Klaviere im öffentlichen Raum. An diesen Flügeln darf jeder spielen und jeder ist willkommen, eine kurze Pause vom Alltagsstress einzulegen und zuzuhören.

Darüber hinaus organisiert der Verein auf öffentlichen Plätzen in allen Wiener Bezirken Klavierkonzerte mit geflüchteten und österreichischen Musikern und Musikerinnen, um ein gegenseitiges Kennenlernen zu fördern und so Kooperationen entstehen zu lassen. Vor zwei Jahren wurde das Projekt gestartet. Mittlerweile wird es so gut angenommen, dass das offene Piano nun im Rahmen des "Festivals der Bezirke" im Juni an 23 Tagen in allen 23 Wiener Bezirken stehen wird. An jedem Tag ist ein anderer Bezirk dran. Der Einfachheit halber startet das Open Piano am 1. Juni im 1. Bezirk, wandert dann am 2. Juni in den 2. Bezirk, von dort – einen Tag später, also am 3. Juni – in den 3. Bezirk und zuletzt, am 23. Juni, in den 23. Bezirk. An jedem dieser Tage kann jeder, der Lust darauf hat, sich in der Öffentlichkeit an einem Flügel zu probieren, das auch tun. Und jeden Abend wird es gemeinsam mit einer Band ein richtig großes Konzert geben.

Zahl so viel du kannst

Und nun, weil die Nachfrage so groß ist, hat der Verein sogar ein eigenes Musikinstitut (DoReMi) am Neubau gegründet. Geflüchtete und Benachteiligte sind hier nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer orientalischer Instrumente. Und jeder bezahlt so viel, wie er eben kann. Wer mehr hat, kann auch mehr geben, so das Motto. Und wer zu wenig hat, wird von anderen unterstützt. Das Institut steht noch in den Startlöchern. Im ersten Semester sollen bereits 60 Schüler unterrichtet werden. Neben Klavierunterricht wird das Institut auch Unterricht an eher unbekannten Instrumenten anbieten: Tabla, Saz oder Oud sind Percussion- oder Saiteninstrumente aus dem orientalischen Raum.

Spenden dringend gesucht

Um dieses vielseitige Programm realisieren zu können, sind die Veranstalter allerdings auf Spenden angewiesen. Bis 15. Februar läuft eine Crowdfunding-Kampagne, über die man für die Sommerkonzerte und das Musikinstitut spenden kann. Das Finanzierungsziel von 5.000 Euro muss bis dahin erreicht werden, damit aus all den Plänen Wirklichkeit werden kann. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten, den Verein "Open Piano for Refugees" zu unterstützen, etwa über Musikpatenschaften. So kann der Musikunterricht für eine einkommensschwache Person finanziert werden. Wer selbst aktiv werden möchte und musikalisch ist, kann auch als ehrenamtlicher Betreuer im Musikinstitut DoReMi mitarbeiten.
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