Wirtschaftskammer Kärnten
Lendorferin ist neue Innungsmeisterin der Schneider

Schneidermeisterin Birgit Moser ist neue Landesinnungsmeisterin für Mode und Bekleidungstechnik
  • Schneidermeisterin Birgit Moser ist neue Landesinnungsmeisterin für Mode und Bekleidungstechnik
  • Foto: Moser
  • hochgeladen von Verena Niedermüller

Schneidermeisterin Birgit Moser vertritt als Innungsmeisterin 389 Mitgliedsbetriebe der Mode und Bekleidungstechnik. 

LENDORF (ven). "Landesinnungsmeisterin für Mode und Bekleidungstechnik" - das ist der neue Titel von Schneiderin Birgit Moser aus Lendorf. Sie übernahm nun die Funktion von Gertrude Mascheßnig-Haberl.

"Große Anerkennung"

"Als man an mich herangetreten ist und mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte, die Funktion der Landesinnungsmeisterin zu übernehmen, war ich sehr überrascht, fühlte mich aber auch sehr geehrt. Ich empfinde es als eine große Anerkennung, meiner Arbeit als Schneidermeisterin, von meiner Vorgängerin Gertrude Mascheßnig-Haberl", so Moser zur WOCHE. Sie vertritt nun die Interessen der gesamten Gruppe der Mode und Bekleidungstechnik, dazu gehören neben den 124 Schneidern auch die Textilreiniger, Kürschner sowie Stricker und Sticker. "Insgesamt sind es 389 Mitgliedsbetriebe."

Mehrzahl Frauen

Von den 124 Schneiderbetrieben werden 110 von Frauen geführt. "Für den Beruf als SchneiderIn ist neben Genauigkeit, Fingerfertigkeit und Kreativität auch viel Geduld gefordert. Eine mögliche Erklärung wäre vielleicht, dass es wohl im Naturell der Frau liegt", überlegt sie. Natürlich gebe es in Kärnten, national und international ebenso ausgezeichnete männliche Kollegen, die meist den Beruf des Herrenschneiders ausüben. 

Billigimport als Herausforderung

Eine echte Herausforderung für den Berufsstand der Maßschneider sei laut Moser der Import von Billigprodukten der großen Textilketten und der Online-Handel, die in Niedrigstlohnländern fertigen lassen. "Dadurch wird beim Konsumenten unser Beruf, der Wert unseres Handwerkes und regionale Wertschöpfung sehr verzerrt wahrgenommen. Hier müssen wir Kunden Schritt für Schritt überzeugen und wieder zurückgewinnen. Als Meister- und Handwerksbetriebe zeichnen wir uns durch so viel mehr aus als H&M und Co."

Wenig Lehrlinge in der Branche

Selbst kann Moser derzeit keinen Lehrling ausbilden, denn dafür gebe es strenge Gesetze, die einzuhalten sind. "Als Landesinnungsmeisterin und Einzelunternehmerin kommt es sehr oft vor, dass ich für meine Kunden und Mitglieder tagsüber unterwegs bin." Das führt dazu, dass sie sich sehr oft erst abends hinter die Nähmaschine setzt. Insgesamt gebe es sehr wenige Lehrlinge in diesem Bereich, aber auch wenig Betriebe, die bereit sind, auszubilden. "Das wird sicher ein großes Thema für unsere Branche in den nächsten Jahren werden. Viele Betriebe haben sich auf Nischenprodukte spezialisiert wie z.B Arbeitsbekleidung, qualitativ hochwertige Trachten etc. Was dazu führen kann, das ein Betrieb nicht die Möglichkeit hat, alle Bereiche einer Schneiderausbildung abzudecken. Ein Lehrling muss aber eine sehr breit gefächerte Ausbildung erhalten."

Auf zwei Wegen zum Schneider

Erlernt werden kann der Beruf über zwei Ausbildungswege: Dual (Lehre, Berufsschule) oder durch eine Höhere berufsbildende Modeschule. "Wobei der Ausbildungsschwerpunkt in den letzten Jahren vermehrt auf Modemarketing und Design gelegt wurde. Gerade im Modebereich steigen hier oft nur wenige Absolventen eines Jahrganges in der Branche ins Erwerbsleben ein. Viele gehen studieren oder gehen in eine ganz andere berufliche Richtung weiter." Eltern sind dabei gefordert, mit ihren Kindern gemeinsam herauszufinden, welcher Weg eingeschlagen werden soll. 

"Rückgrat aller Branchen"

Die duale Ausbildung sei für Moser das Rückgrat aller Handwerksbranchen. "Aber leider wurde durch jahrelange Misspolitik und schlechte Medienberichte die Lehre gesellschaftlich abgewertet. Beide Ausbildungswege sind hochwertig und haben ihre Daseinsberechtigung, aber erfahren derzeit auch sehr unterschiedliche gesellschaftliche Wahrnehmung." Viele berufsbildende Schulen und Entscheidungen der Eltern für ihre Kinder hätten in den letzten 20 Jahren dazu beigetragen, dass Lehrberufe weniger nachgefragt würden und es für Betriebe immer schwieriger werde, Lehranfänger zu finden. "Die Wirtschaftskammer setzt hier seit Jahren Akzente in der Richtung." 

"Viele pfuschen"

Bei den Jobchancen in der Branche käme es auf Qualifikation, Ausrichtung und Motivation an. Kritisch sieht Moser, dass viele den Weg in die Selbstständigkeit suchen, aber nur mit einem freien Gewerbe und so "im Bereich von reglementieren Berufen pfuschen". 

Übung macht den Meister

Dem Nachwuchs rät Moser, dass man die Liebe zum gewählten Beruf habe. "Das Schneiderhandwerk erfordert neben handwerklichen Geschick, Fingerfertigkeit, Genauigkeit und Geduld auch noch logisches und mathematisches Verständnis und kreatives Denken." Außerdem Interesse und ein gewisses Maß an Disziplin. "Ein kleiner Tipp: Das Erlernte zu Hause ausprobieren und dadurch gleichzeitig üben ist nicht verkehrt. Schon meine Großmutter hat gesagt 'Übung macht den Meister'."

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