29.11.2017, 11:24 Uhr

Beliebter Schmarotzer

Aus Fresach stammen die Mistelzweige, die Monika Brugger aus Paternion verkauft.

Neben der Macht, die ewige Liebe zu sichern, wird der Mistel auch heute noch eine heilende Wirkung zugeschrieben.

SPITTAL (pgfr). Das Küssen unter einem Mistelzweig zählt wohl zu den schönsten Weihnachtsbräuchen. Diesen Paaren soll dadurch ewige Liebe und Glück beschieden sein. Die Mistel ist nicht nur deshalb eine zauberhafte Pflanze. Neben einer beziehungsfördernden Wirkung hat die Pharmaindustrie die Inhaltsstoffe der Mistel entdeckt.

Misteln hängen hoch

Mistelzweige in allen Größen sind ab Ende November auf den Bauernmärkten, in Baumschulen und zum Teil in Blumengeschäften erhältlich. Donnerstags am Spittaler Wochenmarkt verkauft Monika Brugger aus Paternion beispielsweise Mistelzweige aus Fresach. „Sie sind schwer zu ernten, weil sie so hoch oben wachsen“, erzählt die Standlerin, die die Misteln auch in Adventkränzen und Dekorationen eingearbeitet anbietet.

Viele Mythen

Die keltischen Druiden kletterten bei Vollmond in die Eichen, um mit ihren goldenen Sicheln Mistelzweige zu schneiden und daraus geheimnisvolle Zaubertränke zu brauen. So steht es in den beliebten Asterix-Comics. Die Germanen hingegen schnitten die Mistelzweige als Glücksbringer zur Wintersonnenwende. Vor allem ihre ungewöhnliche Lebensweise war der Grund, warum die Mistel unter den Urvölkern ein hohes Ansehen genoss.

Kein echter Schmarotzer

Misteln besitzen kein gewöhnliches Wurzelwerk, sondern bilden spezielle Saugwurzeln, mit denen sie in das Holz des Wirtsbaums eindringen und seine Leitungsbahnen anzapfen. Im Gegensatz zu den echten Schmarotzern betreiben sie aber selbst Photosynthese.

Kugelrund und immergrün

Der kugelförmige, immergrüne Mistelzweig hat kleine, weiße Beeren drauf und erhält, meist noch etwas aufgeputzt, also einen Platz über der Tür. Ein guter Standort aber auch deshalb, weil Grün und Beeren giftig sind und nicht in Reichweite von Kindern sein sollen.

Heilende Wirkung

Wie immer, die Dosis macht das Gift. Misteln als Tee findet innerlich wie äußerlich Anwendung gegen Schwindel, epileptische Anfälle, hohen Blutdruck, Ekzeme, Arthrosen und Krampfadern. Auch gegen Krebs finden Mistelpräparate ihre Anhänger.
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