Die MTG hat 2018 viel vor

Das erste Biwak wurde feierlich im Garten des Hotels Postillion am See in Millstatt eröffnet
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  • Das erste Biwak wurde feierlich im Garten des Hotels Postillion am See in Millstatt eröffnet
  • Foto: MTG/Mößlacher
  • hochgeladen von Verena Niedermüller

MILLSTATT (ven). Die WOCHE sprach mit der Geschäftsführerin der Millstätter See Tourismus GmbH (MTG) Maria Wilhelm. Am 15. Dezember wird das letzte Biwak am Goldeck eröffnet. 

WOCHE: Die Biwaks sind ein voller Erfolg. Es wird noch ein Biwak am Goldeck eröffnet.
MARIA WILHELM: Von der Architektur und Formensprache her ist es wie die bisherigen Biwaks, es sind insgesamt sieben. Die Idee der Biwaks ist ja, dass sie der Geschichte von "Zeit zu zweit" folgt. Sie haben die Zielsetzung, sich voll auf den Partner zu konzentrieren, in dieser Zeit auf die Natur. Wenn man den Bereich Natur abdecken will, ist es wichtig, an ganz besonderen Plätzen zu sein, wie eben das Goldeck.

Warum ist das Goldeck so besonders?
Es erzählt einen Teil der Geschichte von "Zeit zu zweit", von "Biwaks unter den Sternen". Wir haben sie am See, auf mittlerer Höhe am Alexanderhof und nun eine ganz zentrale Bergberührung. Am Goldeck hat man das Panorama, die Unmittelbarkeit in die Welt der Dreitausender. Der See liegt in den sanften Nockbergen, man sieht in die Welt der Dreitausender. Man ist quasi schon erhaben - deshalb auch der Name "Cielo/Himmel". Es gibt auch das Sternenfenster. Man ist in der Natur, aber am Berg. Es ist großartig und ich bedanke mich bei den Partner vom Goldeck für die Ermöglichung.

Wer bewirtschaftet das Biwak am Goldeck?

Bewirtschaftet wird es vom Hotel Erlebnis Post in Spittal. Am 15. Dezember wird es eröffnet. Es ist das einzige Biwak, das zur Zeit winterfest ist. Für den Erlebnisraum Millstätter See und der MTG war es heuer ein Newswert, der alles getoppt hat. Für einen Betrieb ist es eine Möglichkeit einer besonderen Positionierung. Das Goldeck hat damit wieder ein neues Produkt im Portfolio und kann damit eine neue Geschichte erzählen. Es ist der Kern des ganzen, den Erlebnisraum mit Geschichten aufzuwerten. Es wird auch den Gourmetkorb oben geben.

Fokussiert sich die "Zeit zu zweit" immer auf ein Liebespaar?

Nein, ganz und gar nicht. Es gibt ja verschiedene Arten. Im ersten Jahr soll das Thema "Vater und Sohn" vorherrschend sein. Ich denke, es eignet sich gut für eine Skitour mit Männergesprächen (schmunzelt.)

Der Spittaler Tourismusverband bietet Picknicks am Goldeck an. Lässt sich dies verbinden?
Das kann man gut zusammen anbieten und ergänzt sich.

Der Weg der Liebe war auch ein Erfolg...
Die Grundidee dessen war, nicht einen Erlebnisweg zu machen, denn die haben wir zu tausenden. Was mir dabei wichtig war, ist, dass die Geschichte die Gäste, die Einheimischen, die dort gehen, erzählen. Natürlich stimulieren wir das ganze, aber das Erlebnis ist für jeden individuell. Dort entsteht die Geschichte durch das, was die Leute in die aufgelegten Bücher reinschreiben. Das stimulieren wir in der Fragestellung "Wie nennst du deinen Liebsten", "Was gibt eurer Liebe Kraft" oder "Was ist das verrückteste, das du je aus Liebe getan hast?". Wir merken, wenn wir fragen, kommen natürlich flache, aber auch richtig emotionale Dinge daher. Es ist bewundernswert, mit welcher Offenheit die Menschen hier antworten.

