"Raiffeisen-Banken am Land sind leichtes Ziel"

Die Bank liegt abgelegen und in der Nähe der Autobahn. Eine Schließung steht im Raum
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  • hochgeladen von Verena Niedermüller

SEEBODEN (ven). Die Raiffeisen-Filiale in Lieserhofen wurde erneut von Bankräubern heimgesucht, die den Bankomat knackten. In den vergangenen Monaten und Jahren häuften sich die Banküberfälle im Bezirk Spittal. Auffällig: Stets waren es Raiffeisen-Filialen.

Wiederholt Lieserhofen

Im August 2016 war die Filiale in Dellach im Drautal dran, im Dezember 2017 Lieserhofen, im Feber 2017 schlugen die Täter gleich zwei Mal zu - einmal in Molzbichl und einmal in Döbriach. Auffallend dabei ist, dass es sich stets um Filialen der Raiffeisenbank handelt. Am 1. Juli war wieder Lieserhofen an der Reihe, vor einem halben Jahr bedrohte ein maskierter Räuber dort die Angestellte auf Herausgabe von Bargeld und flüchtete damit.

Günstige Lage

Die WOCHE sprach dazu mit dem stellvertretenden Bezirkspolizeikommandanten Hannes Micheler. "Hauptsächlich hat das mit der Lage der Filialen zu tun", so Micheler. Er glaubt, dass Bankräuber und Bankomatenknacker vermehrt dort zuschlagen würden, wo auch die Flucht leichter gelinge. "Meist in der Nähe von Autobahnen, wo man schnell in alle möglichen Richtungen flüchten kann. Lieserhofen ist da besonders 'günstig' gelegen", erklärt er.

Ländliches Netz

Die Filialen wären relativ klein, eher im ländlichen Gebiet, und das wäre nun mal das Markenzeichen der Raiffeisen. "Diese Banken legen Wert auf ein ländliches Filialnetz, dort herrscht aber auch dementsprechend weniger Frequenz als jetzt zum Beispiel mitten in Spittal am Burgplatz, wo sich Kärntner Sparkasse, Volksbank und auch Raiffeisen befinden." Nach den Überfällen stünde die Polizei mit den Verantwortlichen in Kontakt, um die Schwächen im Sicherheitssystem zu besprechen.

Schließung im Raum

Bankdirektor Uwe Maier überlegt derzeit sogar, die Filiale in Lieserhofen überhaupt zu schließen. "Es stellt sich die Frage, ob sie für die Mitarbeiter noch zumutbar ist." Er bestätigt die exponierte Lage der Bank als leichtes und günstiges Ziel für Bankräuber.
Die Raiffeisenbezirksbank investiere jährlich Unsummen in neueste Technik, um die Sicherheit zu erhöhen. "Aber kennt man ein Raiffeisen-System, ist es für die Räuber einfacher. Am Ende des Tages kann man gegen die kriminelle Energie nichts tun."

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