29.08.2014, 09:00 Uhr

"Ich möchte Prinzipalin sein"

Angelica Ladurner: "Ich möchte eine Prinzipalin sein, die Erste unter Gleichen"

Schauspielerin, Regisseurin und künftige Intendantin der Komödienspiele Angelica Ladurner

Die Schauspielerin und zukünftige Intendantin der Komödienspiele Porcia traf sich mit der WOCHE und sprach über ihre Liebe zum Theater, zum Kochen und ihre zukünftigen Aufgaben.

WOCHE: Wie sind Sie zur Schauspielerei gekommen?

LADURNER: Ich stehe seit meinem elften Lebensjahr fast durchgehend auf der Bühne. Ich konnte als KInd auch gut singen, war immer ein Theaterkind. Meine Eltern haben mich dabei unterstützt und waren für alles offen.

Ihr Lieblingsplatz ist Ihr Haus am See...
Wasser ist für mich das Zeichen für Ruhe, Sammlung, ich liebe Wasser. Es ist ein Ausgleich.

Welche Hobbys haben Sie neben dem Theater?
Wann immer ich kann, gehe ich schwimmen. Ich bin auch ein Geher. Ich gehe gerne Schwammerl suchen, auf den Berg. Am liebsten von mir rauf zum Egelsee.

Sie haben auch Querflöte gespielt..

Ja ich habe ein Jahr vor der Reifeprüfung aufgehört. Heute spiele ich, wenn es gebraucht wird, Harfe. Am liebsten irische und walisische Musik, die Länder, aus denen die Harfe her kommt.

Welche Bücher liegen auf ihrem Nachtkästchen?

Dort liegt immer die Bibel, ansonsten ein Buch von Rilke, Tucholsky und eine Biografie von Ingmar Bergmann. Wenn ich könnte, würde ich den ganzen Tag lesen, es ist wie eine Sucht.

Inwiefern beeinflusst das heurige Sommerwetter die Komödienspiele - heute mussten wir ja auch wegen des Regenwetters ins Schloßcafe ausweichen?
Wir gehören zu den Glücklichen, die ein Dach haben. Es fällt keine Vorstellung aus. Das Wetter hat uns geholfen, heuer ist der Publikumsansturm so stark, wie ich mich kaum erinnern kann.

Welche Aufgaben werden Sie als Intendantin ab 1. September haben?

Ein Intendant ist der Kopf des Unternehmens. Er ist für alles vor und hinter der Bühne verantwortlich. Vornehmlich hat er aber die künstlerische Leitung über. Er muss die Stücke auswählen.

Ist man da auch nicht ein bisschen Psychologe für das gesamte Ensemble?
Das ist in jeder Führungsposition so.

Wie wird es sein, wenn man vorher Kollegin und dann plötzlich Vorgesetzte ist?
Es hat Vor- und auch Nachteile. Entweder holt man sich jemanden von außen oder jemanden, der den Betrieb kennt, das Publikum kennt und achtet und das Geheimnis des Ortes kennt. Dazu gehört auch, dass man die Tradition kennt und trotzdem den Willen zu etwas Neuem hat.
Ich möchte aber keine Intendantin sein, sondern eine Prinzipalin. Das bedeutet "der Erste unter Gleichen". Also eine, die zur Truppe, zum Ensemble gehört.

Und die Nachteile?
Der Nachteil ist, dass man sich unter Umständen von Menschen trennen muss, mit denen man schon lange befreundet ist und mit denen man zusammengearbeitet hat. Aber künstlerisch darf man keine Abstriche machen.

Könnten Sie sich vorstellen, selbst ein Stück zu schreiben?

Ich habe fünf Kinderstücke geschrieben. Da gehört wirklich schriftstellerische Kraft dazu, von der ich nicht glaube, sie zu haben.

Wäre eine Karriere als Fernseh-Schauspielerin für Sie vorstellbar?

Nein, nicht mehr. Früher hätte es Möglichkeiten dazu gegeben, das hat sich aber irgendwie immer zerschlagen. Ich besitze nicht einmal einen Fernseher.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Es gibt keinen typischen Arbeitstag. Jeder ist verschieden. Ich mache aber immer Frühstück für meine Familie, lese meine Mails, lese Stücke, mache Spielpläne und so weiter. Ich koche auch immer für meine Familie. Ich liebe es, zu kochen. Dabei mache ich alles selbst, es gibt nichts Fertiges. Dazu habe ich auch einen Kräutergarten.

Sind Sie eine Kräuterhexe?

Ja auf jeden Fall. Meine Lieblingskräuter sind die Zitronenverbene, verschiedenste Arten von Thymian und Salbei. Das ist besonders wichtig für alle in sprechenden Berufen.

Was machen Sie außerhalb der Komödienspiele?

Ich unterrichte viel am Mozarteum. Sprechen und Rhetorik. Ich liebe es, zu unterrichten und mit Menschen zu arbeiten. Daneben spiele ich selber oder inszeniere selbst.

Haben Sie noch Zeit für Urlaub?

Ich fahre selten in Urlaub, und wenn, dann auch nie sehr weit weg. Eher in den Süden oder in den Norden Europas. Ich liebe Italien, mittlerweile spreche ich auch ein bisschen Italienisch. Ich gehöre zu den absolut privilegierten Menschen, deren Beruf eine Berufung ist. Ich habe als junge Schauspielerin nie verstanden, warum da Geld am Konto liegt.


Zur Person:

Name: Angelica Ladurner
Geburtstag: 4. April 1967
Familie: zwei Kinder (13, 21)
Lieblingsessen: Was gerade vor mir steht
Hobbys: Das Theater und das Leben
Motto: Immer weiter gehen
Vorbilder: besonders tapfere Menschen
Lieblingsplatz: Mein Haus am See, der Schlosshof Porcia
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