Lena Hoschek
Ein Dirndl muss sitzen

Mode ist ihre große Leidenschaft: Lena Hoschek hat mit ihren Kreationen die Laufstege der Welt erobert.
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  • Mode ist ihre große Leidenschaft: Lena Hoschek hat mit ihren Kreationen die Laufstege der Welt erobert.
  • Foto: Daniel Kindler
  • hochgeladen von Stefanie Glabischnig

Die Designerin Lena Hoschek hat mit ihren Kreationen die Laufstege der Welt erobert. Zum Mölltal hat sie einen besonderen Bezug.

Sie ist weltoffen, charismatisch und hat durch ihr Talent die österreichische Modeszene ordentlich aufgemischt: Lena Hoschek hat einen beeindruckenden Werdegang hingelegt. Nach abgeschlossenem Diplom in Modedesign an der Modeschule Wien in Schloss Hetzendorf absolvierte Lena ein Praktikum bei Vivienne Westwood in London. Gegenwärtig zählt sie zu den etabliertesten Designerinnen Österreichs. Im Interview mit dem SPITTALER gibt sie Einblicke in ihre Arbeit und spricht über ihre Wurzeln im Mölltal.

Liebe Lena, deine Kollektionen sind modern, zeitgemäß und versehen mit der Extraportion Charme. Was war für dich bis dato das eindrucksvollste Erlebnis, das du in der Welt der Mode erfahren durftest?
„Ich würde eher sagen, es ist eine Sammlung aus vielen kleinen wichtigen Schritten. Erfolg kommt nicht über Nacht, sondern resultiert aus Kontinuität.“

Deine Großmutter Aloisia entstammt aus dem Mölltal, bei ihr hast du auch die Grundlagen des Nähens erlernt. Was hat sie dir für deine spätere berufliche Laufbahn mit auf den Weg gegeben?
„Was mir meine Oma mitgegeben hat bzw. was ich wahrscheinlich geerbt von ihr habe, ist eine große Ablehnung gegenüber Verschwendung. Meine Oma hat beim Zuschneiden immer versucht, so stoffsparend wie möglich zu arbeiten, also das bestmögliche Ergebnis mit der größtmöglichen Ersparnis zu erzielen. Ich bin auch jemand, der Stoffreste hoch in Ehren hält. Definitiv habe ich von meiner Oma auch die Liebe zum Detail über das Sticken, Stricken und Designen gelernt. Sie hat mir vermittelt, dass es nicht unbedingt viel braucht, um etwas Schönes entstehen zu lassen. Auch mit den simpelsten Mitteln kannst du mit deiner Geschicklichkeit, deinen Händen und Augen etwas Wunderbares kreieren. Was ich außerdem von ihr mitbekommen habe, ist eiserne Disziplin. Dafür verehre ich meine Großmutter sehr und sie wird immer mein Vorbild bleiben, über das ich nie hinauswachsen konnte.“

Du bist aktives Mitglied der Trachtenfrauen Großkirchheim. Was fasziniert dich an dieser Tradition und was zeichnet diesen Verein besonders aus?
„Ich finde es besonders schön, dass in Österreich tief-verankerte Traditionen mit Hilfe von solchen Vereinen am Leben erhalten werden. Dazu zählen die Kräuterweihe, der ‚Hohe Frauentag‘, der Schutzengel-Sonntag oder die ‚Bartlumzüge’. Das Brauchtum ist meiner Meinung nach auch stark mit der Tracht verknüpft und wird von solchen Vereinen aufrechterhalten. Ich liebe es, ein Teil davon zu sein. Wenn ich eine Mölltaler Tracht mit Hut trage, fühle ich mich ganz besonders. Ich finde es wunderbar, ein lebendiges Brauchtum noch zu praktizieren, und es freut mich, dass meine Urlaube im Mölltal zeitlich mit den traditionellen Umzügen zusammenpassen.“

Warum fühlst du dich in Kärnten so wohl und wie oft besuchst du das Mölltal?
„Ich bin mindestens dreimal jährlich im Mölltal. In den Weihnachtsferien, im Sommer verbringe ich meistens den ganzen August dort und wenn es geht, auch zu Ostern. Auch meine Kinder lieben es, die Zeit dort zu verbringen. Bereits als Kind habe ich alle Schulferien im Mölltal verbracht, es ist also meine zweite Heimat. Das Mölltal ist für mich ein vom Tourismus nicht überlaufenes Tal. Meiner Meinung nach ist das ein riesiger Luxus, denn wenn man Ruhe und eine unberührte Natur sucht, dann ist das ein wahres Paradies. Ich genieße dort ausgiebige Spaziergänge im Spätsommer, das Preiselbeer- und Schwarzbeerklauben und begebe mich gerne auf Schwammerlsuche.“

Trachten und besonders das Dirndl haben vor allem in den vergangenen Jahren einen Hype erlebt. Vivienne Westwood meinte einst: „In einem Dirndl ist jede Frau schön.“ – Ein Zitat, das sich auf jeden Fall bewährt. Mit welchen Akzenten und Bearbeitungen versuchst du, die Trachtenwelt und besonders Dirndln ins 21. Jahrhundert zu führen?
„Mir ist es extrem wichtig, dass das Handwerk erhalten bleibt. Auch meine Dirndln, die man von der Stange kaufen kann, sind handbestickt und handgezogen. Dabei ist auch wichtig, dass der Schürzenstoff, wenn er gestreift ist, nach dem Muster handgezogen wird. Das bedeutet aber auch, dass der Zuschnitt in einzelnen Stofflagen irrsinnig aufwändig ist. Bei der Gestaltung der Farben und Stoffzusammenstellungen bewege ich mich eigentlich sehr offen. Ich versuche, nicht der Trachtenordnung nach Regionen zu folgen, sondern möchte meine eigenen Interpretationen kreieren.“

Warum lohnt es sich, ein maßgefertigtes Kleidungsstück zu kaufen?
„Es ist ein besonderes Erlebnis, sich in einer Schneiderei ganz nach den eigenen Vorstellungen etwas auf den Leib schneidern zu lassen. Man erfährt dadurch, wie viel Arbeit überhaupt hinter einem Kleidungsstück steckt. Auch wenn ein Stück aus der Massenproduktion entstammt, wird vorab ein Schnitt gefertigt und auch hier sitzen Menschen hinter Nähmaschinen, die dieses Stück schneidern. Manchmal fehlt leider gerade dafür die Wertschätzung. Denn hinter jedem Kleidungsstück steckt die Arbeit eines Menschen.“

Die Modebranche gilt als hartes Business. Mit welchen Kompetenzen soll ein angehender Designer/eine angehende Designerin unbedingt ausgerüstet sein?
„Man muss jedenfalls kritikfähig sein. Es ist meiner Meinung nach auch sehr wichtig, die eigene Arbeit immer wieder zu analysieren und zu hinterfragen. Verkaufsstatistiken sind natürlich wichtig für die Weiterentwicklung. Andererseits muss man mit dementsprechender Selbstsicherheit ausgerüstet sein, um seinen eigenen Stil zu entwickeln. Lasst euch auf alle Fälle nicht von eurem Weg abbringen, nur weil sich einmal etwas nicht gut verkaufen lässt.“

Word Rap mit Lena

Mode ist für mich… weniger wichtig als Musik!
Inspiriert fühle ich mich... von allem.
Kraft und Energie schöpfe ich… aus der Natur.
Ein Dirndl muss... sitzen!
Perfektionismus spiegelt sich für mich in... der daraus resultierenden Verzweiflung wider.

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