12.04.2017, 18:22 Uhr

Der Bauernhof als Abenteuer

Christine und Josef Schneider mir ihren vier Kindern (Foto: KK/Schneider)

Josef und Christine Schneider aus Seeboden bringen das Leben, die Arbeit und die Produkte eines Bauernhofes Kindern näher.

SEEBODEN (ven). Abenteuer Bauernhof - diesem Motto haben sich Christine und Josef Schneider aus Seeboden auf ihrem Hof verschrieben. Schulklassen wird dort das Leben und die Produkte des Hofes nähergebracht. Mit diesem Projekt erreichten sie den zweiten Platz beim WOCHE Regionalitätspreis 2016 in der Kategorie Land- und Forstwirtschaft.

"Nicht gerechnet"

"Mit dem zweiten Platz haben wir ja überhaupt nicht gerechnet", freut sich Christine Schneider. Sie und ihr Mann betreiben bereits in fünfter Generation den Santlerhof. Sie habe lang überlegt und auch verfolgt, wer bisher beim Regionalitätspreis gewonnen habe, entschloss sich dann doch zur Einreichung. Und freute sich sehr über den erreichten zweiten Platz. Vor zwölf Jahren hat sie begonnen, den Hof für Schüler und Kindergartenkinder zugänglich zu machen. "Mein Sohn war im Kindergarten, damals war es 'cool', auf Jause und Saft auf einen Bauernhof zu kommen", sagt sie. Der Stall und das Drumherum waren dabei natürlich der Mittelpunkt.

Lila Kuh?

"Was ich nie vergessen werden: Als ich die Stalltür öffnete, fragte ein Kind doch tatsächlich, wo die lila Kuh ist und eines war felsenfest davon überzeugt, dass der Speck von der Kuh stammt", so Schneider schockiert. Sie wunderte es, dass das Wissen über Kühe und Speck in unseren ländlichen Regionen nicht Standard ist.

1.500 Kinder in zwei Jahren

So ist das Projekt immer mehr gewachsen, den Kindergartenkindern folgten die Volksschüler und auch die aus der Neuen Mittelschule. "In den letzten zwei Jahren hatten wir rund 1.500 Kinder hier, hauptsächlich aus Seeboden und Umgebung, sowie Spittal und auch Radenthein." Die Seebodener Seepferdchen veranstalten ihr Abschlussfest bei Schneider, seit dem Vorjahr kommen auch die Kleinsten aus der Kita "Seesterne" regelmäßig vorbei. Das Programm findet ausschließlich bei schönem Wetter statt, es gibt Stallregeln und die Kinder bewegen sich so drei bis vier Stunden an der frischen Luft.

Leben ohne Landwirte?

Das Programm wird dabei altersabhängig gestaltet. Dabei sehen und erleben die Kinder die Schritte vom Korn zum Brot, vom Gras zur Milch, es gibt Workshops für "Schmexperten und Wiesendetektive" oder es wird um den Titel "Melkkönig" gerittert. Die Kinder backen selbst Striezel, schütteln Butter und beschäftigen sich mit Kräutern. "Wenn man es selber macht, dann behält man es leichter". Dabei stellt sie den Kindern auch immer die Frage: Was könne man noch kaufen, wenn es keine Landwirte gäbe?

Dank an Chef

Und: "Kinder sehen, wie groß und laut eine Kuh wirklich ist, die sie sonst nur aus den Medien kennen." Die Kühe in Schneiders Stall sind bereits an die Kinder und den doch manchmal auftretenden Lärm gewöhnt. "Wir haben ja selbst vier Kinder", so die Bäuerin, die noch nebenbei als parlamentarische Mitarbeiterin arbeitet und sich bei ihrem Chef Erwin Angerer für die Möglichkeit bedankt, das Abenteuer Bauernhof so flexibel anbieten zu können.

Zur Sache:

Projektname: Abenteuer Bauernhof
Name: Christine und Josef Schneider, vlg. Santler
Ort: Seeboden
Größe des Hofes: 23 Hektar, inkl. Wald
Art: Mutterkuhbetrieb mit Fleckvieh, 38 Stück Vieh
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