Hochwasser des Millstätter Sees wird nicht klaglos hingenommen

Arndt Burgstaller mit der tief im Wasser stehenden Rutsche
12Bilder
  • Arndt Burgstaller mit der tief im Wasser stehenden Rutsche
  • hochgeladen von Michael Thun

DÖBRIACH/SPITTAL. So hoch wie selten ist zurzeit der Wasserstand des Millstätter Sees. Er lag nach Angaben der Bezirkshauptmannschaft (BH) am Freitag, 27. April, an der Messstation Millstatt gut 40 Zentimeter höher als normal. Anrainer wie die Döbriacher Campingplatzbetreiber Waltraud Gasser-Brunner und Arndt Burgstaller nehmen die Situation aber nicht klaglos hin. Der hohe Pegelstand ist nach ihrem Dafürhalten nicht allein auf die ungewöhnlich starke Schneeschmelze, sondern vor allem auf das nach ihrer Meinung zu schmale Abflussprofil am anderen Ende des Sees, am Seebodener Seebach zurückzuführen.

Appell an Bürgermeister

Deshalb haben Gasser-Brunner und Burgstaller an ihren Bürgermeister Michael Maier appelliert, "alle nur erdenklichen Mittel zu ergreifen, damit der viel zu hohe Wasserstand des Millstätter Sees, der alle Anrainer überaus schädigt, sofort massiv abgesenkt wird, um weitere Schäden für die Ufergrundstücke zu vermeiden". Maier bat die BH wegen des "offensichtlich zu geringen Abflusses" aktiv zu werden.

Der zuständige Wasserwirtschaftler in der BH, Stefan Santer, schrieb Anita Gaggl, Leiterin der Abteilung Wasserrecht, stellte fest, der Wasserstand liege derzeit im Bereich eines zweijährlichen Hochwassers. Im Gespräch mit der Woche räumt Santer zwar ein, dass sich die Situation "ohne Frage dramatisch für die Nutzer" am Seeufer darstelle, doch sehe er zurzeit (noch) keinen Handlungsbedarf. Auch werde man die Situation nicht aus dem Auge verlieren. Maier wiederum will sich mit der Antwort nicht zufrieden geben, wie er zur WOCHE sagte: "Da muss mittelfristig etwas getan werden."

Missstände aufgezählt

In dem Brief der Döbriacher an Maier heißt es: "Folgende Missstände behindern ein rasches Abfließen aus dem See: der Abfluss im Bereich der Brücke in Seeboden wurde verschmälert, ein Felsen mit einer Nixe wurde in die Mitte des Abflusses gesetzt, Seeeinbauten im Nahbereich des Abflusses genehmigt und gebaut, bedingt durch die verkleinerte Abflussöffnung kommt es vermehrt zu Anlandungen vor der Brücke, weitere, nicht genehmigte Aufstauungen durch Anrainer sind im Seebach im Bereich hinter der Brücke zu finden und schlussendlich missbraucht die Kelag den Millstätter See als Stausee, senkt des Seespiegel nicht rechtzeitig ab, eine Fischleiter wurde errichtet und eine der beiden in jenem Bereich vorhandenen Schleusen wurden entfernt, so dass nun nur mehr eine Schleuse im Notfall geöffnet werden kann."

Risikomanagement wird vermisst

Die meist in Wien lebende Traudi Brunner schließt: "Camping Brunner – aber alle anderen Seeanrainer ebenfalls – hat durch den massiv überhöhten Wasserspiegel des Millstätter Sees bereits massive Schäden im Uferbereich zu verzeichnen. Camping Brunner behält sich dezidiert eine Organhaftungsklage vor. Jedem Betrieb wird eine Risikoanalyse und entsprechende Maßnahmen vorgeschrieben. Wo bleibt hier das Risikomanagement, das man von uns allen einfordert?"

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen