Mölltaler Gletscher
Landesrat Schuschnig geht in die Offensive

Landesrat und Tourismusreferent Sebastian Schuschnig in Richtung FPÖ: „Die Opposition macht es zum Sport, die Regierung zu kritisieren. Aber bitte nicht bei diesem Projekt – dafür ist es für die Region zu wichtig!“
  • Landesrat und Tourismusreferent Sebastian Schuschnig in Richtung FPÖ: „Die Opposition macht es zum Sport, die Regierung zu kritisieren. Aber bitte nicht bei diesem Projekt – dafür ist es für die Region zu wichtig!“
  • Foto: Helge Bauer
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FPÖ-Landtagsabgeordneter Christoph Staudacher unterstellte Neo-Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP), das viel diskutierte Hotel-Projekt auf dem Mölltaler Gletscher „bei erstbester Gelegenheit verbal zu vernichten“. Schuschnig geht in die Offensive: „Ich stehe zur Realisierung und lasse nicht zu, dass dieses Projekt zum politischen Spielball wird. Dafür ist es für die Region zu wichtig!“

Update, Freitag, 11.35 Uhr: Reaktion der Wirtschaftskammer Kärnten

MÖLLTALER GLETSCHER. Das viel diskutierte Hotel-Projekt auf dem Mölltaler Gletscher sorgt erneut für Aufsehen. Landtagsabgeordneter Christoph Staudacher (FPÖ) unterstellte dem neuen Landesrat und Tourismusreferenten Sebastian Schuschnig (ÖVP) im Gespräch mit der WOCHE Spittal, das „Projekt bei erstbester Gelegenheit verbal zu vernichten“ (zum Beitrag). Er beruft sich auf Aussagen Schuschnigs in Medien, die er offenbar in diese Richtung deutet.

„Die ÖVP lässt nicht locker!“

Eine Anschuldigung, die Schuschnig nicht auf sich sitzen lässt. „Ich stehe eindeutig zur Realisierung eines Hotel-Projekts auf dem Mölltaler Gletscher. Kärnten braucht gerade im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich mehr Hotelbetten – und es geht um hunderte Arbeitsplätze in der Region“, stellt der Neo-Landesrat im Gespräch mit der WOCHE klar. Kärnten habe in den vergangenen fünfzig Jahren rund 90.000 Betten im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich verloren. Daher sei jedes beabsichtigte Investment, gemäß einer klaren Tourismus-Strategie, zu befürworten.

Landesrat veranlasst Runden Tisch

Schuschnig geht in die Offensive und holt alle Beteiligten an einen Tisch. Also den Investor und die zuständige Landesrätin Sara Schaar (SPÖ). Der Naturschutz sei die Gretchenfrage, die mit Naturschutzreferentin Schaar zu beantworten ist. „Sie ist gefordert, eine Lösung zu finden – und die ÖVP wird nicht locker lassen“, verspricht Schuschnig. Ein Termin ist, so der Landesrat, bereits in Vorbereitung.

„Die FPÖ disqualifiziert sich von selbst!“

Für das Verhalten der Opposition hat er kein Verständnis. „Politisches Hick-Hack bringt keine Investitionen für Kärnten, das muss auch die FPÖ endlich erkennen“, sagt Schuschnig. In Richtung des Landtagsabgeordneten Staudacher fällt seine Reaktion deutlich aus: „Die FPÖ disqualifiziert sich mit ihrer Wortwahl selbst und zeigt, dass es ihr nicht um Oberkärnten, sondern um persönliche Untergriffe geht. Dieser politische Stil ist unterste Schublade!“ Nachsatz: „Ich werde hunderte Arbeitsplätze nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, weil jemand das Projekt zum politischen Spielball machen möchte.“

Umgang mit der Natur

Ebenso stellt Schuschnig sein Verständnis im Umgang mit der Natur klar: „Wir müssen sehr sorgsam mit der Kärntner Landschaft umgehen. Sie ist die Grundlage des touristischen Erfolgs. Nicht jeden Fleck Naturlandschaft werden wir langfristig verbauen können.“

Freitag, 11.35 Uhr: Reaktion der Wirtschaftskammer

Die Vertreter der Wirtschaftskammer Kärnten begrüßen den Vorstoß von Landesrat Sebastian Schuschnig und erklären sich bereit, an einem Runden Tisch oder jeder anderen Maßnahme mitzuwirken, die das vor Jahren unter anderen politischen Umständen zum Stillstand gekommene Vorhaben wieder in Schwung bringe.

Eine zweite Chance verdient

Präsident Jürgen Mandl und Siegfried Arztmann, Obmann der Wirtschaftskammer Spittal, teilen in einer Aussendung wörtlich mit: „Das engagierte Vorhaben mit Hoteldorf und Talabfahrt bringt Investitionen, Beschäftigung und nachhaltige Wertschöpfung in eine strukturschwache Region und verdient daher eine zweite Chance durch die Landespolitik.“

Mölltal als mahnendes Beispiel

Mutmaßungen, die Wirtschaft wolle sich über den Natur- und Umweltschutz hinwegsetzen, erteilt Mandl schon im Vorhinein eine klare Absage. Er sieht das Mölltal jedoch als mahnendes Beispiel: „Wo sonst finden die Menschen Arbeit, wenn nicht im Umfeld des Tourismus? Wenn die Menschen aber abwandern, was bereits der Fall ist, wie sollen dann Siedlungsräume und Infrastruktur erhalten bleiben?“

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