09.02.2017, 14:25 Uhr

Jäger unter Beschuss geraten

Die Kaninger Hegeringleiter Josef Bernd Erlacher und Wolfgang Glanzer-Unterscheider

Hegering Kaning hat in seiner Ausstellung erstmals Kinder zu Gast

RADENTHEIN. "Wir Jäger sind in letzter Zeit sehr unter Beschuss geraten." Diese Feststellung hat Wolfgang Glanzer-Unterscheider, Leiter des Hegerings Kaning, getroffen. Am Rande der diesjährigen Ausstellung im Stadtsaal konstatiert der Obmann gemeinsam mit seinem Stellvertreter Josef Bernd Erlacher, die Jäger bewegten sich auf dem "schmalen Grad" zwischen Tierschützern und Forstbehörde. Während die einen nicht verstehen wollten, dass auch - oder gerade - die Jäger Naturschützer seien, deren vorrangige Aufgabe es sei, ein gesundes Gleichgewicht von Baum und Tier zu wahren, erhebe der Rechnungshof den Vorwurf, die Jägerschaft bekomme die Wildschäden nicht in den Griff: "Angeblich schießen wir zu wenig ab", sagt der Hegeringleiter, "dabei wird nicht berücksichtigt, welch hohen Schaden der Käfer anrichtet".

Rund 60 Mitglieder

Die beiden Kaninger Jäger, die wie die meisten der etwa 60 Hegeringmitglieder "schon seit Generationen Verantwortung dafür tragen, einen tragbaren Wildbestand zu erhalten", berichten, vor allem in den Tallagen und in den Wirtschaftswäldern mache ihnen das Rotwild zu schaffen. Gleichwohl sei es nicht einfach, den Bestand zu erfassen, um die Abschusspläne zu erfüllen. Über die Anzahl der erlegten Tiere hinaus helfe hier das "Fütterungsmonitoring", also die Beobachtung an den Futterstellen.

"Keine Bambimörder"

"Wir sind mit Herzblut Naturschützer", fassen die Kaninger zusammen, "sind keine Bambimörder, wollen aus der Schusslinie raus". Um für ihr Anliegen zu werben, organisiert die aus den Ortsgruppen Bad Kleinkirchheim, Kaning, Millstatt, Radenthein und Seeboden bestehende Talschaft Millstatt ihre jährlichen Hegeschauen. Erstmals sind heuer Kinder eingeladen worden, um ihnen, "die im Computerzeitalter gar nicht wissen, welche Tiere bei uns leben" (Erlacher), mit der heimischen Fauna und Flora vertraut zu machen.

270 Kinder zu Besuch

270 Kinder der Volksschulen Radenthein und Döbriach sowie des Kindergartens der Granatstadt erfuhren zusammen mit ihren Lehrern angesichts von Präparaten, wie die Raubtiere Fuchs, Marder und Wiesel aussehen. Der Natur- und Dokumenrtarfilmer Otmar Penker ("Wie Brüder im Wind"), der auch Kindern Rede und Antwort stand, hatte aus Kanada einen ausgestopften Wolf mitgebracht. Nur keine Angst: Wölfe seien einmal sehr scheu, zum anderen auch gar nicht heimisch. Ferner erfuhren die Mädchen und Buben, was den Unterschied von Reh und Hirsch ausmacht, anhand von Scheiben 20 bis 100 Jahre alter Bäume, wie anhand der Jahresringe ihr Alter zu bestimmen ist.

Die Hegeschau ist am Freitag, 10. Feber, ab 15 Uhr, am Samstag, 11. Feber, von 9 bis 14 Uhr geöffnet.
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