08.06.2017, 09:14 Uhr

Im Maltatal ist es "finster"

Otmar Baier will die Hintergründe des Streites im Maltatal kennen und suchte das Gespräch mit der WOCHE (Foto: privat)

Bergführer Otmar Baier möchte mit einigen Dingen im Maltatal "aufräumen" und suchte das Gespräch mit der WOCHE.

MALTA (ven). Das Maltatal kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Bescheid für das Wildschutzgebiet auf Grund und Boden der Zundelschen Forstverwaltung meldet sich nun Bergführer Otmar Baier zur Wort und will "mit einigen Dingen aufräumen."

Nutzen daraus gezogen

Vor 25 Jahren sei man an ihn herangetreten - Politik, Einheimische und auch Wirte und Vermieter - man solle zur Belebung des Tourismus im Maltatal etwas auf die Beine stellen. So entstand das Bergsteigerdorf und die Bekanntheit des Maltatales wegen der Eiskletterfälle stieg. "Viele Vermieter haben ihren Nutzen daraus gezogen und hatten volle Betten", so Baier im WOCHE-Gespräch. Was ihm aber nun sauer aufstößt: "Genau diejenigen, die ihre Häuser immer voller Alpinisten hatten, stehen nun nicht hinter dem Bürgermeister Klaus Rüscher."

Persönlicher Streit

Laut Baier gehe es um einen persönlichen Streit. "Der Bezirkshauptmann weiß, dass hier keine Wildschutzzone notwendig wäre. Jeder Jäger, mit dem ich gesprochen habe, findet dies ebenfalls lächerlich", sagt der Bergführer. "Ich lege dem Bezirkshauptmann Klaus Brandner nahe, das Maltatal zu besuchen. Er wird hier nur Wald finden. Allesamt Wildruhezonen, die ausschließlich von Jägern und von sonst niemanden betreten werden." Seiner Meinung nach würde kein Wildtier in einem Kessel ohne Sonne einstehen.

Verwalter zündeln

Nun entstand auch ein Zwist mit den Grundbesitzern im Gößgraben (wir berichteten). "Die Grundbesitzer werden vorgeschoben, aber es sind die Verwalter, die hier zündeln", ist sich Baier sicher und er spricht damit seinen Bruder Günther Baier an, der Forstverwalter der Familie Zundel ist. "Vor Jahren hat er eine Wildruhezone prophezeiht. Er macht seinen Job gut, er hat diese Vorgehensweise eigentlich nicht nötig", so Baier. Im Gößgraben gebe es außerdem auf einer Strecke von zwölf Kilometern nur drei Fälle, die ab und zu begangen werden.

"Kein privates Ego-Spiel"

Somit sei die Bildung eines von den Besitzern gefürchteten Kletterparks "eine Dummheit. Keiner weiß davon, bzw. hat dies vor." Es ginge rein darum, Missstimmung zu erzeugen. "Was ich noch seltsam finde: Familie Zundel will zwar kein Wild, aber eine Ruhezone!? Es gibt dort rund 500 Stück und es wird auch nicht mehr gefüttert", stellt Baier in den Raum. Er appelliert daher an die Grundbesitzer, sich "nicht in ein privates Ego-Spiel hineinziehen zu lassen."

Zundel viel getan

Sein Anliegen daher: "Ich finde es ungerechtfertigt, den Bürgermeister in der Öffentlichkeit dumm sterben zu lassen. Alle ziehen ihren Nutzen aus dem Tourismus. Und ich bezweifle auch, dass der Bezirkshauptmann in der Lage ist, objektiv zu entscheiden, wenn zur Familie Zundel ein Naheverhältnis besteht", prangert er an. Georg Zundel habe für die Gemeinde immer viel getan, er habe beim Wiederaufbau der Gießener Hütte geholfen, wovon auch der Alpenverein profitiert habe. "Aber Maxim Zundel ist nun angewiesen auf seinen Förster..", so Baier.

"Ruhe soll einkehren"

Er sieht die Kletterer für die Jäger nur mehr in der Rolle der "Unruhestifter. Diese Denkweise ist aber nicht mehr zeitgerecht. Kletterer werden kriminalisiert." Er denkt auch daran, einen Film zu drehen: "Das finstere (Malta)Tal 2, denn dort ist es mittlerweile wirklich finster. Es wäre gut, wenn wieder Ruhe einkehren würde."
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