08.10.2014, 13:21 Uhr

Gmünd und Malta punkten mit Kinderbetreuung

Bürgermeister Josef Jury und Vizebürgermeister Claus Faller beim "Kize" in Fischertratte, in dem Kleinkinder und Kindergartenkinder gemeinsam betreut werden

Neben Kleinkindern werden auch Volks- und Hauptschüler nach der Schule bestens betreut.

GMÜND, MALTA (ven). In Gmünd sind Kinder von ein bis 15 Jahren bestens aufgehoben. Möglich macht dies ein Kinderbetreuungskonzept, das zum Teil gemeindeübergreifend funktioniert.

Gemeindeübergreifend

Seit 2008 gab es eine Kleinkindbetreuung in einer Wohnung in der Neuen Heimat. "Nun ist uns mit der Gemeinde Malta ein großer Wurf gelungen", so Bürgermeister Josef Jury. In einem gemeinsamen gemeindeübergreifenenden Kindergarten und Kleinkindbetreuungseinrichtung werden über 50 Wochen im Jahr rund 130 Kinder von sieben bis 18 Uhr bestens betreut. "Die Eltern können dabei aus fünf Tarif-Modellen wählen, dabei liegen wir kärntenweit unter dem Durchschnitt", ergänzt Vizebürgermeister Claus Faller. Flexibel ist die Betreuung außerdem: Die Eltern müssen jeweils bis Donnerstag in der Vorwoche bekannt geben, zu welchen Zeiten ihr Kind die Betreuung benötigt. Ein weiterer Vorteil ist ein Gratisbus, der einmal in der Früh hin und um 13 Uhr zurückfährt und von einer Kindergärtnerin begleitet wird.

Gebäude wird weiter genutzt

Das Gebäude, in dem die Kleinen und Kleinsten spielen und toben dürfen, steht in der Fischertratte. "Malta hat den Standort geschlossen, für eine Gemeinde allein war es nicht rentabel. Aber gemeinsam können wir das Gebäude nutzen", so Jury. Über den Sozialhilfeverband, der das Altenwohnheim in der Riesertratte betreut, werden die Kleinen auch verpflegt. "Damit ist auch deren Küche ausgelastet", so Jury.

Maltas Bürgermeister Klaus Rüscher hat von Anfang an für das Projekt gekämpft. "2011 war in dem Gebäude die Volksschule mit nur mehr zwei Klassen. Auch in der Volksschule Malta gab es nur mehr zwei Klassen. Eine Schule mussten wir zusperren und haben uns dann überlegt, was wir mit dem Gebäude machen", so Rüscher. Es brach liegen zu lassen, sei ein Frevel. "Aufgrund der demografischen Entwicklungen mussten wir was tun und Akzente setzen, damit die Menschen im Ort bleiben. Das Projekt ist kärntenweit einzigartik. Überall wurden Kosten gespart beziehungsweise aufgeteilt", ergänzt er. In Gmünd hätte ein neuer Kindergarten gebaut werden müssen, so konnte man sich auf eine günstige Alternative einigen. Die Sanierung und der Zubau des Kinderzentrums kostete rund eine Million Euro, die beiden Gemeinden nahmen jeweils rund 300.000 Euro in die Hand.

Betreuung für Schüler

Eine weitere Neuerung in Gmünd ist eine Ganztagesschule. Das Projekt wird von Gemeinde, Volksschule, Hauptschule und dem Hilfswerk getragen. Hier werden 15 Kinder fünf Tage die Woche nach der Schule beaufsichtigt. "Insgesamt haben wir so 20 Arbeitsplätze geschaffen", erklärt Jury.

"Eine funktionierende Kinderbetreuung und -erziehung ist ein Grund, weswegen die Bevölkerung das Leben am Land in Kauf nimmt und nur zum Arbeiten in die Stadt pendelt. Aber die Wahlfreiheit muss für die Eltern gegeben sein", so Faller.

Sicherer Schulweg

Um auch den Schulweg für die Kinder sicherer zu machen, wird der Gehsteig zur Volksschule verbreitert. "Das geschieht in Vorarbeit zur Innensanierung der Volksschule und dem Zubau der Musikschule" erklärt Jury. Die Musikschule bekommt rund 200 Quadratmeter an Fläche dazu, die Volksschule wird saniert. Insgesamt werden rund 1,5 bis zwei Millionen Euro investiert, 75 Prozent davon sollen über den Schulbaufond des Landes finanziert werden. Den Rest trägt die Gemeinde.

Erziehungsberatung im Gespräch

Gmünd steht derzeit mit drei bis vier weiteren Gemeinden des Lieser- und Maltatales in Gesprächen, um eine kostenlose Erziehungsberatung durch die ausgebildete Pädagogin Renate Schiffer anzubieten. "Es ist eine familienpolitische Maßnahme zur Unterstützung von Eltern bei sprachlichen oder auch sozialien Problemen und Defiziten. Was uns hier wichtig ist: Die Beratung ist anonym", sagt Jury.

"Das war ist bisher das Pflichtprogramm von unserer Sicht aus", ergänz Faller. Nun geht es daran, ein passendes Freizeitprogramm auf die Beine zu stellen. Durch ein Projekt mit der Musikschule kommen Kinder aus fünf Gemeinden zusammen, um ein Jugendorchester zu bilden. "In den einzelnen Gemeinden sind oft zu wenige Kinder für ein ganzes Orchester vorhanden", erklärt Faller. In punkto Sportvereine soll das selbe geschehen. Die Jugend aus mehreren Gemeinden soll gemeinsam spielen.
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