Vielleicht weil es anonym ist?

Natürlich auch anonym, aber sie merken genau, dass es uns ein ernsthaftes Anliegen ist und schreiben in voller Offenheit. Man merkt es auch, wie die Bücher behandelt werden. Es wird nicht herumgeschmiert oder keine Blätter rausgerissen. Diese Geschichte aus "Zeit zu zweit" war ein großes Anliegen, dass sie in einem Buch mündet. Jetzt haben wir die Texte kuratieren lassen, denn es gibt ja verschiedene Arten der Liebe. Diese Bücher können die Leute nun im Kreuzgang im Stift Millstatt lesen. Nächstes Jahr soll hier auch eine Installation zum Thema gemacht werden. 

Wird der Weg der Liebe weiterentwickelt?
Er geht von der Alexanderhütte bis zum Granattor. Es wird auch vorerst dabei belassen.

Im Mai ist eine große E-Bike-Veranstaltung rund um den See geplant. Welche Details stehen schon fest?
Wir sind jetzt mitten in der Vorbereitung. Vom 11. bis zum 13. Mai findet es statt, zentraler Partner wird der Delius Klasing Verlag sein. Wir wollen uns mit dem Thema E-Bike zu einer Modellregion entwickeln. Es ist ein ganz wichtiger Impuls, dass wir an unserer Basisinfrastruktur arbeiten und in richtung Digitalisierung und Mobilität. Das Anreiseverhalten wird sich enorm verändern, die Menschen haben ein Bewusstsein in Sachen CO2-Ausstoß. Es geht um Nachhaltigkeit, auch kultureller. Das ist enorm wichtig im Zusammenspiel mit dem Bereich Mobilität.
Es soll eine Expo dabei sein, auf der man sich über die neuesten Trends informieren kann. Es werden auch Teststrecken und geführte Touren angeboten, es kommen Insider aus der Bike-Szene mit Tom Öhler und Hans Rey. Es wird am Freitag am Abend in jedem Ort rund um den See - auch in Spittal - eine kleine Veranstaltung geben.

Zwischen Spittal und Seeboden gibt es aber noch keinen Radweg..
Diese Anbindung ist sehr wichtig. Das wird spannend, wenn wir die Schlucht sperren, denn da wird man erstmals erleben, wie toll das ist, wenn man mit dem Rad zum See bzw. zum Drauradweg kommt. Ich glaube, es wird eine tolle Erfahrung, die man den Einheimischen bieten kann. Die Politik darf uns natürlich tatkräftig dabei unterstützen (schmunzelt). Der Drauradweg ist ein Leitprodukt Kärntens, viele Betriebe in Spittal machen Geschäft damit. Das zu vernetzen und anzubinden ist eine wichtige strategische Aufgabe für die Region. In ganz Österreich steht an erster Stelle das Wandern, in Kärnten das Radfahren. Wir müssen hier schon wissen, welche Herausforderungen an uns gestellt werden.

Der Lieserschlucht-Radweg ist also schon längst überfällig.
Ich versuche, diese Hürden zu verstehen, aber ganz zentraler Punkt ist wirtschaftlich gesehen der Tourismus. Wir müssen - wenn wir reüssieren wollen - das durch den Blick des Gastes tun und wettbewerbsfähig sein. Wir müssen unsere Basisinfrastruktur in Schuss und im Griff haben.

Auch für den Einheimischen?

Das kommt ja noch dazu, dass die Einheimischen den Radweg mit nutzen und Freude daran haben.

