Ein Sonderheft für Eisenbahnfans

Gerfried Moll lebt seine Leidenschaft für die Eisenbahn im Berufs- und auch im Privatleben
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  • Foto: KK/Gerfried Moll
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BALDRAMSDORF (aju). Gerfried Moll ist leidenschaftlicher Fotograf und Eisenbahnfan. Mit der Veröffentlichung seines 100-seitigen Sonderheftes hat er diese beiden Hobbies miteinander kombiniert.

Tauernbahn Magistrale

Bei dem Heft handelt es sich um die Sonderausgabe einer Themenreihe des Eisenbahn Journals, das sich mit Bahnstrecken und Triebfahrzeugen beschäftigt. Unter dem Namen "Tauernbahn Magistrale im Herzen Österreichs" hat Moll nun seine Bilder und sein Wissen auf Papier gebannt und veröffentlicht. "Vor zwölf Jahren schon lernte ich Klaus Eckert vom Europamedia Verlag kennen. Mit ihm gemeinsam haben wir schon 2009 ein Buch zum 100-Jahr-Jubiläum der Tauernbahn geschrieben", sagt Moll.

Liebe zur Fotografie

Die Liebe zur Fotografie liegt bei den Molls in der Familie. "Fast alle meine Onkels haben dieses Hobby. Da ich auch viele Verwandte habe, die bei der ÖBB arbeiten, war ich schon als kleiner Junge von Zügen fasziniert", erklärt Moll. Vor genau 30 Jahren durfte er als Zehnjähriger mit einem Freund nach Lienz fahren um dort die alten Elektrolokomotiven der Eisenbahnfreunde Lienz zu besichtigen. Die kleine Pocketkamera der Eltern war natürlich immer mit dabei. "Die Ergebnisse waren damals noch nicht so toll. Aber später trafen wir Freunde und Kollegen aus Wien und die zeigten uns gewisse Kameraeinstellungen und Lichtverhältnisse. Seitdem geht es bergauf, zuerst auf Papierbildern, dann auf Dias und seit 2008 digital", sagt Moll.

Verschiedene Geräusche

Am meisten begeistert ihn an den Eisenbahnen aber nicht nur die Optik, sondern vor allem die Geräusche. "Bei einer 1020 zittert der ganze Boden. Bei einer 1144 sind es die aufheulenden Lüfter. Bei den deutschen Einheitsloks (BR 110 u.a.) ist es das Leiern des Kompressors." Um auch andere Eisenbahnfans an diesen Bildern, zumindest optisch, teilhaben zu lassen, betreibt er auch seit 2004 gemeinsam mit Bruder Wolfgang zwei Homepages. Eine beschäftigt sich mit Bahnbildern als solches, die andere mit der Tauernbahn selbst.

An Kinder weitergegeben

Die Liebe zur Eisenbahn hingegen gibt er von Generation zu Generation weiter. Er selbst ist schon seit 18 Jahren Lokführer und ist so auch viele Male über die Tauernbahn gefahren. "Teilweise gelingt es mir mit geschlossenen Augen die Länge des Tunnels abzuschätzen oder den weiteren Streckenverlauf vorherzusagen." Bei dieser Leidenschaft des Vaters ist es auch nicht verwunderlich, dass seine zwei Kinder ebenfalls für die Bahn schwärmen. "Meine Kinder sind immer mit dabei. Sebastian (9 Jahre) fotografiert auch schon sehr gut. Anna mit bald fünf Jahren kennt fast alle Züge. So lange es ihnen Spaß macht, sind sie dabei. Zwingen werde ich keinen von beiden, wobei Sebastian doch gerne Lokführer werden will", lacht Moll. Für die vielen Stunden, die er neben seinem Beruf noch in sein Hobby investiert, braucht es aber vor allem Verständnis in der Familie. "Ohne die Rückendeckung meiner Frau Evelyn ginge vieles nicht."

Zur Person

Name: Gerfried Moll
Beruf: Lokführer
Hobbies: Fotografieren und die Eisenbahn. 2007 Überlegte er sich sogar, was er zum 100-Jahr-Jubiläum der Tauernbahn machen könnte. "Da fiel mit die Güterzug Lokomotive 1020.018 ein. Sie wurde als erste Maschine der Baureiche E 49 im Jahr 10940 geliefert und ist im Besitz der Lienzer Eisenbahnfreunde." Mit Freunden hat er dann innerhalb von sieben Monaten und mit rund 2.500 Arbeitsstunden, diese Lokomotive wieder fit gemacht. Seither sind nochmals mehrere tausend Stunden dazu gekommen, in denen er sich auch um die Technik gekümmert hat. "Auch hier sind natürlich schon viele Fotos entstanden die nun wieder Verwendung finden", sagt Moll.

Zum Heft

Das Sonderheft ist im gut sortierten Fachzeitschriften Handel, im Eisenbahnmuseum in Lienz, bei einer der Sonderfahrten der Lienzer Eisenbahnfreunde oder natürlich im Internet bei der Verlagsgruppe Bahn erhältlich. Weiter Bilder von Moll gibt es unter: http://bahnbilder.warumdenn.net und www.tauernbahn.at

Zur Tauernbahn

Die Tauernbahn wurde in zwei Abschnitten eröffnet. Am 20. September 1905 von Schwarzach-St. Veit bis Bad Gastein und am 5. Juli 1909 nach Fertigstellung des zweigleisigen Tauerntunnels, von Bad Gastein bis nach Spittal-Millstättersee. Die einspurige Strecke wurde von 1933 bis 1935 elektrifiziert. In den Kriegsjahren wurden sämtliche Bahnhöfe (Kreuzungsstellen) verlängert. Am Ende der 1960er Jahre kam die 81 Kilometer lange Bahnlinie an ihre Belastungsgrenze, sodass auf der Südseite zweigleisig ausgebaut wurde. Als Erstes kamen drei große Spanbeton-Brücken. In Betrieb genommen wurde die Pfaffenberg-Zwenberg-Brücke 1971. Es folgte 1974 die Falkenstein-Brücke (zwei Bögen) und nochmals drei Jahre später die Lindischgraben-Brücke. Fortan wurde kontinuierlich auf der Süd- aber auch auf der Nordrampe ausgebaut. Seit 2009 können zwischen Böckstein und Spittal zwei Gleise durchgehend befahren werden. Momentan wird viel in die Sicherheit und an der vorherrschenden Infrastruktur gearbeitet. Ausbaufortschritte sind keine in Sicht.

1920 wurden erstmals Autos durch den Tauerntunnel transportiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Angebot mit einem eigenen Tauernschleusenzug erweitert. Vor dem Bau der A 10 Tauernautobahn wurde im Dreizugbetrieb gefahren. Vor den Abfertigungsstellen gab es kilometerlange Staus. Seit wenigen Jahren wird ein Stundentakt von 5.50 Uhr bis 23.20 Uhr angeboten.

Gerfried Moll lebt seine Leidenschaft für die Eisenbahn im Berufs- und auch im Privatleben
Autor:

Julia Astner aus Spittal

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