Interview: Philipp Hoffmann
Gebremst wird nicht, nur Vollgas zählt

Olympiasieger Philip Hoffmann sprach gemeinsam mit seinen Eltern Jutta und Robert mit der Peter Tiefling (WOCHE) über seinen Erfolgsrun.
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  • Olympiasieger Philip Hoffmann sprach gemeinsam mit seinen Eltern Jutta und Robert mit der Peter Tiefling (WOCHE) über seinen Erfolgsrun.
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ROTHENTHURN. Young-Olympiasieger Philip Hoffmann bleibt auch im Erfolg realistisch. Mit der WOCHE sprachen er und seine Eltern über die Youth Olympic Games, seine Ziele und die elterliche Gefühlswelt.

WOCHE: Herzliche Gratulation zu Gold (Riesentorlauf) und Bronze (Teambewerb) bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2020 in Lausanne (Schweiz). Ihre ersten Gedanken beim RTL nach der Ziellinie
PHILIP HOFFMANN: Zuerst nichts, denn ich wusste nicht sofort, welche Gesamtlaufzeit ich gefahren war. Weil der Zielraum mangels Schnee verlegt wurde und das Notanzeigendisplay sehr klein und nicht sofort einsehbar war. Nur durch den Jubel der brutal vielen Zuschauer wurde mir klar, es musste eine gute Zeit sein. Als ich dann die Eins aufleuchten sah, war ich sehr glücklich.

Und bei der Siegerehrung?
Zuerst einmal Stress, denn wir mussten mit der öffentlichen U-Bahn auf den Lausanner Hauptplatz fahren. Aber dann beim Abspielen der österreichischen Bundeshymne wurde zum wiederholten Male bewusst, welche Ehre es ist, für sein Land Olympiagold gewinnen zu dürfen.

Frau Hoffman, Sie waren drei Tage live vor Ort. Ihre Olympia-Impressionen?
JUTTA HOFFMANN: Glückliche, unvergessliche Tage. Als Mutter fiebert man mit seinem Kind immer mit. Die große Zuschauerkulisse lenkte mich diesmal davon ab. Zudem bin ich bei Philips Rennen immer mit der Videokamera im Einsatz. Nach der RTL-Goldenen war das Aus im Slalom verschmerzbar. Es hat für die positive Entwicklung seines Lebens wahrscheinlich so sein müssen.

Und der Vater?
RICHARD HOFFMANN: Ich war an der RTL-Strecke. Sah einige Tore live, den restlichen Lauf nur die Laufzeit via FIS-App. Aufgrund des großen Zeitvorsprunges glaubte ich jedoch, er ist ausgeschieden und direkt ins Ziel abgefahren. Dass ich falsch lag, erfuhr ich erst später bei meinem Eintreffen im Zielgelände. Umso größer war dann die Freude über Gold. Beim Teambronze standen wir auf der Heimreise vor Zürich im Stau und hörten von der zweiten Medaille via Radio.

Aber zuvor ist der goldene Philip im Slalom ausgeschieden. Waren Sie zu übermotiviert und haben zu viel riskiert?
PHILIP HOFFMANN: Nein. Mit der gewonnenen Goldenen hatte ich schon mehr erreicht als ich mir je erhoffte habe. Konnte nur noch gewinnen und taktieren mag ich nicht. Bevor ich hinunterbremse, gebe ich lieber Vollgas.

Olympiagold und -bronze. Bisher alles richtig gemacht?
Vieles schon, aber ganz besonders meine Trainer. Annelies Glanznig, Robert Fixl (beide Schi-NMS Feistritz/Drau), Jürgen Albel (ALZ Innerkrems), Mario Pirker, Horst Lattacher (Schiclub Faak am See) und Alexander Berthold, Florian Warmuth (ÖSV). Allen ein große Danke.

Was ist für die nächsten Monate geplant?
Nachdem ich die letzen Tage sehr gut verarbeitet und eingereiht habe, geht es wieder zurück auf die Piste zum Training und den Rennen. Ich weiß, diese Erfolge waren nur ein kleiner Schritt, dem noch viele gute Leistungen folgen müssen, um bei den FIS-, Europacup- und vielleicht einmal Weltcuprennen permanent am Start zu stehen. Wichtig ist, immer realistisch zu bleiben und an sich arbeiten.

Zur Person

Name: Philip Hoffmann
Geboren: 29. August 2002
Wohnort: Rothenthurn
Eltern: Jutta und Richard
Schwester: Nathalie (18 Jahre)
Verein: SV Faaker See
Vorbild: Marcel Hirscher 
Hobby: Motocross

Olympia-Wortrap

  • Meine Olympiatage waren … sehr, sehr lange. Tagwache um 5 Uhr, Frühstück, dann Anreise zur Rennstrecke, Rennen, Flowerzeremonie, Rückreise ins Hotel, dann mit der öffentlichen U-Bahn zur Siegerehrung ins Zentrum von Lausanne, um 22 Uhr Abendessen und dann Nachtruhe.
  • Bautechniker als Lehrberuf habe ich gewählt, … weil mich der Hochbau sehr interessiert und ich mit Herrn Günther Aschenwald (Aschenwald Bau/Spittal) einen Chef habe, der ein großes Herz für meine sportliche Entwicklung hat und bei der Abstimmung Lehrplan und Sport große Rücksicht nimmt.
  • Meine Schwester Nathalie war … bis zum L17 meine Taxifahrerin. 
  • Marcel Hirscher … ist mein großes Vorbild und ich würde gerne mit ihm einmal ausführlich plaudern. 
  • Meine ersten Olympia-Gratulanten … waren Tante Annemarie Morgenstern & Co. Sie hat an meinem Goldtag gemeinsam mit Gatten Gerhard sowie Thomas und Alois Morgenstern den Geburtstag von Franz Morgenstern gefeiert. 
  • Mein bester Freund … ist Robin, wir sind schon seit unserer Kindergartenzeit unzertrennlich.
  • Schi-NMS Feistritz und Alpines Leistungszentrum Innerkrems … sind unverzichtbare Ausbildungszentren.
Autor:

Peter Tiefling aus Villach Land

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