Karriere
Starke Persönlichkeiten in ihren Jobs

Raphael Unterkofler ist Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger im Krankenhaus Spittal
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Am 22. April 2021 wird international der „Girl's Day“ gefeiert, der das Ziel verfolgt, eine Trendwende bei der Berufsorientierung von Mädchen herbeizuführen.  Menschen, die in einem unkonventionellen Berufsfeld arbeiten, geben Einblick in ihren Alltag.

BEZIRK SPITTAL. Das klassische Rollenbild in der Arbeitswelt ist ein Trugschluss. Obwohl immer noch zahlreiche Berufssparten klischeebehaftet einem speziellen Geschlecht unterliegen, beweisen zahlreiche Männer und Frauen das Gegenteil. Egal ob als Frau in der Technik oder als Mann in der Beautybranche, im Grunde kommt es auf den Mut, die Stärke, die Willenskraft und das nötige Interesse an, um in einer Sparte Fuß zu fassen. Das beweisen sechs Oberkärntner Persönlichkeiten.

Auf Schiene

Die 21-jährige Stefanie Rainer ist eine vielseitige Persönlichkeit. Vor kurzem hat die junge Kolbnitzerin ihre Lehre zur Mechatronikerin im Bereich Automechanisierung bei den ÖBB mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen. Seither arbeitet sie in Salzburg als Servicetechnikerin im Bereich Sicherheitsdienst bei den Bundesbahnen. Seit ihrer Kindheit an ist sie technisch affin. „Von Grund auf wollte ich mich handwerklich betätigen. Für mich war es deshalb bald klar, eine Lehre in der Technik einzuschlagen", so Rainer. Was man sich unter ihrem Aufgabengebiet vorstellen kann, erzählt sie begeistert: „Mein Berufsalltag ist sehr abwechslungsreich, ich bin viel im Freien unterwegs und kann mich in meinem Job super entfalten. Zu meinem Aufgabenbereich als Servicetechnikerin zählen unter anderem die Überprüfung, das Reparieren sowie die Instandhaltung von baulichen Anlagen wie Eisenbahnkreuzungen und Anlagen, die mit dem Zugbetrieb in Verbindung stehen. Im Grunde sorgt jeder einzelne Bahnmitarbeiter dafür, dass unsere Passagiere sicher an ihr Ziel kommen." Stefanie weiß was es heißt, als junge Frau in einer männerdominierten Sparte zur arbeiten. „Egal ob es um ein Hobby geht oder um den Beruf. Ich bin der Meinung, dass man unabhängig vom Geschlecht einfach Interesse für ein Fachgebiet mitbringen muss. Wenn man sich für ein Thema interessiert und sich gut einarbeitet, kann jeder jeden Job ausfüllen. Ich fühle mich meinen Kollegen gegenüber gleichgestellt und fühle mich sehr wohl“, so Rainer. Allen Mädchen da draußen, die eventuell gerade mit sich ringen und unsicher sind, ob sie eine technische Ausbildung absolvieren sollten, rät Stefanie Mut zur persönlichen Verwirklichung. „Steht zu dem was ihr seid und versteckt euch nicht. Wenn ihr eine Passion zur Technik habt, dann ist ein Beruf in diesem Feld bestimmt das Richtige“, so Rainer, die in ihrer Freizeit gerne skatet und als Schlagzeugerin bei der Jugendmusikkapelle Millstätterberg mitwirkt.

