Architekturstudierende beleben Spittal

Schaukeln unter dem Torbogen
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Spittal/Drau. Der Studiengang Architektur der Fachhochschule Kärnten widmete sich unter dem Titel "allespittal" während des Sommersemesters der Campus-Stadt Spittal an der Drau. Im Rahmen dessen wurde ein ganzheitliches Konzept für die künftige Stadtentwicklung entworfen. Mit verschiedenen Aktionen wurde während des Semesters zudem die Stadt belebt, auf ihre Vorzüge aufmerksam gemacht und gestalterische Möglichkeiten aufgezeigt. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung am 30. Juni wurde der Hauptplatz zum Wohnzimmer gemacht.

Rund 1000 Besucherinnen und Besucher nahmen an der „größten Frühstückstafel, die Spittal je gesehen hat“, am vergangenen Freitag Platz. In leerstehenden Geschäften am Hauptplatz präsentierten Studierende des Studiengangs Architektur, der in Spittal an der Drau angesiedelt ist, architektonische, städtebauliche und landschaftsplanerische Entwürfe, die im Rahmen des Semesterprojekts in Kooperation mit der Technischen Universität Wien entstanden sind.

An die 700 Schülerinnen und Schüler der Spittaler Schulen sorgten mit Musik, Tanz und Kunst für Unterhaltung. „Die hohe Besucherzahl zeigt, dass unsere Idee, Spittal an der Drau zu beleben, autofrei zu machen und auf ihre Vorzüge hinzuweisen von den Bewohnern sehr gut angenommen wird,“ zeigt sich Elisabeth Leitner, Leiterin des Studiengangs Architektur an der Fachhochschule Kärnten, erfreut über die gelungene Abschlussveranstaltung.

Kernthemen identifiziert

Die Region Oberkärnten ist trotz ihrer kulturellen und landschaftlichen Annehmlichkeiten von Abwanderung betroffen: „Die Bezirksstadt Spittal an der Drau ist zwar noch weniger stark davon betroffen aber die Region gehört zu den am stärksten schrumpfenden Österreichs. Die Bezirksstadt ist historisch bedeutsam, sie wurde jedoch leider sehr stark dem Auto angepasst und ist damit zu einem verwechselbaren Etwas geworden,“ erklärt Elisabeth Leitner die Ausgangslage.

100 Köpfe rauchten

Im Semesterprojekt „AlleSpittal“ setzten sich rund 100 Studierende und Lehrende nun intensiv mit der Bezirkshauptstadt auseinander. Ziel des Semesterprojekts war es, die Stadt zu beleben, autofrei zu machen und Leerstände zu füllen. „Als Hochschule und als Architekten sehen wir uns dazu verpflichtet, unseren Beitrag dazu zu leisten, die Stadt in der wir studieren, leben und arbeiten als lebenswerten Ort zu erhalten und weiterzuentwickeln,“ erklärt Elisabeth Leitner und sagt weiter: „In unseren Studiengängen leben wir den starken Praxisbezug. Im Rahmen des Projekts hatten die Studierenden die Möglichkeit wertvolle Erfahrung in den Themen Architektur und Stadtplanung, Bürgerbeteiligung und Zwischennutzung zu sammeln.“

Dabei wurde diskutiert auf welche Stärken man setzen sollte, recherchiert welche Orte mit ähnlichen Schicksalen nach Lösungen gesucht und diese gefunden haben und in Form von Impulsvorträgen verschiedene Inputs reflektiert. Miteinbezogen wurden auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Spittal, Gespräche und Diskurse geführt und Feedback aufgearbeitet.

Anstoß für ganzheitliche Stadtentwicklung

Die im Rahmen des Projekts ausgearbeiteten Vorschläge und Ideen dienen nun als Grundlage für die zukünftige stadtplanerische Gestaltung. „Mit vereinten Kräften wird es gelingen den Donut-Effekt in der Bezirksstadt Spittal umzukehren und daraus einen Krapfen-Effekt zu generieren“, erklärt Elias Molitschnig, Lehrender im Studiengang Architektur sehr anschaulich. „Das Loch in der Mitte muss der leckeren Marmelade weichen, die Innenstadt muss wieder brodeln und Lust auf ein Leben in Spittal, insbesondere bei jungen Erwachsenen wecken“, fasst er die Zukunftsvision zusammen.

So sollen vorhandene Pläne für die Lieserpromenade wieder aufgegriffen und die landschaftlichen Vorzüge, wie Flüsse, Berge, Seen, die innerhalb kurzer Distanzen zu erreichen sind, berücksichtigt werden. Ein anderer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau des Radwegenetzes in und um Spittal an der Drau. Dadurch soll die Region auch für Touristen weiterhin ein attraktives Ausflugsziel bleiben.

Rückfragen

Dipl.-Ing. Dr. techn. Elisabeth Leitner, MBA
Studiengangsleitung Architektur
+43 (0)5 90500-5113
e.leitner@fh-kaernten.at
www.fh-kaernten.at
www.allespittal.at
Fotos Sepiafilm / Wilpernig Manuela und E. Angermann

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