09.10.2014, 09:00 Uhr

Lärmampel macht Kindergärten leiser

Romana Scharf mit Kindergartenkindern und der Lärmampel (Foto: KK)

Um Gesundheit und Hörvermögen zu schützen, haben Gemeindekindergärten die Möglichkeit, zwei Wochen lang eine Lärmampel zu testen.

SPITTAL (ven). Eine Lärmampel soll in Kindergärten die Lautstärke bewusst machen und übermäßige Lärmbelastung vermindern. Romana Scharf, Landesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten tourt mit dem Projekt Lärmampel durch sämtliche Kärntner Gemeindekindergärten. Am 13. Oktober ist sie in Spittal zu Gast, um zu informieren und Interessierte zu begeistern.

Gesundheitsbelastng

"2011 haben wir mit dem Projekt gestartet. Ich bin selbst seit 18 Jahren Kindergartenhelferin und weiß, welche massive Lärmbelastung das teilweise für die Kindergärtnerinnen sein kann. Und der Lärm nimmt leider zu", so Scharf.

Farben zeigen Lärm

Die Ampel ist auf 85 Dezibel eingestellt, zwischen 80 und 90 Dezibel tritt bereits eine Hörschädigung ein. "Im Spielbereich bleibt die Ampel bis zu 80 Prozent im roten Bereich. Nun gilt es zu sehen, wie lang sie auf Grün, beziehungsweise Gelb bleibt", erklärt Scharf.

Bewusstsein schaffen

Die Ampel soll rund 14 Tage im Kindergarten bleiben und wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Es ginge nicht darum, die Kinder massiv zur Ruhe zu zwingen, sondern spielerisch ein Bewusstsein für Lärm zu schaffen. "Da gibt es oft schon selbsternannte Ampelpolizisten", schmunzelt Scharf. Diese Kinder machen dann ihre Spielgefährten aufmerksam, wenn die Ampel auf Gelb steht, dass sie leiser sein sollten. Dies wird ergänzt durch bauliche Maßnahmen, wie zum Beispiel Vorhänge in den Räumen, Korkfliesen an den Wänden sowie Teppiche oder Filzgleiter an Stuhl- und Tischbeinen.

Jeder kann Ampel erwerben

Vor Projektbeginn und danach wird ein Fragebogen zur Evaluierung ausgefüllt. Nach der Evaluierung zeigt sich, ob Maßnahmen zur Lärmreduktion notwendig sind. "Wer möchte, kann auch privat so eine Ampel erwerben, zum Beispiel für eine Kindergruppe. Sie kostet ungefähr zwischen 80 und 100 Euro", so Scharf. "Bisher haben alle Gemeinden, in denen wir das Projekt vorgestellt haben, mitgemacht." Wer Interessa hat, kann sich im Sekretariat der GdG-KMSfB unter Telefonnummer 0463 / 5870-398 für eine Lärmampel anmelden.
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