Ein Herz für die Patienten

Auch im Gesundheitswesen hat sich der Beruf des Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegers längst etabliert. Für Raphael Unterkofler war nach dem Zivildienst als Sanitäter klar, dass er in diesem Bereich weiterhin arbeiten möchte. Im Krankenhaus Spittal ist er aktuell auf der Covid-Normalstation tätig. Was seinen Beruf so spannend macht? Die Arbeit mit den Menschen. „Jeder Tag ist in meinem Job anders. Man hat stets mit verschiedenen Menschen und folglich unterschiedlichen Behandlungsmethoden zu tun und stellt sich dementsprechend individuell auf jeden einzelnen Patienten ein“, erzählt Raphael. Ein typischer Arbeitstag von Raphael startet mit der Dienstübergabe. Im Zuge dieser werden die Krankheitsbilder der Patienten besprochen, wobei es unter anderem um die Pflege, Behandlung oder Entlassung der Erkrankten geht. Ansonsten ist von Routine keine Rede, weil jeder Patient individuell ist. „Generell ist in meinem Beruf Teamarbeit wichtig. Besonders wenn Notfälle eintreten, ist es von großer Bedeutung, zusammen zu arbeiten“, erläutert Unterkofler. Dass sowohl seine Kolleginnen als auch die Patientinnen großen Gefallen daran finden, von Krankenpflegern umgeben zu sein, weiß Raphael nur zu gut. „Die Kolleginnen und Patientinnen haben einfach eine irrsinnige Freude, wenn auch mal ein Mann auf der Station arbeitet.“ Als Kranken- und Gesundheitspfleger ist man im Team für die Genesung der Patienten mitverantwortlich. Auf ein Erlebnis blickt der passionierte Motorradfahrer und Hobbyfischer gerne zurück. „Erst kürzlich war bei uns ein älterer Herr für ein Monat lang auf der Station, der schwer an Corona erkrankt ist. Wenn man spürt, dass plötzlich unsere Arbeit am Patienten anschlägt, es ihm dadurch besser geht und er nach einigen Wochen das Krankenhaus wieder verlassen darf, weiß man, warum man den Job macht“, so Unterkofler.

Ein Dreamteam

Körperliche Fitness und mentale Stärke sind nur einige der Eigenschaften, die man als Polizist bzw. Polizistin mitbringen muss. Die 37-jährige Christine Ebner ist eine dynamische junge Frau, die schon seit ihrer Kindheit an Polizistin werden wollte und diesen Traum in die Realität umgesetzt hat. „Es war schon immer mein Berufswunsch, Polizeidiensthundeführerin zu werden“, so Christine. Ihre umfassende Ausbildung absolvierte die Molzbichlerin an der Polizeischule Wien. Seither arbeitet sie sowohl beruflich als auch privat im Team mit ihrer Hündin Abby. Dass der Beruf des Polizeidiensthundeführers unkonventionell ist, lässt sich schnell erahnen. Kärntenweit gibt es eine Hundepolizeiinspektion in Paternion und eine weitere in Klagenfurt-Annabichl. Diensthündin Abby ist zum Fährten-, Schutz- und Stöberhund ausgebildet. Gemeinsam sind die beiden vor allem im Oberkärntner Raum tätig. „Von Abgängigkeiten bis hin zu Gewaltverbrechen sind unsere Einsätze sehr vielseitig, man weiß nie was auf einem zukommt“, so die 37-Jährige. Zusätzlich hat die Malinois-Hündin Bora von Wagramland Qualifikationen im Auffinden von Leichen, Blut- und Wasserleichen. Deshalb sind Christine und Abby auch österreichweit im Einsatz. Eine Frau in Polizeiuniform ist schon lange keine Seltenheit mehr. Über 6.100 Polizistinnen gehen bundesweit ihrer Arbeit nach. Wie es so ist, als Polizistin den Alltag zu meistern, kontert Christine schlagfertig. „Durch meine Größe und meinen Charakter habe ich mir nie schwer getan." Eine gewisse Härte ist auf alle Fälle im Job gefragt. „Tatorte sind für uns alltäglich. Jedoch all die Fälle, wo Kinder involviert sind, gehen einem schon zu Herzen“, so Ebner. Jungen Frauen, die künftig im öffentlichen Dienst arbeiten möchten, rät Christine, es überlegt anzugehen. „Es ist ein super Job und man kann durch sein Wirken etwas zur Gesellschaft beitragen. Wichtig ist, dass man sich vorab genau über das Berufsfeld informiert und sich bewusst ist, was in diesem Job auf einem zukommt“, so die leidenschaftliche Sportlerin.

Pädagogisch begabt

Der gebürtige Klagenfurter Daniel Schrott ist Elementarpädagoge in der Kindertagesstätte Seesterne in Seeboden. Seine ersten pädagogischen Erfahrungen sammelte Daniel im Zuge von Familienfesten, wo er die Kinder seiner Verwandtschaft betreute. „Als Jugendlicher habe ich immer wieder auf die Kinder meiner Schwester und auf die von Bekannten unserer Familie aufgepasst. Dies war unter anderem ausschlaggebend dafür, dass ich meine berufliche Laufbahn hier eingeschlagen habe“, erzählt Daniel. Die Arbeit mit Kindern ist für Daniel besonders erfüllend. „Es ist die Vielseitigkeit, die meinen Beruf so spannend macht. Man kann den Tag flexibel gestalten, das reicht vom Turnen, übers Basteln bis hin zum Spielen im Freien mit den Kindern. Auch das Ausarbeiten von Konzepten sowie der Austausch mit den Eltern ist ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit", so der Gruppenleiter. Dass ein Mann in dieser Sparte arbeitet, ist jedoch eine Seltenheit. „Ich bin bis jetzt überall mit offenen Armen empfangen worden und die Reaktionen in meinem Umfeld waren durchwegs positiv“." Junge Männer sind gefragt als Elementarpädagogen, weiß Daniel. „Als Mann ist man bestimmt im Vorteil und findet leichter einen Job. Wenn jemand die Leidenschaft für das Metier mitbringt und sich gut vorstellen kann, in einem Kindergarten zu arbeiten, sollte man eine Ausbildung in diesem Bereich auf jeden Fall machen." Derzeit absolviert Daniel den Leitungslehrgang für Kindergarten und Hort, denn er strebt künftig die Leitung eines pädagogischen Betriebes an.

