14.09.2014, 00:53 Uhr

60 Jahre Huby Mayer

1968 trat Huby Mayer erstmals beim Sennerinnen-Ball mit seiner Steirischen Harmonika auf. (Foto: KK)

Mit Dankbarkeit blickt der Fidele Mölltaler auf seine 60 Lebensjahre zurück. Einblick in seine Gedanken erlaubt er der WOCHE.

FLATTACH (pgfr). WOCHE: Wenn man so viele musikalischen Erfolge erreicht hat wie Sie, wo liegen dann die Ziele?

MAYER: Mein Bühnenleben war sehr erfolgreich, da habe ich keine großen Ziele und Träume mehr. Als Komponist allerdings darf man nicht aufhören zu träumen. Tut man es doch, dann fällt einem nichts mehr ein. Das Lieder schreiben macht mir nach wie vor großen Spaß und da hoffe ich werde ich noch viel Schönes hervorbringen können.

Musiker oder Komponist Huby Mayer, was wiegt mehr?
Der Komponist und Liedschöpfer. Lieder schreibe ich seit meinem 13. Lebensjahr. Im Laufe der Jahre allerdings hatte sich das verlagert.

Wenn es nicht das Mölltal wäre, wo könnten Sie sich vorstellen zu leben?
Wir fidelen Mölltaler sind viel herumgekommen und haben viele schöne Orte kennengelernt. Kein einziges Mal aber habe ich einen Gedanken daran verschwendet woanders leben zu wollen als hier. Je mehr man gesehen hat von der Welt, desto mehr schätzt man die Heimat.

Welchen Ratschlag geben Sie jungen Musikern mit auf den Weg?
Die Musik muss ins Herz der Zuhörer gehen, also müssen sie versuchen Melodien zu schreiben oder zu spielen die das tun. Wenn sich dann die ersten Erfolge einstellen, ist es wichtig am Boden zu bleiben. Man muss seinen eigenen Weg finden und niemanden kopieren. Das sieht zwar leichter aus als es ist, ist aber möglich.

Gab es einen Richtungsweiser in Form einer Person in Ihrem Leben? Mein erster Mentor, Alois Vierbauch, war der damalige Kapellmeister der Trachtenkapelle Flattach. Er brachte mir die ersten Grundbegriffe der Blasmusik bei. Aus diesem Grund habe ich ihm später eine CD gewidmet. Ansonsten aber hatte ich immer eine innere Stimme, die mich gut geleitet und Gott sei Dank bis heute nicht verlassen hat.

Welchen Ausgleich gibt es zur Musik?
Die Musik bietet mir Ausgleich genug. Ich bin auf vielen verschiedenen Ebenen tätig, dadurch habe ich ein sehr ausgeglichenes und erfülltes Leben.

Wie halten Sie sich fit?
Bewegung in der Natur ist mein Lebenselixier. Ich bin Heger und Jäger. Was heißt, dass das Unterwegs sein im Wald nicht mit 31. Dezember, dem Jagd-Schluss, endet.

Kind der Berge
Ich bin ein Kind der Berge, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Den Sommer vor meiner Geburt 1954 verbrachte meine Mutter 19-jährig als Sennerin auf der höchst bewirtschafteten Alm Kärntens, in der Garnitzen in der Großfragant. Am 10. September ging sie ins Tal, um mich acht Tage danach zur Welt zu bringen.

Sehen Sie entspannt in die Zukunft?
Die weltpolitische Lage macht mir schon ein wenig Angst. Ich hoffe auf die Vernunft der Politiker und allen die Verantwortung für den Frieden auf dieser Erde tragen. Ich wünsche mir, dass meine Söhne genauso das Glück haben werden weiterhin in Frieden leben zu können. Ich hoffe, dass sich das Großvater-Dasein noch leicht ausgehen wird und ich meinen Enkelkindern, wie ich es auch bei meinen Kindern getan habe, die Musik weitergeben kann.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.