Drei Rekorde am Weissensee aufgestellt

Peter Colat nach seinen aufgestellten Weltrekorden: Die Freude ist riesig
6Bilder
  • Peter Colat nach seinen aufgestellten Weltrekorden: Die Freude ist riesig
  • Foto: KK/Turnschek
  • hochgeladen von Verena Niedermüller

WEISSENSEE (ven). Der mehrfache Schweizer Meister und Weltrekord-Apnoetaucher Peter Colat ist kürzlich nach fünf Jahren zurück an den Kärntner Weissensee gekehrt – im Gepäck ein 15-Mann- und Frau-starkes Team und ein besonderes Vorhaben: Gleich drei neue Weltrekorde im Apnoetauchen (Tauchen ohne Pressluftflasche) unter Eis hat sich der 46-Jährige vorgenommen - und auch geschafft. 

152,4 Meter übertreffen

Zuerst sollte der von Peter Colat selbst im Jahr 2013 aufgestellte und bis dato noch nicht offiziell überbotene Weltrekord (152,4 Meter) im Streckentauchen mit Flosse unter Eis nochmals angehoben werden. Das zweite Ziel: Neuer Weltrekord im Streckentauchen unter Eis ohne Flossen sowie Weltrekord im Streckentauchen unter Eis ohne Anzug und ohne Flossen im zwei Grad kalten Wasser des Weissensees.

Acht Löcher

Nach den letzten Besprechungen wurde die Rekordstrecke mit Unterstützung von Ernest Turnschek und seinem Team von Tauchsport Yachtdiver Weissensee vorbereitet. Eine Streckenlänge von insgesamt 180 Metern, acht Löcher (Ein- und Ausstiegsloch sowie Sicherheitslöcher für den Ernstfall, um Colat sofort an die Oberfläche bringen zu können), Legen und Fixieren der Orientierungsleine sowie der letzte Test des gesamten Equipments galt es, her zu richten. 

Großes Jubeln

Nachdem die Rekordstrecke von Christian Fötinger, internationaler Schiedsrichter, abgenommen und vermessen wurde, ging es los. Die Sicherheitstaucher tauchen an den vereinbarten Stellen ab. Colat gleitet in das zwei Grad kalte Wasser des Weissensees und verschwindet unter der geschlossenen Eisdecke. An der Oberfläche laufen der Juror, das Oberflächenteam, Freunde, Partnerin und Fotografen von Loch zu Loch.
Ein großes Jubeln bricht aus, als der Freitaucher auftaucht: „I am OK!“, bevor auch er gemeinsam mit den gerade aufgetauchten Sicherheitstauchern zu jubeln beginnt. Erster offizieller Rekord: Apnoe-Streckentauchen unter Eis mit Flosse; exakt 155,4 Meter geschafft.

Zwei an einem Tag

Am Tag darauf hat sich Colat gleich zwei Rekordversuche vorgenommen. Strecke unter Eis ohne Flossen am Vormittag und den wohl schwierigsten Versuch: Strecke ohne Anzug und ohne Flossen am Nachmittag, diesmal ohne seine Monofin. 108 Meter beträgt der derzeitige Weltrekord, welchen es mit reiner Beinkraft zu überbieten gilt. Bei durch den Juror bestätigten 110,2 zurückgelegten Metern taucht Peter auf. Offizieller Weltrekord Nr. 2: Apnoe-Streckentauchen unter Eis ohne Flossen sind geschafft.

Ohne Anzug

Dann folgt der schwierigste und gefährlichste Versuch: Colat möchte nur mit einer Badehose bekleidet unter dem Eis des Weissensees freitauchen und dabei einen Weltrekord aufstellen.  „I am OK“ – wieder gibt Peter das Protokoll nach 80 Metern entspannt ab, bevor die Korken knallen! Offizieller Weltrekord Nummer 3: Apnoe-Streckentauchen unter Eis ohne Anzug und ohne Flossen.

Stolz auf das Team

"Ich bin überwältigt, glücklich und stolz auf mein Team! Es war ein großes Vorhaben, welches es in dieser Form weltweit noch nicht gegeben hat. Drei Rekorde an zwei Tagen - das ist eigentlich ein vierter Rekord". Der Freitaucher: "Ich möchte mich bei allen bedanken, die dieses Vorhaben möglich gemacht haben. Es steckt viel Zeit, Energie und Kraft darin, solch eine Idee umzusetzen!"
Das Dankeschön gelte vor allem dem Samariterbund Kärnten für die Anwesenheit vor Ort an beiden Rekordtagen, den Sicherungstauchern rund um Marco Jurt und Diego Cintula, den Fotografinnen Sandra Vollmar und Sabine Kerkau, dem Jurorenteam Christian Fötinger und Simon Voglar, Ernest und Karoline Turnschek von Yachtdiver Weissensee und dem Hotel Moser. "Der Gemeinde und dem Tourismusbüro Weissensee und natürlich meiner Partnerin Cornelia Keller, die mich in all meinen Vorhaben unterstützt", so der Taucher.

Tauchen fasziniert

Turnschek zur WOCHE: "Wir haben am Weissensee bereits 15 Weltrekorde aufgestellt. Man muss die Strecke markieren, mit den Grundstücksbesitzern sprechen, Lampen montieren. Unter Wasser hat es zwei bis vier Grad, das ist in tieferen Lagen im Sommer aber auch nicht anders", erklärt er die Bedingungen. Der Weissensee sei für solche Aktionen aber besonders gut geeignet. "Aber es gibt ja auch Heizwesten unter den Tauchanzügen", so der Experte, den das Tauchen fasziniert. "Bis zur Brücke ist es relativ flach, man sieht die Lichtbrechung. Es spielt sich viel unter der Oberfläche ab." 

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen