Langsamer Genuss ist Trumpf

Zusammenhalt: Biobauer F. Auernig verkauft Masthühner an C. Walter vom Bauernladen und M. Lesnik „Grill Kunst“.
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  • hochgeladen von Deborah Schumann

Obervellach bewirbt sich als Slow Food Village. Langsamer Genuss ist im Trend.

OBERVELLACH (des). Kärnten ist bekanntlich die erste Slow-Food-Travel-Destination der Welt. Jetzt geht die internationale Vereinigung noch einen Schritt weiter und lässt Geschmacks-Dörfer entstehen. Kärnten hat seit ein paar Monaten den Auftrag, ein Leitprodukt mit dem Titel „Slow Food Village“ zu entwickeln.

Kärntner Standorte

Neben Obervellach bewerben sich auch Irschen, Millstatt, Seeboden, Berg im Drautal und Bad Kleinkirchheim in Oberkärnten um die Titel "Slow Food Village". Obervellach hat sehr gute Chancen das Ziel zu erreichen. Die erste Hürde, die Gründung einer Slow-Food-Gemeinschaft, haben sie bereits genommen. Jetzt werden weitere Punkte wie die Einbindung regionaler Produzenten, Handwerkskunst, der Gastronomie und Hotellerie umgesetzt. Auf alle Fälle werden die Stärken hervorgehoben zum Nutzen der Einheimische, aber auch der Einwohner.

Große Regionalität

Erwin Maier, Obmann der Leistungsgemeinschaft Obervellach, ist von der Idee der Slow Food Village überzeugt. Er erkennt darin eine Zauberformel um ländliche Strukturen weiter zu beleben. "Wichtig ist, Menschen zu finden, für die Idealismus noch eine Tugend ist. Denn die nachhaltige Versorgung beruht auf einem großen Stück Vertrauen." Wie erfolgreich der Verkauf von ehrlich produzierten Lebensmitteln sein kann, beweist in Obervellach seit über 25 Jahren der Bauernladen Walter. Schon damals haben sie eine Marktlücke erkannt. "Meine Mutter hat damals einen neuen Weg eingeschlagen und unsere landwirtschaftlichen Produkte selber vermarktet", berichtet Christina Walter. Heute unterstützen sie Bauern in der Region, die Direktvermarkter werden wollen.

Tauernfenster

Doch nicht nur der Bauernladen Walter setzt sich für die Regionalität in der Region ein, sondern auch der Verein Tauernfenster mit seinem speziellen Laden am Hauptplatz.Hier bekommt man alles, was man für den täglichen Bedarf benötigt, wie unter anderem frische Milch, Butter, Eier, Brot, Getreide, Speck, Honig, Kartoffeln und vieles mehr. Die Produkte stammen von Biobauern aus dem Möll- und Drautal.

Nachfrage stillen

Einen Preis wird der Verbraucher bezahlen müssen, wenn er sich für eine regionale Versorgung entscheidet. Er wird sich von der rund um die Uhr Versorgung verabschieden müssen. "Wenn etwas aus ist, ist es aus", meint Biobauer Fritz Auernig und meint das Slow Food Village-Projekt wird dafür sorgen, dass mehr Menschen, Nebenerwerbsbauern werden und damit die Nachfrage gestillt werden kann. Auernig, der für seine Bio-Masthühner und Pinzgauer Rinderzucht bekannt ist, ist ein großer Fan der Slow Food-Bewegung. Er setzt auf gegenseitige Unterstützung, um die regionalen Produktion weiter voranzubringen.  Die Gastronomie sieht das eher skeptisch. "Ich brauche mindestens 200 Eier in der Woche. Bisher habe ich es nicht geschafft, die durch regionale Anbieter zu bekommen", so Max Lesnig von der "Grill-Kunst". "Auch muss der Bauer mich beliefern können", gibt er zu bedenken.

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