Lawinengefahr: Wie verhalte ich mich im Berg richtig?

Hier sind Zwei- und Vierbeiner der Spittaler Bergrettung am Goldeck
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  • Foto: Bergrettung Spittal/Drau
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Aufgrund des umfangreichen Zuwachses an Neuschnee in den vergangenen Wochen ist die Lawinengefahr zumal in Oberkärnten erheblich gewachsen.
Was kann der Skifahrer, besonders der Tourengeher tun, um sich nicht unnötig einem (tödlichen) Risiko auszusetzen? Experten der Bergrettung nehmen Stellung.
Der fürs 454 Quadratkilometer imfassende Obere Drautal zuständige Ortststellenleiter Sepp Brandner weist darauf hin, dass Lawinenabgänge besonders in Kammlagen, Mulden und Rinnen drohen. Michael Unterlerchner, verantwortlich für Spittal/Drau-Stockenboi (223 Quadratkilometer) meint: "Gefahren lauern überall." Wenn dann noch der Wind das weiße Nass in alle Richtungen verfrachtet, seien Tiefschneepakete kaum noch zu erkennen. Noch bevor man sich überhaupt auf Tour begibt, ist es auf jeden Fall ratsam, im Internet den Lawinenlagebericht abzurufen
Von Touren generell rät Unterlerchner auch angesichts des Neuschnees von zwei Metern und mehr bei der aktuellen Lawinenwarnstufe 3 nicht ab, doch sollte man nicht in ein Gelände zu gehen, das steiler als 35 Grad ist. "Diese 35 Grad beziehen sich nicht nur auf meine Aufstiegs- oder Abfahrtsspur, sondern auch den Hang über einem, der auch nicht steiler als 35 Grad sein sollte, denn: Es wäre nämlich durchaus möglich, dass man eine Fernauslösung verursacht und damit eine Lawine vom Steilhang herunter kommt und mich bzw. meine Gruppe gefährdet." Bei Lawinenwarnstufen 4 oder sogar 5 empfiehlt der Ortststellenleiter "ganz klar" einen Verzicht.
Beim Aufstieg in der Gruppe - allein sollte man sowieso nicht gehen - sei ein Sicherheitsabstand von zehn, bei der Abfahrt von mindestens 50 Metern einzuhalten. Die größere Distanz wird damit begründet, dass bei einem etwaigen Sturz die Schneedecke weniger belastet und so das Auslösen einer Lawinen verringert werde. Angeleint sollte man nach Dafürhalten von Unterlerchner nur in einem Gletschergebiet mit Spalten unterwegs sein.
"Pflichtvoraussetzung" für jeden, der sich zurzeit in den Berg begibt, sei ein "profundes Wissen" über die Schnee- und Lawinenkunde, betont Brandner. Dies gelte für das angemessene Verhalten im Katastrophenfall ("Wie reagiere und agiere ich richtig?") und die notwendige Ausrüstung. Dazu seinen Kurse oder Trainingsprogramme Voraussetzung, die Alpenverein, Bergrettung, Bergsteigerschulen oder Natufreunde anbieten.
Ein Muss an Ausrüstung seien ein Lawinenverschüttungssuchgerät (LVS), das zirka 300 Euro kostet, Schaufel und Lawinensonde sowie natürlich ein Handy. Zumal das LVS sollte vorab einem Check unterzogen werden. Johann Stoxreiter, Ortsstellenleiter fürS 695 Quadratkilometer große Lieser-Maltatal-Terrain, spricht ferner einem sogenannten Avalung-Rucksack das Wort. Zieht man an einer Reißleine, bläst sich bei Bedarf auf, so dass man an der Oberfläche bleibt, und schafft zusätzlich einen Hohlraum mit CO2-Depot. Nur: "Es bringt nichts, wenn man diese Helfer nur mit sich führt. Man muss immer wieder üben", erinnert Brandner.
Denn Zeit spiele eine immens wichtige Rolle: "Die ersten 18 Minuten sind fürs Überleben entscheidend." Die weiteren 45 Minuten könne ein Verschütteter nur in einer Höhle unbeschadet überleben.
Und wenn wirklich Hilfe gebraucht wird: Der Alpin-Notruf unter der Nummer 140 verbindet direkt mit der Bergrettung.

Hilfreiche Links sind:
www.alpenverein.at/portal/news/aktuelle news/2012 12 04 sicher-auf-skitour.php
www.lawinenwarndienst.ktn.gv.at

Autor:

Michael Thun aus Spittal

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