Anrainer in Lendorf wollen nicht 20 Asylwerber

In diese Pension im Ortsteil St. Peter in Holz sollen 20 Asylwerber kommen
4Bilder
  • In diese Pension im Ortsteil St. Peter in Holz sollen 20 Asylwerber kommen
  • Foto: KK
  • hochgeladen von Natalie Schönegger

LENDORF (schön). Am vergangenen Dienstag kam Landeshauptmann und Flüchtlingsrefent Peter Kaiser nach Lendorf, um mit den Anrainern über das im Ortsteil St. Peter in Holz (Gemeinde Lendorf) geplante Asylheim zu diskutieren. Der Lendorfer Bürgermeister Gottfried Willegger eröffnete die Diskussion mit den Worten "Wir hoffen, heute das Problen in eine Richtung zu bringen, sodass alle damit leben können."

Anrainer sind verärgert

Nach nur kurzer Zeit zeigte sich, dass viele Anrainer mit der Entscheidung, 20 Asylwerber in den 35-Personen-Ortsteil St. Peter in Holz zu bringen, ganz und gar nicht leben können. "Ich bin unter Tags sowie abends alleine zu Hause und habe Angst", sagt eine Anrainerin und bricht in Tränen aus.
"Je offener man versucht, mit der Situation umzugehen, desto einfacher wird es", entgegnete Landeshauptmann Peter Kaiser, der seit 28. März auch Flüchtlingsreferent ist. Um Eskalationen zu vermeiden, wolle er mit nach Lendorf kommen, wenn die ersten Asylwerber im Ortsteil St. Peter in Holz ankommen, was im Laufe des Novembers der Fall sein wird. "Wenn wir unsere Quote nicht erfüllen, entstehen in Kärnten bald Massenquartiere", ist sich Kaiser sicher. Für die Anrainer stelle das Asylheim mit 20 Asylwerbern in einem 23-Personen-Ortsteil bereits ein Massenquartier dar. Kaiser betont zwar, er werde alles dafür tun, vorwiegend Familien und Kinder nach Lendorf zu bringen, doch die Anrainer fühlen sich dennoch übergangen. "Die Belange der Einheimischen werden nicht berücksichtigt, das ist keine Demokratie", sagt Roland Meißl. "Fünf bis zehn Personen würden wir akzeptieren, aber nicht 20", ergänzt der Sprecher der Bürgerinitiative in Lendorf, Andreas Keuschnig.

Zur Sache:

Die Causa um das Asylheim in Lendorf sorgt seit September für Aufregen: Gabriela und Markus Föger wollen ihre nicht sehr gut gehende Pension in St. Peter in Holz (Gemeinde Lendorf) umfunktionieren und rund 20 Asylanten einquartieren.

Die Familie selbst will vorübergend in eine andere Gemeinde ziehen.

Die ersten Asylwerber sollen bereits Mitte November in die ehemalige Pension in St. Peter in Holz einziehen.

Die Anrainer sind strikt dagegen, üben heftige Kritik an der Familie, die den Antrag gestellt hat und fordern von Flüchtlingsreferent und Landeshauptmann Peter Kaiser eine Rückabwicklung des Vertrags, der bereits unterzeichnet ist.

Eine eigens ins Leben gerufene Bürgerinitiative startete eine Unterschriftensammlung durch einen Petition von Christoph Staudacher. Diese fordert: Keine Aufnahme von Asylwerbern in der Gemeinde Lendorf, absolutes nein zur Zusage von Landeshauptmann Peter Kaiser, wonach eine Quote mit vier Asylanten auf 1.000 Einwohner in Betracht kommt.

Hier zur Chronolgie der Ereignisse:

25. September: Bürgermeister Gottfried Willegger (SPÖ) wurde vom Betreiber-Ehepaar Gabriela und Markus Föger von ihrem Vorhaben informiert
26. September: Landeshauptmann Peter Kaiser informierte den Bürgermeister und sagte, dass die Gemeinde kein Mitspracherecht hat. An diesem Tag fand eine Sitzung des Gemeindevorstandes statt, bei der alle Vorstandsmitglieder informiert wurden.
29. September: Ortschef Gottfried Willegger nahm Kontakt mit der Flüchtlingsbeauftragten Barbara Payer auf.
2. Oktober: Besprechung im Gemeindeamt Lendorf mit Willegger, Payer, der Betreiberin sowie dem Amtsleiter über die beabsichtigte Information der Bevölkerung.
6. Oktober: Zusammenkunft der inzwischen gegründeten Bürgerinitiative mit Gottfried Willegger, Marika Lagger-Pöllinger, Josef Fercher sowie Gemeinderäten Johann Oberlercher und Friedrich Hohenberger.
10. Oktober: Zusammenkunft der Bürgerinitiative, Start der Unterschriftensammlung durch einen Petition von Christoph Staudacher.
16. Oktober: Informationsveranstaltung beim Lendorfer Wirt mit Barbara Payer und dem Betreiber-Ehepaar. Hier stellte sich heraus, dass der Vertrag zwischen dem Land und den Betreibern bereits unterzeichnet war.
26. Oktober: Weitere Besprechung von Gemeindevorstand und Bürgerinitiative, in der über die Vorgehensweise der Gemeinde diskutiert wurde.
5. November: Flüchtlingsreferent und Landeshauptmann Peter Kaiser kommt nach Lendorf.

Autor:

Natalie Schönegger aus Spittal

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.