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Eden Award-Preisverleihung: Erika Schuster (links) mit Bürgermeister Josef Jury (rechts) und Vize Heidi Penker
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  • hochgeladen von Anita Ihm

Erika Schuster, Geschäftsführerin der Kulturinitiative Gmünd im Interview.

Die Geschäftsführerin der Kulturinitiative Gmünd über Markenbildung, Kulturförderung und große Momente in ihrem Leben.

WOCHE: Wie sind Sie in die Künstlerstadt Gmünd gekommen?

SCHUSTER: Eigentlich zufällig über eine AMS-Aktion zur Berufswiedereingliederung von Akademikern nach der Kinderpause. Damals hat die Kulturinitiative Gmünd eine Geschäftsführerin gesucht. Kultur hat mich immer sehr interessiert, ich habe angenommen und bin geblieben.

WOCHE: Gmünd hat sich auf das Thema Kunst spezialisiert. Ist eine Spezialisierung auch für andere Gemeinden empfehlenswert?

SCHUSTER: Ja, es geht um die Marke. Das Geheimnis des Erfolges der Künstlerstadt Gmünd liegt darin, dass 20 Jahre konsequent und beharrlich am Aufbau einer unverwechselbaren Marke gearbeitet wurde. In Gmünd ist es die Kulturinitiative Gmünd, die diese Markenentwicklung mit engagierten Mitarbeitern federführend vorantreibt und auch die dafür notwendigen Mittel in die Stadt bringt.

WOCHE: Was war Ihr persönliches Highlight in 20 Jahren Künstlerstadt Gmünd?

SCHUSTER: Der Eden Award 2011. Nach dem Gewinn des Kärntner Tourismus Awards 2010 wurden wir heuer mit dem größten europäischen Preis für nachhaltigen Tourismus ausgezeichnet. Der Award wird von der Europäischen Union jährlich an eine Destination pro EU-Staat verliehen. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren, in Österreich durchgeführt von Österreich Werbung und Wirtschaftsministerium, konnte die Einreichung der Kulturinitiative Gmünd zum Thema „Touristische Neuinszenierung historischer Strukturen“ unter 40 Einreichungen vor den finalen Destinationen Carnuntum und Steirisches Thermenland gewinnen. Es war aufregend für mich, in Wien vor die Endjury zu treten und die Vorzüge Gmünds zu präsentieren. Diesen Preis empfinde ich auch ein bisschen als eine persönliche Auszeichnung für 16 Jahre konsequente Kultur- und Marketingarbeit und großes Durchhaltevermögen.

WOCHE: Was wiederum haben Sie negativ erlebt?

SCHUSTER: In einer Non-Profit-Organisation wie der unseren ist es überaus schwierig, die notwendige Finanzierung Jahr für Jahr sicherzustellen. Mit Hilfe detaillierter Programmansuchen ist es unserem Verein bisher gelungen, pro Jahr etwa 200.000 Euro aufzubringen. Allein für das Stadtmarketing setzt der Verein pro Jahr etwa 70.000 Euro an Personal- und Sachkosten ein.

WOCHE: Thema Kultur- und Kunstförderung: Ist die in Kärnten ausreichend bzw. besteht Nachholbedarf?

SCHUSTER: Als Geschäftsführerin einer spartenübergreifenden Kulturinitiative und als langjähriges Mitglied im Beirat des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur für regionale Kulturinitiativen in Österreich möchte ich für die Kulturinitiativen im Land sprechen. Nahezu alle diese Vereine haben in den letzten Jahren empfindliche Kürzungen seitens des Landes hinnehmen müssen, manche sind von der Bildfläche bereits verschwunden. 2009 haben alle Kärntner Kulturinitiativen in Summe 127.500 Euro aus dem Kulturbudget des Landes – insgesamt knapp 37 Millionen Euro – erhalten. Das entspricht 0,34 Prozent des Landeskulturbudgets und einem Siebentel des bundesländerweiten Durchschnittes von Landesförderungen an Kulturinitiativen in Österreich. Hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf.

WOCHE: Ein Blick in die Zukunft: Was hat die Künstlerstadt noch vor?

SCHUSTER: Es gibt noch vieles zu tun. In der Altstadt stehen noch immer zahlreiche Gebäude ungenützt, Leerflächenmanagement und weitere Stadtbelebung werden auch in den nächsten Jahren ein wichtiges Thema sein. Der Ausbau von Kooperationen wird dabei eine bedeutende Rolle spielen.

WOCHE: Für welchen Künstler schlägt Ihr Herz?

SCHUSTER: Immer für diejenigen Künstler, die vor Ort in Gmünd arbeiten.

ZUR PERSON:
Erika Schuster wurde 1961 in Spittal geboren. Von 1979 bis 1983 hat sie Rechtswissenschaften an der Universität Graz studiert, 1984 ihr Gerichtspraktikum gemacht. Seit 1996 ist sie Geschäftsführerin der Kulturinitiative Gmünd.
Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Millstatt.

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