25.10.2016, 09:00 Uhr

Freizeitplatz Natur: Hat das Wild noch genügend Lebensraum?

Christoph Burgstaller: Man müsse bei den Kindern anfangen, die Problematik näher zu bringen (Foto: wildlifepictures)

Dieser Frage gingen Jäger, Touristiker, Naturschützer und Experte Christoph Burgstaller auf den Grund.

BERG (ven). Das Mehrzweckhaus in Berg war kürzlich Kulisse einer interessanten Diskussion zum Thema Wild und das Ausüben von Freizeitsportarten im Wald. Der ehemalige Berufsjäger Christoph Burgstaller informierte über Problematik und Lösungsansätze vor Bürgermeister Ferdinand Hueter, Landwirtschaftskammerpräsident Johann Mößler, Bezirkshauptmann Klaus Brandner, Landesjägermeister Ferdinand Gorton, dem Obmann des Almwirtschaftsvereines Josef Obweger, Bezirksjägermeister Franz Kohlmayer und Vorsitzenden des Alpenvereines Arnold Riebenbauer sowie weiteren Interessierten.

Vorzeigeprojekt in den Nockbergen

Mößler bringt die Problematik auf den Punkt: "Das Eigentum ist eigentlich gut geschützt, man muss Vertragssituationen schaffen. Dazu muss man überlegen, wo es Sinn hat." Er spricht dabei besonders Extremsportler an: "Jeder glaubt, sich ausleben zu müssen. Es braucht Regeln, dann haben alle Platz."
Riebenbauer berichtet von einem Projekt im Biosphärenpark Nockberge, wo analysiert wird, wo Freizeitaktivitäten statt finden und wo man Ruhezonen für das Wild schaffen könne.

Gams wird verdrängt

"Es braucht Spielregeln in der Natur", beginnt Burgstaller seinen Vortrag. Die Natur nützen die Grundbesitzer, Freizeitsportler, Jäger. Jeder mit anderen Absichten. "Es gibt mittlerweile über 40 Outdoor-Sportarten, die sich in den letzten zehn Jahren entwickelt haben. 700.000 Tourengeher und 800.000 Mountainbiker tummeln sich in der Natur." Die Gams würde sich zur "Waldgams" entwickeln, dass sie von ihrem ursprünglichen Lebensraum oberhalb der Waldgrenze immer weiter hinunter verdrängt werde, bis sie schließlich bei Rehfutterstellen Futter suchen würden.

Werbung heizt an

Das Problem werde auch durch Werbung angeheizt. Touristen sollen das besondere - und einsame - Bergerlebnis bekommen, allerdings im Lebensraum von Wildtieren. "Es gibt Lösungen! Es ist zwar ein langfristiger Prozess, aber wir müssen das anpacken", so Burgstaller. Man müsse bei der Öffentlichkeitsarbeit ansetzen und bereits Kinder im Kindergarten miteinbeziehen und aufklären. Außerdem müsse man eine gesetzliche Basis schaffen sowie Tourismusverbände die Problematik näher bringen. "Ich wünsche mir Kinder, die die Natur genießen und mit der Landwirtschaft aufwachsen. Außerdem solle man Kindern die Jagd vermitteln. Der Bezug und der Respekt vor dem Wild muss da sein."
Anschließend folgte noch eine hitzige Diskussion zum Thema im Publikum.
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