Maschinenstark

Die gebürtige Lienzerin Christina Resinger hat sich im Alter von 36 dazu entschlossen, Lastkraftwagenfahrerin zu werden. Schon von klein auf war sie gefesselt von den Transportfahrzeugen. „LKWs haben mich schon immer fasziniert. Deshalb habe ich mich vor sechs Jahren dazu entschlossen, die Fahrberechtigungsprüfung dafür zu machen“, so Resinger. Seither arbeitet sie beim Transporte-, Erbau- und Kiesunternehmen Hassler GmbH in Irschen. Dass Leistung in ihrem Job gefragt ist, ist kein Geheimnis. „Als LKW-Fahrerin fahre ich von Baustelle zu Baustelle und kümmere mich untere anderem um die Servicekontrollen des Fahrzeuges", erzählt Christina. Das spannendste an ihrem Job? Das ist definitiv die Vielseitigkeit. „Man lernt die verschiedensten Menschen kennen und man sieht und erlebt Vieles. Ich stelle mich jeden Tag einer neuen Herausforderung." Den Stellenwert in der Branche hat sich Christina hart erkämpft. „Man muss sich natürlich den Respekt der Kollegen erst erarbeiten. Durch meine vorherige Berufserfahrung in der Gastronomie ist es mir leicht gefallen, mich im Team gut zu integrieren", erzählt Christina begeistert. Resinger rät interessierten Frauen, die auch in der Branche arbeiten möchten, mutig zu sein. „Wenn man motiviert und bemüht ist, kann man definitiv als LKW-Fahrerin Fuß fassen.“ Auf die Frage, was bis dato ihr schönstes Erlebnis beim LKW-Fahren war, hat Christina eine treffende Antwort parat. „Für mich ist jeder Tag in diesem Job erfüllend und ein Erlebnis.“

Liebe seit dem ersten Schnitt

Seit seiner Jugend an ist Robert Pirker von der Kunst des Haareschneidens fasziniert. „Bereits als Jugendlicher habe die Haare meiner Cousinen geflochten, ihren Barbies extravagante Haarschnitte gezaubert oder die Locken meiner Mama aufgedreht. So ist auch die Idee entstanden, Friseur zu werden“, erzählt der 36-Jährige. Heute praktiziert er im Studio „Hairstyling Claudia Mentil“ in Dellach/Drau. „Die Abwechslung macht meinen Job so aufregend. Ich bin täglich mit unterschiedlichen Persönlichkeiten in Kontakt und darf ihre individuellen Haarwünsche erfüllen“, so Pirker. In der Beautybranche setzt er auf Ehrlichkeit. „Mir ist es wichtig, meine Kundinnen und Kunden ehrlich zu beraten. Ich schlage ihnen auch gerne Veränderungsmöglichkeiten vor, das muss aber natürlich zum Typ passen.“ In Roberts Berufszweig arbeiten wenige Männer. Er empfindet dies aber nicht als Nachteil. „Ich glaube, es kommt darauf an, wie gut man seinen Job macht und das ist unabhängig vom Geschlecht", so Robert. Das Friseurhandwerk gilt auch als Ventil der Kreativität. Robert kann sich in seinem Berufsfeld stets verwirklichen. „Besonders freue ich mich, wenn ich Hochzeitsfrisuren machen darf. Es ist ein großartiges Gefühl, die Emotionen der Bräute, die Aufregung und die gesamte Stimmung miterleben zu dürfen.“ Jungen Männern, die auch gerne Friseur werden möchten, empfiehlt der leidenschaftliche Wanderer und Naturfreund jedenfalls, vorab einige Schnuppertage in einem Betrieb zu absolvieren.

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