Architekten stellen sich Diskussion

Die Architekten Beny Meier und Sonja Gasparin stellen ihr Siegerkonzept vor
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SPITTAL. Um Ängste und Unsicherheiten  aus dem Weg zu räumen, die im Zusammenhang mit dem Innenstadt-Wettbewerb zur Attraktivierung des Spittaler Zentrums aufgekommen waren, hat die Gemeinde zu einer Podiumsdiskussion geladen. Dabei standen die Sieger des Wettbewerbs, die Architekten Sonja Gasparin und Beny Meier, den Bürgern Rede und Antwort. Allerdings ließ das Echo auf die Einladung von Bürgermeister Gerhard Pirih und dem Referenten für Stadtentwicklung, Franz Eder, zu Wünschen übrig.

Im Beisein der Hausherren Siggi Arztmann, der die Diskussionsteilnehmer zur "Ideenfindung begrüßte, und Peter Demschar hob Pirih im Haus der Wirtschaftskammer mit der Bemerkung  an, es gehe diesmal vorrangig darum, aufgekommene "Ungereimtheiten" auszuräumen. Konkret ergänzte Eder: Es sei eine unwahre Mär, dass die 49 Parkplätze des Gendarmerieplatzes ersatzlos gestrichen werden sollen. Solange kein Ersatz bei  der evangelischen Kirche oder am neuen Rathausplatz existierten, bleibe es beim jetzigen status quo.

Thema "Verkehr" im Mittelpunkt

Überhaupt beherrschte das Verkehrsthema die Diskussion. Josef Aichholzer (Sprecher der Bürgerinitiative „Parkplätze am Gendarmerieplatz erhalten“), der zusammen mit Mitstreiter Michael Forstner 2.265 Unterschriften, vornehmlich von Kunden zugunsten der jetzigen Parkplatz-Situation präsentierte, argumentierte wie auch Daniel Kuschinsky (Wirtschaftskammer) und Günther Steinbauer („Spittal gestalten“), wenn die Autos aus dem Zentrum verbannt würden, blieben die Kunden aus, schreite das Innenstadt-Sterben voran, wandere die Kaufkraft weiter an die Peripherie.

Sonja Gasparin und Beny Meier ("Ihre Ängste sind berechtigt") sehen ebenfalls das Damokles-Schwert der verödeten Innenstadt vor sich, doch ist ihr Lösungsansatz ein diamentral entgegengesetzter. Sie wollen mit ihren Ideen die Identität der Stadt hervorheben, fordern zu einem Umdenken auf ("Man trifft sich lieber im belebten Zentrum als draußen auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums"), reden einem gleichberechtigtem Verkehrsaufkommen von Autos und Fußgängern das Wort.

"Bewusst" haben die beiden Architekten kein fertiges Konzept vorgelegt ("Darüber sollen die Bürger entscheiden"), doch könnten sie sich für den Gendarmerieplatz eine multifunktionale Aufgabe vorstellen mit parkenden Autos vorstellen, zwischendurch einen Markt oder auch mal Public Viewing.

Start mit der "zweiten Reihe"

Thomas Pilz, der Vorsitzende der Jury, argumentierte ähnlich wie seine beiden Architektenkollegen: Sobald der Kunde das Innenstadt-Ambiente spüre, nehme er auch gerne längere Wege in Kauf. Er begründete den ersten Platz für Gasparin/ Meier gegenüber acht Mitbewerbern damit, dass in dem Konzept mit der Belebung so genannten zweiten Reihe (Ebner-, Siebenbürger- und Kirchgasse, Kirchenvorplatz, Grebnergasse, Ortenburger Straße, Gendarmerieplatz und Rathausplatz) begonnen worden sei, Lösungen für Burg- und Hauptplatz - die neuralgischen Verkehrsknotenpunkte - später folgen sollen.

Wie bereits berichtet, sieht das Siegerkonzept allgemein eine Wohnzimmeratmosphäre mit viel Grün, einem einheitlichen Granitbelag sowie gedämpftes Licht vor, das vom Boden reflektiert so indirekt die Hausfassaden beleuchtet. Grundsätzlich stießen die Vorschläge, die bewusst keine "fertigen Lösungen" darstellen sollen, bei den Zuhörern auf ein positives Echo, auch wenn mehrmals, etwa von Kuschinsky, vor zusätzlichen, an 150 Tagen im Jahr leer stehenden Begegnungszonen gewarnt wurde.

Nach knapp zweieinhalb Stunden kündigte Bürgermeister Pirih für Frühjahr 2018 ein Verkehrskonzept und für den Herbst einen "Stadtkümmerer" als Anlaufstation für Wirtschaft, Gewerbetreibende und Politik an.

Ausstellung im Haus Fischer

Bereits am Nachmittag waren im Haus Fischer am Hauptplatz alle eingereichten Ideen zur Innenstadtbelebung präsentiert worden. Die Ausstellung hat geöffnet an den Donnerstagen 18. und 25. Jänner und 1. Februar 2018 - jeweils von 17 bis 19 Uhr.

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