Tag der Artenvielfalt
Wissenschaftler sammeln Daten im Nationalpark Hohe Tauern

Gipfeltreffen der Artenvielfalt am Fuße des Großglockners: 66 Wissenschaftler/-innen aus Österreich, Deutschland und Spanien trafen sich vom 26. bis 28. Juli 2019 in Heiligenblut am Großglockner beim 13. Tag der Artenvielfalt in Heiligenblut am Großglockner
  • Gipfeltreffen der Artenvielfalt am Fuße des Großglockners: 66 Wissenschaftler/-innen aus Österreich, Deutschland und Spanien trafen sich vom 26. bis 28. Juli 2019 in Heiligenblut am Großglockner beim 13. Tag der Artenvielfalt in Heiligenblut am Großglockner
  • Foto: NPHT/Elisabeth Hainzer
  • hochgeladen von Verena Niedermüller

HEILIGENBLUT. 66 Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland und Spanien trafen sich Ende Juli zum 13. Tag der Artenvielfalt in Heiligenblut am Großglockner. Ziel dieses seit 2007 jährlich im Nationalpark Hohe Tauern stattfindenden Treffens ist es, innerhalb von 48 Stunden möglichst viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten vom Talboden bis in die Gipfellagen zu erheben. Dieses Jahr stand die Artenvielfalt des Gößnitztales im Fokus der Wissenschaft.

Seit 1981 Teil des Nationalparks

Das Gößnitztal in Kärnten ist ein historisches Tal für den Nationalpark Hohe Tauern. „Vor mehr als 40 Jahren sollte der Gößnitzbach in den geplanten Dorfertal-Stausee nach Osttirol abgeleitet werden“, so Nationalparkdirektor Peter Rupitsch bei der Eröffnung der Tage der Artenvielfalt in Heiligenblut. Seit 1981 ist dieses Tal in der Schobergruppe Teil des ältesten und größten Nationalparks Österreichs.

500 Pflanzenarten

Heiligenblut ist auch ein historischer Boden für die Untersuchung der Artenvielfalt in den Hohen Tauern. „Vor mehr als 200 Jahren erforschte der Extrembotaniker David Heinrich Hoppe die Pflanzenbestände rund um den Großglockner“, so Helmut Wittmann vom Haus der Natur Salzburg. Er ist einer von zwölf Forschern, die vor allem die Flora des Gößnitztales genauer unter die Lupe genommen haben. Mit über 500 dokumentierten Pflanzenarten ist die Bilanz sehr erfreulich.

Mit Smartphone erfasst

Zu Lebzeiten von David Heinrich Hoppe waren die Fundortangaben noch sehr ungenau, so konnte der Fundort „Heiligenblut“ bis zur Pasterze hinauf reichen. In Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung gibt es heutzutage ganz andere Möglichkeiten. Punktgenau und quasi live wurden die Beobachtungen nun testweise mit Smartphones online erfasst. „Pro Tag der Artenvielfalt werden durchschnittlich 4.500 Datensätze zu 1.500 Arten gemeldet. Die Online-Eingabe wird die Datenübernahme in die Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks Hohe Tauern maßgeblich erleichtern“, erklärt Patrick Gros vom Haus der Natur Salzburg.

DNA-Proben gesammelt

Erstmals wurde heuer – in Kooperation mit dem ABOL-BioBlitzTeam des Naturhistorischen Museums Wien – bei den Tagen der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern auch die genetische Artenvielfalt erfasst. Mit Hilfe der Wissenschaftler konnten von vielen Arten im Gößnitztal DNA-Proben gesammelt werden. „Die BioBlitz-Aktion dient dazu über den DNA-Barcoding-Ansatz ein digitales, genetisches Bestimmungsbuch für alle österreichischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten zu erstellen.“, erläutert Nikolaus Szucsich vom Naturhistorischen Museum in Wien.

Genauere Methoden

Die wissenschaftlichen Erfassungsmethoden sind im Laufe der Jahrhunderte viel genauer geworden. Die Freude am Entdecken und Erforschen ist bei den Wissenschaftler/-innen nach wie vor die wesentliche Antriebsfeder. Dieser Spirit war auch beim 13. Tag der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern deutlich zu spüren.

Infos zum Untersuchungsgebiet: http://www.hohetauern.at/tagederartenvielfalt

Autor:

Verena Niedermüller aus Spittal

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