23.03.2017, 14:58 Uhr

Gemeinde am Fuße des Danielsberges

Der Innenraum derKirche am Danielsberg (Foto: Alexander Bartek)

Im unteren Mölltal gelegen wartet Reißeck mit langer Geschichte und einem interessanten Wappen auf.

Die Gemeinde Reißeck liegt im unteren Mölltal, am Fuße des Danielsberges. Im Norden wird sie von der Reißeckgruppe und im Süden von der Kreuzeckgruppe begrenzt. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 139,79 Quadratkilometer, die sich auf vier Katastralgemeinden verteilt, und umfasst 17 Ortschaften.

Geschichtliches
Die Geschichte des Mölltales ist bis ins 18. Jahrhundert eng mit dem Bergbau verbunden. Es ist daher anzunehmen, dass bereits die illyrischen Veneter, die um 1000 vor Christus nachweisbar sind, im Tauerngebiet nach Eisen suchten. Um 500 vor Christus besiedelten die Kelten das Gebiet und schürften nach Gold, Silber und Eisen. 15 vor Christus besetzten die Römer das Gebiet und hinterließen ihre Spuren, wir zum Beispiel die Römerstraße über Oberkolbnitz – Preisdorf – Penk sowie die Überreste eines Herkulestempels auf dem Danielsberg.

1876 wurden die Steuergemeinden Kolbnitz und Mühldorf von der Ortsgemeinde Obervellach abgetrennt und zur Gemeinde Kolbnitz zusammengefasst. 1913 wurde die Gemeinde in die Gemeinden Kolbnitz und Mühldorf geteilt. Mit Wirksamwerden des Gemeindestruktur- Verbesserungsgesetzes 1972 wurden die Gemeinden Kolbnitz, Penk und Mühldorf ab 01.01.1973 zur Gemeinde Reißeck zusammengeschlossen. Mit 01.01.1992 erfolgte jedoch eine neuerliche Trennung, der Gemeindeteil Mühldorf wurde wieder selbständig.

Das Gemeindewappen
Bereits mit dem Bescheid des Amtes der Kärntner Landesregierung vom 18. Jänner 1968 wurde der früheren Gemeinde Kolbnitz das Recht zur Führung eines Wappens und einer Fahne verliehen. Dieses Recht ist zufolge des Bescheides vom 19. November 1973 auf die Gemeinde Reißeck übergegangen. Das Wappen ist als gespaltener Schild ausgebildet und zeigt in der linken Hälfte in grün auf silbernem Berg einen goldenen Herkules mit Löwenhaut und Keule. Rechts ist ein halbes Peltonrad in roter Farbe auf goldenem Hintergrund zu sehen. In der etwas ungewohnten Sprache der Wappenkundler (Heraldiker) wird links als vorne und rechts als hinten bezeichnet. Die Fahne zeigt die Farben Rot-Gelb-Grün mit eingearbeitetem Wappen.

Reißeck: Zahlen, Daten, Fakten

Fläche der Gemeinde: 139,78 Quadratkilometer
Katastralgemeinden: Kolbnitz, Zandlach, Penk und Teuchl
Ortschaften: Gappen, Hattelberg, Litzldorf, Mitterberg, Moos, Napplach, Oberkolbnitz, Penk, Polan, Preisdorf, Rottau, Sandbichl, Teuchl, Tratten, Unterkolbnitz, Zandlach und Zwenberg
Seehöhe: 600 Meter - 2.965 Meter
Einwohner: 2.289 (Stand: Volkszählung 2011)
Bezirk: Spittal an der Drau
Partnergemeinden: Thalmässing und Königsbronn in Deutschland

Gemeindevorstand:
Bürgermeister: Kurt Felicetti
1. Vizebürgermeister: Thomas Stefan
2. Vizebürgermeiser: Johann Paul Unterweger
Gemeindevorstand: Andreas Kleinfercher, Carmen Thaler

Die Geschichte vom Danielsberg

Landschaftsschutzgebiet mit römischer Geschichte und geschichtsträchtiger Kirche: Der Danielsberg.

Der Danielsberg ist eine Besonderheit der Gemeinde Reisseck. Seine kegelförmige Erhebung auf 962 Meter Seehöhe ist weithin sichtbar. Wegen seiner landschaftlichen Einzigartigkeit wurde der gesamte Bergkegel bereits im Jahre 1964 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.

Kolbnitz
Die Römersiedlung am Danielsberg trug einst den Namen „Colomunitio“, bestehend aus „Colo“, das "Hügel" bedeutet und „munitio“, das soviel wie "abgesichert, verstärkt, befestigt" bedeutet. Aus dem Namen wurde Cholomunze und schließlich Kolbnitz.

Der Herkulestempel
15 vor Christus besetzten die Römer das Gebiet und hinterließen ihre Spuren, zum Beispiel die Römerstraße und Überreste eines Herkulestempels auf dem Danielsberg. Das wichtigste Zeugnis dafür ist eine Marmorplatte aus ca. 175 nach Christus auf der Südseite, außen an der Kirche.
Mit Sicherheit darf man annehmen, dass es am Danielsberg bereits um 313 nach Christus eine erste christliche Kapelle gegeben hat. Sie war wohl dem Heiligen Daniel geweiht, der christlichen Entsprechung des heidnischen Herkules.

