Special Olympics: Die Medaillenjäger im Gespräch

Kämpfen bei den Special Olympics Sommerspielen um Medaillen: Marion Adenberger, Markus Oberwinkler, Michael Ramsbacher und Josef Lackner
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SPITTAL (ven). Von 7. bis 12. Juni fanden die Special Olympics Sommerspiele in Oberösterreich statt (die WOCHE berichtete). Der Bezirk Spittal war durch den Behindertensportverein Spittal, IntegrationsZentrum Rettet-das-Kind Seebach, Lebenshilfe Spittal und TRIK – Therapeutisches Reiten (Radenthein) vertreten. Die WOCHE traf sich mit den Leichtathleten Markus Oberwinkler (zwei Mal Gold bei 400 Meter und 800 Meter), Seppi Lackner (Silber 1.500 Meter), Marion Adenberger (Silber 400 Meter) und Michael Ramsbacher (Gold im 100-Meter-Lauf sowie Gold im Schlagball). 

Ein Zahlentalent

Oberwinkler (Autark) ist 31 Jahre alt und Autist - mit einem hervorragenden Zahlengedächtnis. Der Leichtathlet aus der Innernöring merkt sich nicht nur seine Bestleistungen ("62 Medaillen, neun Pokale und 18 Urkunden") auf der Laufstrecke, auch diverse Fußballergebnisse seiner Lieblingsmannschaften Red Bull Salzburg, FC Barcelona und Borussia Dortmund hat er auf Abruf bereit.
Er läuft seit 2010. Sein Trainer Werner Steindl merkte beim Schwimmtraining, dass Oberwinkler auf dem Vorfuß auftritt. "Ich dachte mir, er könnte ein guter Läufer sein. Und das ist er dann auch geworden", so Steindl. 2015 wurde Oberwinkler sogar Staatsmeister in Maria Enzersdorf und hat einmal Spitzensportler Martin Koch hinter sich gelassen. Ob er bereits nervös vor den Wettkämpfen ist? "Ja leider", so der Sportler, der im Altersheim in Radenthein oft in der Küche mithilft. "Die Bewegung taugt mir, Laufen ist auch sehr gesund", sagt er vor dem Training, das Steindl auch bei Regen nicht absagt.

"Spaßvögel"

Josef "Seppi" Lackner gehört zu den mental beeinträchtigten Athleten, seit 1997 ist der 34-Jährige beim Schwimmen und Laufen aktiv. "Es ist gesund und macht mir wahnsinnig Spaß. Ich bin froh, dass ich laufen darf und kann", so der Spittaler, der auch Freunden und Bekannten hilft, wenn er gebraucht wird. Nervös wird er erst direkt vor den Wettkämpfen. Er tritt beim 1.500- und 5.000-Meter-Lauf an. Dabei baut er ebenfalls auf Steindl als Trainer, Heidi Semmler (Lauftreff Spittal) trainiert ebenfalls mit ihm. "Wir waren heuer so stolz, Seppi beendete sogar den Vienna City Marathon" (die WOCHE berichtete). Mit Steindl habe er immer viel Spaß beim Training. "Sonst wäre es ja langweilig. Wir sind richtige Spaßvögel", sagt er.

Laufen und Schlagball

Der 18-jährige Michael Ramsbacher (Integrationszentrum Rettet das Kind Seebach) aus Rennweg kam mit Down Syndrom zur Welt und läuft seit drei Jahren. Seit rund vier Jahren ist er auch im Schwimmteam aktiv. "Ich bin gut im 100-Meter-Lauf und am Schlagball", so der Liesertaler, dessen Vater Johann ebenfalls - im Partnerlook - auf der Rennstrecke im Training mitläuft. Ob Trainer Steindl anschließend mit aufs Foto soll? "Aber geh, der doch nicht", scherzt er. Die eher schüchterne Marion Adenberger (32) aus Seeboden ist - wenn sie nicht sportelt - freitags bei Adeg Haller in Seeboden und bei der Lebenshilfe Spittal aktiv. Seit ihrer Kindheit schwimmt sie im Behindertensportverein Spittal.

Institutionen haben Vorteil

Steindl, der seit Jahrzehnten seine Freizeit und nun einen großen Teil seiner Pensionszeit für die Sportler hergibt, ergänzt: "Die Special Olympics sind für die breite Masse gedacht. Im österreichischen Behindertensportverband geht es um Leistung, da gibt es eigene Staatsmeisterschaften. Aber die großen Institutionen haben den Vorteil, dass sie finanziell diverse Förderungen erhalten. Wir vom BSV in Spittal tun uns da schon schwerer, müssen auch alles selbst finanzieren." 

Autor:

Verena Niedermüller aus Spittal

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