29.09.2014, 14:08 Uhr

Großglockner Hochalpenstraße feiert Geburtstag

Die Großglockner Hochalpenstraße feiert ihren 80. Geburtstag (Foto: grossglockner.at)

Vor 80 Jahren wurde die Straße das erste Mal befahren.

HEILIGENBLUT. 80 Jahre ist es bereits her, als die Großglockner Hochalpenstraße am 3. August 1935 nach fünfjähriger Bauzeit unter großem medialen Interesse offiziell eröffnet und für den Verkehr freigegeben wurde. Bereits ein Jahr zuvor überquerten der damalige Salzburger Landeshauptmann Franz Rehrl und der Erbauer der Straße Franz Wallack die Hohen Tauern.

3.000 Arbeiter

Wallack wurde im Herbst 1924 damit beauftragt, eine Panoramastraße von Fusch im Salzburger Pinzgau nach Heiligenblut in Kärnten zu planen und zu errichten. Am 30. August 1930 wurde die erste Sprengung in Ferleiten gezündet. Bis zu 3.000 Arbeiter waren am Bau im Hochgebirge unter teils schwierigsten Bedingungen beteiligt.

Mit dem Steyr über die Alpen

Im Herbst 1934 überquerten Rehrl und Wallack mit dem Automobil, einem dafür adaptierten Steyr 100, das Massiv. Diese abenteuerliche Fahrt galt als die erste Überquerung des Tauernmassivs überhaupt. Fünf Stunden waren die beiden Pioniere unterwegs, die zwölf Kilometer lange Strecke wurde über Stock und Stein gefahren.

"Meilenstein der Baugeschichte"

"Mit hoher Befriedigung, mit einem Gefühle glücklichen Stolzes darf ich Ihnen mitteilen, hochgeehrte Festgäste, dass ich gestern, Samstag, die ganze Trasse der Großglockner Hochalpenstraße von Heiligenblut über das Fuscher Törl nach Zell am See zum ersten Male im Kraftwagen bewältigt habe und damit das Hindernis der Hohen Tauern durchbrochen scheint." Franz Wallack bezeichnete die Eröffnung der Teilstrecke als "Meilenstein in der Baugeschichte der Großglockner Hochalpenstraße, die den großen Gedanken einer Nordsüdverbindung über die Hohen Tauern bereits im nächsten Jahre zur Wirklichkeit lassen wird". Sein größter Dank galt den "Grohagglern", die "unermüdlich bei jedem Sturm und Wetter
ausgeharrt haben".

Die Straße in Zahlen

26 Monate dauerte der Bau, 870.000 Kubikmeter Erde und Fels wurden bewegt und 115.750 Kubikmeter Mauerwerk geschaffen. Dazu kamen 67 Brücken und ein Straßentelefon mit 24 Sprechstellen. Die Arbeiter leisteten unglaubliche 1,8 Millionen Arbeitsschichten.

Viele Vorgaben

Die Auflagen für den Bau waren vielfältig: Drei Meter breit, mit der Option, sie auf fünf Meter zu verbreitern, mit Ausweichen auf Sichtweite, einer Steigung von höchstens zwölf Prozent und mit einer Schotterdecke. Wallack, der vor Baubeginn eine Studienreise über 43 Alpenstraßen unternahm, wollte die schönste Panoramastraße der Welt errichten.

Ausstellung

Bis 12. Oktober können Interessierte die höchstgelegenste Automobilausstellung der Welt auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, täglich von 10 bis 17 Uhr ansehen.
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