LandWIRtschaft IN RADENTHEIN
„Wie´s früher amål wår…“ von Franz Burgstaller, vlg. Edenbauer aus Starfach

Franz und Elisabeth Burgstaller, vlg. Edenbauer
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  • Franz und Elisabeth Burgstaller, vlg. Edenbauer
  • Foto: F. Burgstaller
  • hochgeladen von Anna Kohlmayer

„Im Jahre 1896 hat mein Großvater Franz Burgstaller, vlg. Mößler – heute Familiengut Burgstaller, die Starfacher Eden samt der Tschierweger Nockalm (die heutige Alexander Alm) erworben. Diese Almhütte am Nock baute er mit Küche und zwölf Betten aus. Es war die erste bewirtschaftete Alm im gesamten Nockgebiet. Deshalb wurde der Großvater auch „Nock-Franz“ genannt“, begann das interessante Gespräch über die alten Zeiten, die ja schon damals stetigen Veränderungen unterzogen waren. Heute gehen die Veränderungen viel, viel schneller. Grund genug, um einmal wieder in die Vergangenheit zurück zu blicken.

„Der Nachschub für die Hütte wurde jeden Tag mit einem Muli (Maultier) auf die Alm gesäumt (getragen). Ein weiterer Ahne Franz Burgstaller war ebenfalls ein Tourismuspionier. Er baute das erste Hotel, den Millstätterhof und gründete den Verschönerungsverein, war Mitbegründer der Millstättersee-Schifffahrtsgesellschaft und Bürgermeister von Millstatt. Diese Familientradition wird heute vom Hotel Familiengut Burgstaller vlg. Mößler und vom Komfort-Campingpark Burgstaller vlg. Brandhofer erfolgreich in Döbriach fortgesetzt.“, erzählt er stolz.
„In der Wirtschaftskrise Mitte der 1920er Jahre hat Dr. ALEXANDER Pupovac die heutige ALEXANDER-Alm erworben. Mein Vater Raimund hat die Eden 1943 übernommen und 1972 mir übertragen. 1954 wurde das alte Bauernhaus für Sommergäste mit 20 Betten ausgebaut. Bis in die 50er Jahre war von uns aus kein Nachbarhaus zu sehen. Die Starfacher Siedlung wurde erst danach erbaut und seitdem heißt es bei uns beim Edenbauer“, so Franz.
Vater Raimund war mit dem Bergbauernhof in Zone 3 noch Vollerwerbsbauer, der Kühe, Schweine, Schafe und Hühner hielt und mit der Zimmervermietung den Unterhalt bestritt. Angebaut wurden Roggen, Gerste, Weizen, Hafer, Had´n (Buchweizen), Türggn (Körnermais) und Erdäpfel.
Die meisten Produkte, die am Hof erzeugt wurden, waren für den Eigenbedarf. Ein vorgeschriebenes Milchkontingent musste an die Milchabgabestelle in Dellach geliefert werden. Weiters wurde im Sommer Milch an die Seerestaurants Cerny und Laggner/Döbriach, sowie an Haushalte in der Umgebung verkauft. Die Milch musste von den Kindern ausgetragen werden. Speck wurde ans Werkskaufhaus und das Vieh an die Metzgerei Burgstaller geliefert. Sommeräpfel wurden an das Falkenlager und an Wirte in Döbriach verkauft. Der Pferdewagen mit Winteräpfel auf dem Weg nach Radenthein war bereits in der Erdmannsiedlung leer gekauft, denn die eigenen Apfelbäume der Siedler waren damals noch nicht im Ertrag.
Selbst eingekauft wurde nicht viel. Man benötigte Salz, Zucker, Speiseöl und bei Bedarf auch Masch (Kleie) für das Vieh. Ein Teil der Roggen- und Weizenernte wurde in der Kunstmühle Feistritz/Drau zu Roggen- und Weizenmehl umgetauscht und zwar mit Pferdewagen über den Glanz und wieder zurück.

Spannend verlief der Tagesablauf als Kind. „Schon zur Schulzeit mussten wir früh aufstehen, so um 5 Uhr und vor der Schule im Stall noch „wassern“ (tränken) helfen. Es gab noch keine Tränkbecken, sondern vorm Stall stand ein Wassertrog, der Tag und Nacht voll war. Da wurde das Vieh meist zu zweit zum Trog getrieben. Im Anschluss gab es erst Frühstück und danach ging es ca. eine Stunde lang zu Fuß nach Döbriach in die Schule und am Nachmittag wieder zurück. Nach den Hausaufgaben war immer viel zu tun. Im Frühjahr wurden die Kühe gehalten, da es noch keinen elektrischen Weidezaun gab. Im Sommer wurden die Kühe zu Fuß nach St. Oswald auf die Alm getrieben. Außerdem wurde beim „Heign“ und beim Getreideschneiden und im Winter beim Holzarbeiten und „Scheiter schlichten“ geholfen. Gemäht wurde mit der Sense und das Gras mit Rechen und Gabel gestreut und das Heu mit dem Pferd eingefahren.“
Detailgetreu schildert uns Franz diverse Arbeiten, die am Hof erledigt wurden, vom „Erden seilen“, das Pflügen des Feldes mit Pferden und dem „Seilwagele“, das Eggen und Säen der Felder, das Jäten, die Ernte mit der Getreidesense, das Holzhacken mit der Zugsäge, das „Türggnreiben“ bis hin zum „Türggnfiedern in der Labn und „Ruabm (Rüben) rafn“ (ausreißen)“.

Auf die Frage, was ihm am heutigen Landschaftsbild fehlt, antwortet er: „In den Berggebieten wie Millstätterberg, Laufenberg, Gschriet und St. Oswald sind nirgends mehr in der Landschaft reife Getreideäcker zu sehen. Diese gelben Flecken gibt es nicht mehr, nur mehr grüne Wiesen, die jetzt langsam zuwachsen.“

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