Was hat die MTG im Jahr 2018 noch geplant? Welche Projekte werden in Angriff genommen?
Wir arbeiten ständig an der Produktentwicklung, das ist das A und O. Die Digitalisierung und Big Data sind große Dinge. Wir haben eine Fülle von Daten, nicht nur von den Gästen aus dem Anfragemanagement. Auch Wege, die georeferenziert sind. Wir müssen hier ansetzen, um aus unseren Strukturen das bestmögliche herausholen.
Bei den Almenwelten geht es darum, dass man die Bergwelt rund um den Millstätter See erlebbar macht. In genau diesem Gebiet halten sich die Gäste auf, nur ein Bruchteil startet in die Dreitausender. Was ist der Wert einer Alm, auch gesundheitlich gesehen? Was heißt Almwirtschaft? Welche Menschen stehen dahinter, die den ganzen Sommer auf einer Alm verbringen?
Ein wichtiger Punkt ist auch, dass wir die Betreuung unserer Betriebe verbessern. Durch die Herausforderungen brauchen wir hier ein gutes Netzwerk, dass die Betriebe anschlussfähig bleiben. Ein Betrieb ist nur dann auf der Landkarte eines Gastes, wenn er online aufscheint. Was heißt Servicierung? Es ist nicht damit abgeschlossen, das Angebot rauszuschicken. Sobald der Gast beginnt, eine Reise zu planen und die ersten Mails absetzt, habe ich ihn schon. Die "Customer Journey" ist wichtig. Der Gast will in jedem Teilbereich davon auf anderen Kanälen anders angesprochen werden.

Stichwort Online-Buchung und -Vertrieb: Wie könnte man die Vermieter hier noch unterstützen?
Wir werden einen neuen Prozess definieren müssen, der ganz klar auch die Ziele aufzeigt. Es gibt Betriebe, die können und wollen. Es gibt welche, die wollen, können aber nicht. Jetzt geht es darum, dass wir denen nicht nur sagen, sie müssen online buchbar sein, sondern er kann sich auch viel von den eigenen Netzwerken wie Feratel rausholen.
Es ist wichtig von der MTG, Manpower bereitzustellen, die in den Betrieben mit drei, vier Leuten arbeiten. Hier gibt es ja auch unterschiedliche Wissensstände. Wir müssen vermitteln, wie sie den Content der Destination bestmöglich für sie nutzen. Das beginnt mit ganz einfachen Dingen, wie Winterbilder im Winter auf der Homepage zum Beispiel.
Man muss das einfach strukturieren.

Das heißt, der Coach geht in die Betriebe und sieht sich das individuell an?

Ja. Aber mir geht es auch stark darum, in kleinen Gruppen zu arbeiten und aufzuzeigen, was ist Standard, wie kann man erfolgreich sein, welche Geschichte erzählst du zu deinem Haus.

Wieviele Betten sind in der MTG vorhanden?
Wir haben ungefähr 10.000 Betten, dazu kommen die Campingplätze. Wir haben circa 1.000 Betriebe, die wir anschreiben.

Zur Tourismusabgaben: Hier stehen noch Zahlungen aus. Gibt es seitens der MTG Druck ans Land, damit dies schneller abgewickelt wird?

Durch die Umstellung auf das neue Tourismusgesetz ist die Abrechnungsart geändert worden. Die Tourismusabgabe bekommen wir vom Land, wie die Tourismusverbände. Es gibt die Sichtweise seitens der Destinationen, dass das vierte Quartal von 2014 ausständig ist, was das Land aber anders sieht. Das Land rechnet kameralistisch ab, wir haben die doppelte Buchhaltung. Final können wir das dann sagen, wenn es eine Endabrechnung gibt. Diese ist prognostiziert mit 2018. Und das betrifft alle Regionen in Kärnten.

Das erste Biwak wurde feierlich im Garten des Hotels Postillion am See in Millstatt eröffnet
MTG-Geschäftsführerin Maria Wilhelm freut sich auf das Biwak am Goldeck, das am 15. Dezember eröffnet wird

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