Kirche St. Georg
Die erste Kirche auf der Bergspitze wurde um 1127 nach Christus gebaut. Diese Kirche ist allerdings um das Jahr 1510 abgebrannt. Anschließend wurde die Westwand niedergerissen und die Kirche verlängert. Um 1515 wurde auch das Fresko in der Apsis geschaffen. Es zeigt das Jüngste Gericht. Die meisten Bilder und Statuen stammen aus der Zeit um 1700. Der heutige, gemauerte Hauptaltar ist barock und wurde wohl um 1633 aufgemauert.
Durch all die Jahrhunderte hindurch diente die Kirche den Bergknappen der Region als Versammlungsplatz. Überall gab es Gold- und Silberstollen, welche jedoch 1600 aufgelassen wurden.
Die Bergmänner wurden Kleinstbauern, doch hielten sie ihrer Kirche die Treue. Daraus entwickelte sich eine Wallfahrt, welche auch heute noch am Sonntag nach dem 23. April (Fest des Heiligen Georg) stattfindet.
Die Kirche ist eine der ältesten noch erhaltenen romanischen Kirchen Oberkärntens mit größtenteils ursprünglicher Bausubstanz.

Wir sind eine gesunde Gemeinde

Das Projekt "Gesunde Gemeinde" hat zum Ziel, mit innovativen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und -vorsorge der Kostenexplosion im Gesundheitswesen langfristig entgegenzuwirken. In der Gemeinde Reißeck läuft das Projekt seit 2002. Die Gemeinde ist dabei bemüht von den Kindern bis zu den älteren Mitbürgern durch verschiedene Angebote Vorsorge zu treffen, um fit zu sein und aktiv zu leben. Die bisherigen Höhepunkte waren die Verleihung des Gesundheitspreises 2003 sowie die Verleihung der Zusatztafel "Gesunde Gemeinde" im Rahmen des Gesundheitstages der Gemeinde Reißeck 2006.

Speicherkraftwerke sicherten Stromversorgung

„Der Jänner 2017 ist ein Fall für die Geschichtsbücher - und die größte Kraftwerksgruppe der Speicherkraftwerke Malta/Reißeck hat diese Bewährungsprobe mit Bravour bestanden", so VERBUND-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Anzengruber. Die Kraftwerke haben während des kältesten Jänners seit 30 Jahren wesentlich zur Aufrechterhaltung der Stromversorgung in Österreich beigetragen. Nur drei Monate nach der Inbetriebnahme konnte das neue Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II im Rekord-Jänner 2017 sein ganzes Potenzial unter Beweis stellen. Die Wasserkraftwerksgruppe Malta/Reißeck zählt zu den leistungsstärksten in Europa und kann auf Knopfdruck mehr als 1.450 Megawatt Leistung bereitstellen. Das ist deutlich mehr als bei den größten thermischen Kraftwerken in Österreich, deren Leistung bei maximal knapp über 800 Megawatt liegt.

Bauliche Maßnahmen
In der Kraftwerksgruppe Malta/Reißeck stehen heuer Bauprojekte an: Um die Schallausbreitung beim Kraftwerk Malta-Hauptstufe zu reduzieren, werden technische Maßnahmen umgesetzt. Auf 2.300 Meter Seehöhe wird der 2,3 Kilometer lange Höhenstollen, durch den bis zur Inbetriebnahme von Reißeck II die 60 Jahre alte Druckrohrleitung führte, im Tunnelprofil aufgeweitet. Das ausgebrochene Gesteinsmaterial wird in den vorgesehenen Lagerstätten im Bereich Schoberboden deponiert. Ziel der Maßnahme ist es, künftig mit schwerlasttauglichen Fahrzeugen durch den Tunnel fahren zu können, um die Sperrenanlagen am Reißecker Seenplateau erreichen zu können. Die 60 Jahre alten Staumauern des Großen und Kleinen Mühldorfer Sees werden von VERBUND in den kommenden Jahren umfassend saniert.

Energieeffiziente Gemeinde

Reißeck ist eine e5 energieeffiziente Gemeinde. Ziel ist es, eine kontinuierliche und schrittweise Entwicklung zu mehr Energieeffizienz in Gang zu setzen. e5 ist eine Auszeichnung für Gemeinden, die durch effizienten Umgang mit Energie einen Beitrag zu einer zukunftsverträglichen Entwicklung unserer Gesellschaft leisten. Grundlage der Auszeichnung ist der Umsetzungsgrad von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Gemeinde.

Klimabündnis-Gemeinde
Das Klima-Bündnis ist ein Städtenetzwerk zum Schutz des Weltklimas von europäischen Städten und Gemeinden, die eine Partnerschaft mit indigenen Völkern der Regenwälder eingegangen sind. Die Partner in diesem weltumspannenden Bündnis verbindet die gemeinsame Sorge um das Weltklima. Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, wird auf das Engagement und die Vielfalt der lokalen Ebene gesetzt.
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