Gratis-Zahnspange ist "politischer Wille"

Die Gratis-Krankenkassenzahnspange gibt es nicht für jeden. Die Fehlstellung muss mindestens Kategorie 4 haben
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BEZIRK (ven). Seit 1. Juli ist es möglich, die Zahnregulierung von der Krankenkasse finanzieren zu lassen - aber nur im Falle einer Fehlstellung der Stufen 4 und 5 der internationalen IOTN-Klassifizierung. Die Kieferorthopäden wurden bei dieser "politischen Entscheidung" nicht eingebunden.

Nicht infrage für Großteil
Die kostenlose Zahnspange wird es nur für rund 30 Prozent der Kinder geben und kommt für den Großteil aller Fälle nicht infrage. Zur Gänze wird die Zahnspange finanziert, wenn einer der zwölf Vertragsärzte in Kärnten (180 in Östereich) konsultiert wird. Dieser spezielle Kassenvertrag sieht jedoch nur Metall-Brackets als Behandlungsmethode vor und ist somit optisch auffällig.
Die Verwendung ästhetisch unauffälligerer Apparaturen wird nicht von den Krankenkassen finanziert. Bei zertifizierten Wahlkieferorthopäden werden 80 Prozent des Kassentarifes refundiert.

Ärzte nicht eingebunden
"Wie die Politik halt ist, wir wurden nicht mit eingebunden", so Kieferorthopäde Josef Feldner, der in Spittal und Villach Ordinationen betreibt. Der Verband österreichischer Kieferorthopäden habe eine soziale Staffelung nach Einkommen gefordert. "Der Kassenvertrag muss für alle gleich sein", so Feldner. Die Kategorisierung der Fehlstellung sei für Laien nicht beurteilbar. "Es gibt auch Übergangssituationen. Wir haben Instrumente, um das zu messen", erklärt Feldner.

Mitarbeit gefordert
Auch seine Kollegin Ingrid Obermeier aus Spittal will "sehen, wie es sich entwickelt". Die Gefahr sei ihrer Meinung nach, dass etwas, das gratis sei, nicht wertgeschätzt werde. Die Patienten müssten auch in punkto Pflege ordentlich mitarbeiten, um einen Erfolg zu haben. Auch sie wäre eher für einen sozial gestaffelten Zuschuss gewesen. Um eine Gratis-Spange anzubieten, müsse man sich als Kieferorthopäde bewerben. "Es ist für uns alle Neuland", erklärt sie.

Höhere Refundierung
Wird bei einem Kind eine Zahnfehlstellung in den Stufen 1 bis 3 festgestellt, hat es keinen Anspruch auf eine "Krankenkassenzahnspange“. Eine Refundierung, erfolgt - wenn überhaupt - nur bei Stufe 3. Dabei gilt auch, dass der Patient nicht älter als 18 Jahre alt ist. Bei Erwachsenen werden nur die Stufen 4 und 5 bezuschusst.

Autor:

Verena Niedermüller aus Spittal

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