25.10.2017, 10:03 Uhr

Der letzte Takt - längst vergessene Totenlieder

Hans Pleschberger und seine Mutter in Rennweg (Foto: KK/ORF/Senegacnik)

Hans Pleschberger hält in acht Büchern alte Toten- und Wachlieder fest.

RENNWEG. Der Tod gehört genauso zum Leben wie die Musik. Beides ist Inhalt des Österreich Bildes „Der letzte Takt“ aus dem Landesstudio Kärnten, das am Sonntag, dem 29. Oktober 2017 ab 18.25 Uhr in ORF 2 ausgestrahlt wird. Der Film erzählt die Geschichte des ehemaligen Lehrers und Chorleiters Hans Pleschberger, der als Student im Katschtal von Bauernhof zu Bauernhof unterwegs war, um sich Toten- und Wachlieder vorsingen zu lassen.

Singen am Totenbett

Die alten übertragenen Toten- und Wachlieder hat der heute 74- jährige Hans Pleschberger in acht Büchern handschriftlich festgehalten. In den Zeilen und Noten steckt die Geschichte der sogenannten Wachlieder. Das waren Lieder, die am Totenbett in jener Zeit gesungen wurden, als Verstorbene noch zuhause aufgebahrt wurden. Familie und Nachbarn kamen vorbei, um in der Gemeinschaft den Toten mit Musik, Gebeten und Gesprächen zu verabschieden. Oft wurde bis zu drei Tage lang Wache gehalten, bevor der Verstorbene dann abgeholt und zum Friedhof gebracht wurde.

Mutter erzählt von früher

Pleschberger erzählt über seine Passion, diese Lieder für die Ewigkeit festzuhalten. Er besucht seine 103 Jahre alte Mutter Maria in Rennweg, um sich erzählen zu lassen, wie das Verabschieden seinerzeit tatsächlich stattgefunden hat. Der Zuschauer wird in eine Zeit zurückversetzt, in der die Totenwache auch mit zahlreichen Bräuchen und Ritualen einherging. Einige der Lieder werden auch zu hören sein. Es singen der Katschtaler Kirchenchor und das Quartett MundArt.

Musikalisches Geleit

„Der letzte Takt“ ist eine Dokumentation über das letzte musikalische Geleit vom Totenbett zum Grab. Sie versetzt uns in eine Zeit, als der Tod noch näher am Menschen und in der Gemeinschaft vielleicht ein bisschen leichter zu ertragen war. Heute spielt die Musik eine untergeordnete Rolle und auch der Tod ist anonymer geworden.

Zur Sache

„Der letzte Takt – Fast vergessene Totenlieder“
Sendetermin:
Österreich Bild, 29. Oktober 2017 um 18.25 Uhr, ORF 2

„Der letzte Takt – Fast vergessene Totenlieder“ kann auch am Live Stream mitverfolgt werden und ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) abrufbar.
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