Christoph Santner ist auf Du mit seinen Ahnen

Bis ins Jahr 1550 konnte er seine Ahnen zurückverfolgen
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SEEBODEN (ven). Der 20-jährige Christoph Santner hat ein besonderes Hobby: Er widmet sich seit rund fünf Jahren intensiv der Ahnenforschung und der Oberkärntner Geschichte. 

Dinge leicht merken

Während er fleißig für die Matura an der HTL für Informatik in Villach lernt, darf es auch ein Ausgleich mit seinem Hobby, der Geschichte und Ahnenforschung, sein. "Es hat mich immer schon interessiert. Bei meinen Großeltern habe ich ein Buch und eine Chronik gefunden und darin gelesen. Dann habe ich sie gefragt, wie das Leben früher so war und konnte mir die Dinge sehr leicht merken", so Santner zur WOCHE.

Bis 1550 zurück

Dass sein Hobby für einen 20-Jährigen eher ungewöhnlich sei, höre er öfter. "Man hat eben nicht ewig die Gelegenheit, ältere Menschen zu fragen. Ich habe viel Zeit in die Ahnenforschung investiert. Dazu gehören nicht nur die rohen Geburts- und Sterbedaten, sondern auch das Persönliche, wie haben sie gelebt", sagt er. Angefangen hat er mit den eigenen engsten Verwandten, schlussendlich hat er bereits einige Nebenlinien ausfindig machen können. Bis ins Jahr 1550 konnte er seine Verwandten bereits zurückverfolgen. 

Matriken sind online

Dass die sogenannten "Matriken" - die Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher der Pfarren - mittlerweile digitalisiert wurden und werden und online verfügbar sind, kommt ihm dabei zugute. "Zu Beginn war das wesentlich mühsamer. Da hab ich bei der Gemeinde oder bei den Kirchen selbst ein bisschen was erfragen können", so der Maturant. Auch die Vulgo-Namen von Höfen sind sehr hilfreich. Dabei dürfen auch Ausflüge ins Kärntner Landesarchiv nicht fehlen. Dessen Leiter Wilhelm Wadl ist er das eine oder andere Mal über den Weg gelaufen. 

Lokalhistorisches

"Dabei kommt man natürlich auch auf lokalhistorische Dinge in und um Seeboden und stößt auf Zusammenhänge, die ich mit gehörten Erzählungen verknüpfe." Auch seine Großmutter freue sich, wenn sie mit Fragen gelöchert werde, denn dabei erinnert sie sich wieder an längst vergessen geglaubte Dinge. Seine Freunde haben hauptsächlich andere Interessensgebiete, kommen mit ihren Fragen aber dennoch zum Hobby-Historiker. 

Gebäude von früher

Ein bestimmtes Lieblingsgebiet habe er nicht. "Das hängt alles zusammen. Wie hat jemand gelebt? Wie sahen die Gebäude aus? Schließlich wurde noch nie so viel umgebaut, wie in den letzten hundert Jahren." 
Auch in der Facebook-Gruppe "Alte Ansichten von Spittal & Umgebung" ist Santner sehr aktiv, weiß zu fast jeder Frage oder Bild ein Faktum oder hilft weiter. "Manchmal weiß ich einfach nur, wo ich nachsehen muss", schmunzelt er. 

In der Familie fragen

Für jeden, der selbst Ahnenforschung betreiben will, rät Santner, der nach der Matura seinen Zivildienst beim Sozialhilfeverband leisten wird, in der Familie zuerst zu fragen. "Wer könnte Unterlagen haben? Und vielleicht muss man sich auch überwinden und zu weiteren Verwandten gehen. Dann schaut man in die Kirchenbücher", sagt er. 
Ob ein Studium der Geschichte für ihn in Fragen komme? "Ich weiß nicht so recht. Man muss nicht alles, was einen interessiert, zum Beruf machen. Ein Hobby bleibt ein Hobby - so wie alte Technik, Röhrenradios, Mopeds und Motorräder", schließt er. 

Bis ins Jahr 1550 konnte er seine Ahnen zurückverfolgen
Der 20-jährige HTL-Maturant Christoph Santner hat seine eigene Familiengeschichte fest im Griff

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