26.08.2016, 17:14 Uhr

"Enkeltaugliche Zukunft" eingeläutet

Die Bürgermeister Eder (li.) und Pirih (re.) mit den Umweltexperten Holub und Merkac

In Rennweg die erste Windkraftanlage Oberkärntens offiziell in Betrieb genommen.

RENNWEG. In Oberkärnten dreht sich das erste Windrad. Vor sechs Jahren war Günter Genser zusammen mit Lebenspartnerin Roswitha Koch am steilen Atzenberg in Rennweg in 1.500 Meter Höhe auf die Idee zur alternativen Stromerzeugung gekommen: "Wenn hier der Wind auffrischt ist es doch a Kas, wenn man das nicht ausnutzt." So berichtete der Klima- und Energiemodellregionsmanager der energieautarken Region Lieser- und Maltatal, Hermann Florian, bei der offiziellen Inbetriebnahme. Der Liesertaler streifte kurz den "holprigen" Weg, der manchmal einem "Spießrutenlauf" geähnelt habe, bis alle bürokratischen Hürden genommen worden, alle notwendigen Bewilligungen eingegangen seien. Nun aber sei der "Schritt in eine enkeltaugliche Zukunft" getan.

Christine Sitter, Regionalmanagerin der LAG Nockregion-Oberkärnten, zog im Beisein von Landesrat Rolf Holub und dem LAG-Obmann, dem Spittaler Bürgermeister Gerhard Pirih, ein chinesisches Sprichwort heran: "Wenn Winde der Veränderung wehen, sagt der eine: Wir bauen eine Mauer, der andere: Wir bauen Windmühlen. Eingedenk des Klimawandels aber sagen wir: WIr bauen Windkrafträder." Sie sind ebenso ein Baustein zur energieautarken Region wie die kürzlich in Dienst gestellten vier Elektroautos (wir berichteten) oder der fürs kommende Jahr geplante Energie-Erlebnispark auf der bisherigen Trasse der Märchenwandermeile in Trebesing.

In die niederösterreichische Kleinwindanlage "Ecovent" hat Nebenerwerbsbauer Genser 75.000 Euro investiert. Im Rahmen des Kärntner Energiemasterplanes hat das Land 40 Prozent beigesteuert. Bei einer konservativen Schätzung werden pro anno 15.000 Kilowattstunden (kWh) erzeugt. Den Löwenanteil verwendet Genser nach eigenen Angaben selbst. Was übrig bleibt, wandert in den Energiespeicher, davon der Rest wiederum ins öffentliche Netz. Florian: "In 15 bis 20 Jahren hat sich die Anlage amortisiert. Reich wird man davon nicht, aber man hat für die Allgemeinheit ein Zeichen gesetzt."

Zu den Teilnehmern des Festaktes gehörten ferner Rennwegs Bürgermeister Franz Eder und Erste Stellvertreterin Silvia Winkler mit Gemeinderat Walter Meißnitzer, Energiereferent Stefan Merkac, von LAG Maria Aichholzer, der Trebesinger E5-Teamleiter Hans Neuschitzer sowie die Finanziers Geschäftsleiter Gernot Kircher und Kundenbetreuer Günther Kratzwald von der
Raiffeisenbank Liesertal.

Sie alle ließen sich die üppige Festtafel schmecken, die in selbstgebackenen Kuchenkreationen (Schokomousse, Topfen mit Heidel- und Himbeeren, Marmorkuchen sowie Schokoladen- und Malakoffschnitten) ihren krönenden Abschluss fand.

Zur Sache


Die Kleinwindanlage "Ecovent" ist 17,6 Meter hoch, der Rotorendurchmesser beträgt 8,4 Meter

Das Gesamtgewicht der Anlage: 3030 Kilo

Die Drehzahl beträgt 1450 Umdrehungen pro Minute, die Leistung 15 kW

Es handelt sich in Rennweg um die zweitgrößte Windkraftanlage des Landes. Die leistungsstärkste mit 500 kW steht in Kötschach-Mauthen auf dem Plöckenpass
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