Stadtgemeinde Spittal sucht nach Fliegerbomben

Auf der Suche nach Kriegsrelikten und Leitungen: Bürgermeister Gerhard Pirih, Sonja Rainer, Manfred Macek, Christoph Staudacher und Albrecht Völkl
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SPITTAL (ven). Die Stadtgemeinde Spittal hat sich Experten geholt: Diese sollen etwaige Kriegsrelikte in der Gegend um Drauauen und Bahnhof aufspüren, die bei der Kanal- und Wasserleitungssanierung in der Stadt Spittal eventuell gefährlich werden könnten. Manfred Macek vom Institut für Militärarchäologie- und Kriegsfolgenforschung ist mit einem Team von Studenten nun auf der Suche - auch nach Fliegerbomben.

Daten werden gesammelt

Die Straßen und Wege, an denen gegraben werden soll, werden in Felder eingeteilt. Die Studenten Sonja Rainer und Albrecht Völkl gehen die Felder im Abstand von 25 Zentimetern mit einem sogenannten elektromagnetischen Feldanomaliedetektor ab, der Unmengen an Daten sammelt. In der Hoffnung, hier nichts zu finden. 

Bombentrichter zugeschüttet

Grundbesitzer Matthias Hopfgartner glaubt schon daran, dass etwas aus dem Krieg auftauchen könnte. "Mein Großvater hat noch erzählt, wie er hier in der Gegend persönlich Bombentrichter zugeschüttet hat. Ich habe vor drei Jahren einen Stall gebaut und es ist nichts aufgetaucht, aber ein mulmiges Gefühl hat man schon", sagt er zur WOCHE. Außerdem gibt es Fotos von einem Kosakenlager in dem Gebiet.

Leitungen und Mauern

"Wir finden ja nicht nur Kriegsrelikte wie Fliegerbomben, sondern ja auch Leitungen, sonstige Einbauten oder auch archäologische Funde wie Mauerreste. Es geht ja auch darum, keine bestehenden Leitungen bei den Bauarbeiten zu beschädigen", erklärt Macek, der auf eine lange Erfahrung auf dem Gebiet zurückgreifen kann. Gesucht werden könne außerdem nur auf gerodeten freien Fläche wie Straßen oder Felder. Seine Ausrüstung garantiert eine Genauigkeit von 96 bis 98 Prozent - der Rest sei Restrisiko. 

Militärische Angriffe

Im Zweiten Weltkrieg hat es einige dokumentierte militärische Angriffe auf Spittal gegeben. "Es war ein Hotspot, da es auch ein Verkehrsknotenpunkt ist und auch die Amerikaner haben das Gebiet überflogen", so der Experte. Die Aktion, die sich nun über mehrere Wochen erstrecken soll, dient als reine Vorsichtsmaßnahme. 

Pläne an die Gemeinde

Die gesammelten Daten werden an das Institut übermittelt, dort werden daraus zwei- und dreidimensionale Pläne erstellt. "Die Pläne werden dann an den Auftraggeber - in diesem Fall die Stadtgemeinde Spittal - übermittelt. Auch die Baufirmen, die die Leitungen graben, werden informiert."

Zwölf Meter Tiefe

Durch das sogenannte "Geoscreening" können Dinge, die bis zu zwölf Meter tief unter der Erde liegen, aufgespürt werden. Sollte sich der Verdacht einer Bombe erhärten, solle man sofort die Polizei verständigen, die zuerst das sogenannte "SOK" - also das sprengstoffkundige Organ - schickt. Dann wird der Entminungsdienst gerufen, der vor Ort entscheidet, ob abtransportiert oder gleich gesprengt wird. "Und dann heißt es evakuieren, denn die Bruchstücke einer Fliegerbombe fliegen rund 250 Meter weit und können scharf wie Rasierklingen sein", erklärt Macek.

Absicherung

Für Bürgermeister Gerhard Pirih ist die Ortung auch eine Absicherung der Gemeinde- und Bauarbeiter sowie der Bevölkerung. Referent Christoph Staudacher dazu: "Man kann die Gefahr also einschätzen und wenn etwas gefunden wird, wissen wir, was zu tun ist." 

Autor:

Verena Niedermüller aus Spittal

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