13.03.2017, 12:00 Uhr

Der Frühling erwacht wieder

Karin Schlieber präsentiert stolz ihre Frühlingstulpen. (Foto: Schlieber)

Blühende Frühlingsblumen geben uns gute Laune und Lebensfreude.

OBERMILLSTATT (ega). Der lange Winter ist vorüber und mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erblicken wir schon die ersten Frühlingsblumen in der Natur. Welche sich davon zum Pflücken eignen und welche geschützt oder giftig sind, erfahren wir von Karin Schlieber von der Kräuterstube Schlieber in Obermillstatt. Sie wird auch gerne als „Kräuterhexe Karin“ bezeichnet und ist Expertin auf diesem Gebiet.

Lebensfreude erwacht

„Die ersten zaghaften Blüten im Frühling geben uns allen wieder Hoffnung, dass es weitergeht. Ein positives Gefühl, Lebensfreude erwacht mit den längeren Tagen und den wärmeren Temperaturen“ so Schlieber. Und auch in unseren Gärten erleben wir eine Farbenpracht, welche uns die ersten Frühlingsblumen bescheren. Schlieber fügt hinzu, dass sich die Vegetation trotz des langen Dauerfrosts ganz normal entwickelt. Schon Mitte Feber konnte man die ersten Schneeglöckchen in der Natur erblicken.

Typische Frühlingsblumen

Früh findet man ab Feber die ersten Blüher wie Krokus, Gänseblümchen und Primeln an sonnigen und geschützten Plätzen wie am Bach und an Waldrändern. Wenig später ab März erblickt man schon Frühlingsblumen wie Lärchensporn, Buschwindröschen, Scharbockskraut, Veilchen, Lungenkraut und Knoblauchsrauke. Außerdem wächst auf steinigen Wegrändern der gelbe Huflattich, welcher früher oft als Hustentee verwendet wurde. Dies sei aber nicht ratsam, da er schädliche Stoffe enthält. Auch die Erica blüht um diese Zeit und gibt den ersten Bienen Blütennahrung. Weitere Frühlingsblüher sind Ackerstiefmütterchen, Schlüsselblumen, Löwenzahn, Hirtentäschel, rote Taubnessel, Günsel, Ackerehrenpreis und Gundelrebe. Drauffolgend im April finden wir dann Wiesenschaumkraut, weiße Taubnessl und Maiglöckchen.

Heilende Eigenschaften

Einige dieser Frühlingsblumen haben zudem heilende Eigenschaften, wie zum Beispiel das echte Veilchen (Viola Odorata), das ist ein Heilmittel gegen Husten. „Dazu nimmt man die Wurzel, aber auch Blätter und Blüten. Das Veilchenblütenkonfekt war die Lieblingsnascherei der Kaiserin Sissi“ fügt die Kräuterhexe schmunzelnd hinzu. Aber auch die blutreinigenden Eigenschaften vom Ackerstiefmütterchen und dem Gänseblümchen seien nicht zu vergessen. Die Löwenzahnblätter und Wurzeln wirken entschlackend und die bittere Wurzel wirkt außerdem positiv auf die Leber.

Achtung giftig

Zu den giftigen Frühlingsblühern gehören Osterglocken ( gelbe Narzisse), Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblumen, Christrosen, Winterling, Hyazinthen, Tulpen, Ranunkeln und Anemonen. Diese sind giftig für Mensch und Tier. „Bei Vergiftungen, was bei Kindern manchmal aus Neugierde passiert, soll man sofort die Vergiftungszentrale anrufen. Auch die Einnahme von zerstoßenden Kohletabletten mit Wasser bindet das Gift vorläufig“ rät Schlieber. Sie warnt davor, dass Katzenbesitzer achtsam sein sollen, wenn sie Blumen drinnen in der Vase aufstellen. Wenn die Katze daran knabbert, könnte sie sich vergiften.

Zum Verzehr geeignet

Geeignet sei das Scharbockskraut, davon kann man die Blätter unter den Kartoffelsalat mischen. Sobald dieses blüht, sei es laut Schlieber aber giftig. Aus Veilchen kann man schmackhaften Veilchenblütenessig, Sirup oder Likör bereiten. Löwenzahnblüten kann man zu Löwenzahnhonig verarbeiten. „Die Gundelrebe, welche violett blüht, ist das Hauptgewürz für unser Kärntner Ritschert“ so Schlieber. Sie fügt hinzu, dass in jede Suppe etwas Gundelrebe gehört.

Geschützte Blumen

Zu den geschützten Frühlingsblühern werden Schlüsselblume, Küchenschelle, Krokus, Seidelbast, Christrosen, Narzissen und Schneeglöckchen gezählt. Man darf diese Pflanzen nicht pflücken.

Einfache Dekoration

Wenn man Frühlingsblumen pflückt, muss man auf einiges achten. „Osterglocken müssen immer alleine in die Vase kommen, da sie eine schleimige Flüssigkeit absondern, welche die Leitungsbahnen von anderen Blumen verstopfen würde“, informiert Schlieber. Somit sollte man Tulpen nicht mit Osterglocken einfrischen. Als Auflockerungsdekoration in den Frühlingsblumensträußen eignen sich Zweige von der Korkenzieherhasel, Drachenweide und des Heidelbeergestrüpps, so die Kräuterhexe.

Blumen im Garten

Als Abschlusstipp rät Schlieber, dass man die Zwiebeln bereits im Herbst einpflanzen sollte, wenn man im Frühling ein buntes Beet an Blumen im eigenen Garten haben möchte. „Auch im Garten freuen wir uns über frische Frühlingsfarben. Dann steht einem bunten Frühling nichts mehr im Wege“ meint Schlieber.

ZUR SACHE:
2017 ist der astronomische Frühlingsanfang bereits am 20. März, nicht wie sonst am 21. März. Mit den wärmeren Temperaturen beginnen auch schon die ersten Pflanzen zu wachsen. Besonders schneeresistent sind die Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblumen und die Christrose, sie trotzen Schnee und Eis. Zu besonders beliebten Frühlingsblumen im Garten zählen die Narzissen.
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