Ferdinand Hueter: "Das Raubtier hat bei uns nichts verloren"

Landtagsabgeordneter Ferdinand Hueter ist selbst Jäger und Almbewirtschafter. Er hält die Wolfszone im Bezirk für "verrückt"
  • Landtagsabgeordneter Ferdinand Hueter ist selbst Jäger und Almbewirtschafter. Er hält die Wolfszone im Bezirk für "verrückt"
  • Foto: KK/ÖVP Club
  • hochgeladen von Verena Niedermüller

BEZIRK SPITTAL. Für Landtagsabgeordneten Ferdinand Hueter (ÖVP) - selbst Jäger und auch Almbewirtschafter in Berg im Drautal sowie Bereichssprecher für Landwirtschaft, Jagd und Fischerei und auch Tierschutz im Landtagsklub - ist die geplante Ansiedelung des Wolfes im Bezirk Spittal ein "Affront". Für ihn sei Almwirtschaft und Wolfsbewirtschaftung "völlig unvereinbar".

"Verrückte Idee"

"Sehr problematisch, ich würde sogar verrückt sagen" - so Hueter zur Idee des Kuratoriums Wald, den Bezirk Spittal - wie auch andere Österreichische Bezirke - zur Wolfszone zu erklären.
Man müsse die Strukturen kennen. "Wir haben kleine und mittlere Betriebe mit kleinen und mittleren Almen. Das Zusammenfassen geht schlichtweg nicht. Was passiert mit dem Rest? Lässt man die Kulturlandschaft, die bisher von den Almbauern gepflegt wurde, dann verwildern?", so Hueter zur WOCHE.

Vor 200 Jahren ausgerottet

Neben dem Eingriff in die Kulturlandschaft sieht Hueter die Aktion vor allem in weitere Folge als Eingriff in den Tourismus. "Der Wolf passt einfach nicht zu uns in den Bezirk. Da gibt es nicht mal einen Kompromiss. Das Raubtier hat bei uns nichts verloren", postuliert er. Er sieht dies auch als Grund, warum das Tier vor 200 Jahren bei uns ausgerottet wurde. 

Almen nicht einzäunbar

Zu etwaigen Herdenschutzmaßnahmen hat er ebenfalls eine klare Meinung: "Man kann die Almen - vor allem in hochalpinen Gelände - nicht überall einzäunen. Die Bauern werden ihr Vieh auch nicht täglich in den Stall treiben, dann kann man gleich gänzlich drauf verzichten. Außerdem ist das ganze finanziell nicht lösbar", so Hueter, der selbst 40 Stück Vieh auf zwei Almen hat. Die Tiere würden von einem Wolfsangriff sehr verschreckt und verängstigt werden. Als Zuchtbetrieb bekomme er auch nur den Zeitwert finanziell abgegolten."

Als Jäger der Böse

Hueter ist selbst auch Aufsichtsjäger. "Wenn man einen Wolf schießt, stehen wieder die Naturschützer vor der Tür und wir sind die Bösen." Der Wolf gehöre für ihn dort hin, wo der Mensch noch nicht vorgedrungen ist - wie zum Beispiel in die russische Tundra. "Wer sagt, dass wir das Raubtier hier in Europa brauchen?" 

Mehr zum Thema:

Bezirk als Wolfszone: "Gefährdung für Nationalpark" Landwirtschaftskammer für wolfsfreies Kärnten

Autor:

Verena Niedermüller aus Spittal

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil
Die wichtigsten Nachrichten per Push Mitteilung direkt aufs Handy! Jetzt für Deinen Bezirk anmelden!

1 Kommentar

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.